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La Biennale di Venezia 2019

Venezianischer

Schwindel

SUN & SEA (MARINA)


Bewertung:    



Die Kunstausstellung der Biennale von Venedig vergibt einen Goldenen Löwen für die beste nationale Beteiligung. In diesem Jahr ging er an Litauen für Sun & Sea (Marina) von Lina Lapelytė, Vaiva Grainytė und Rugilė Barzdžiukaitė. Es handelt sich um eine Performance. Das klingt fast so verlockend wie „Installation“. Wer sich auf den Weg macht, das preisgekrönte Werk zu besichtigen, wird auf die Probe gestellt wie bei einer Schnitzeljagd ohne Schnitzel. Keine Markierungen, keine Pfeile führen zum versteckten Ort außerhalb des Arsenals. Erst wenn man sich wenige Schritte vor dem Ort des erhofften Geschehens befindet, ruft eine unhörbare Stimme wie im Kinderspiel „warm! heiß!“. Stelltafeln kündigen das Ziel an. Und sie verraten, was weder im offiziellen Führer, noch im Arsenal, noch in den Giardini angekündigt wird: dass lediglich an Samstagen performt wird.

Wer also an einem gewöhnlichen Tag zwischen Sonntag und Freitag von litauischen Erfindungen der schöpferischen Art träumt, trifft auf die vorgesehene Kulisse: einen aufgeschütteten Sandstrand mit den Utensilien, die man an jedem wärmeren Sonnentag einen Kilometer entfernt auf dem Lido bestaunen kann – Liegestühle, Handtücher, Badespielzeug, aufblasbare Viecher, Kosmetikabfall. Von Performerinnen und Performern weit und breit keine Spur.

Da wäre man besser dran gewesen, wenn man statt nach Venedig nach Braunschweig gereist wäre. Dort wurde Sun & Sea schon vor einem Jahr aufgeführt, mit dem kolossalen Vorteil, dass die Anfangszeiten nicht als Staatsgeheimnis behandelt wurden. So ist das aber mit einer Gattung, die alles auf einmal sein will – Kunst für eine halbjährige Dauerausstellung, Theater für einen zeitlich begrenzten Rahmen, auf alle Fälle aber auf der Höhe einer Zeit, die nicht über die Eigenheiten von Genres nachzudenken bereit und weder das eine, noch das andere zu profilieren gewillt ist. Und so werden bis November Tausende nach Castello pilgern auf der Suche nach einer belöwten Performance, die es nur am Sabbat gibt, weil der Herr, vermittelt durch Kuratoren und Biennale-Funktionären, diesen Unfug an den übrigen Tagen verbietet.

Glücklich, wer sich auf Veronese oder Tintoretto beschränkt. Die hängen, neben Baselitz und mit den Köpfen nach oben, beständig in der Accademia.

Thomas Rothschild – 16. Mai 2019
ID 11417
Weitere Infos siehe auch: https://www.sunandsea.lt/en


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