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MUSEUM DER HAVELLÄNDISCHEN MALERKOLONIE



Das Museum der Havelländischen Malerkolonie | Bildquelle: havellaendische-malerkolonie.de


Die meisten Museen in und um Berlin dürfen in diesen Tagen wieder ihre Türen für Besucher öffnen. Ab heute (9. Mai) kann man auch wieder jeden Samstag und Sonntag von 12 – 16 Uhr das kleine MUSEUM DER HAVELLÄNDISCHEN MALERKOLONIE in Ferch besichtigen. Aufgrund der Platzverhältnisse dürfen sich allerdings im Moment nur sechs Personen gleichzeitig dort aufhalten. Masken werden zur Verfügung gestellt.

*

Künstlerkolonien schossen im 19. Jahrhundert wie Pilze aus dem Boden. Es war die Zeit von Worpswede, Hiddensee, Usedom oder Ahrenshoop. Im Gegensatz zu anderen Malerkolonien gab es in Ferch keinen harten Kern. Die Künstler kamen und gingen, blieben unterschiedlich lang, und das über mehrere Generationen hinweg.

Eine der Gründungfiguren der Havelländischen Malerkolonie war der in Wien geborene Maler Carl Schuch (1846-1903). Der Sohn aus einer wohlhabenden Familie war ein echter Europäer vor der Zeit und kam viel herum, er reiste nach München, Venedig, Rom, wo er kurzzeitig zur dortigen Malerkolonie von Olevano Romano gehörte. Auf seinen Bildungsreisen lernte er in Bayern den Maler aus dem Norden, Karl Hagemeister kennen, mit dem er gemeinsam nach Dresden reiste und von dort weiter nach Brüssel und Amsterdam. 1878 landeten sie am Schwielowsee und fanden in Ferch genau das, wonach sie auf der Suche waren. Unverbrauchte Motive, grandioses Licht und viel Ruhe. Der lebenslustige und unruhige Kosmopolit Schuch reiste später nach Paris, wo er Cezannes Stillleben entdeckte, die ihn sehr prägen sollten. Mit 57 Jahren verstarb er 1903 in einer Nervenheilanstalt.

Karl Hagemeister (1848-1933) lebte mehrere Jahre in Ferch. Er kam aus Werder an der Havel und war außerdem Jäger, Bauer und Fischer, der sogar im Winter im Freien malte und seine Farben selber herstellte. Der Impressionist Hagemeister wurde später zum Expressionisten und war einer der avantgardistischen Künstler der Gruppe in Ferch, immer gierig neue Tendenzen zu erfahren. Er stellte 1891 und 1893 mit der Berliner Secession aus, schloss sich 1903 dem Deutschen Künstlerbund an und starb im Alter von 85 Jahren in seinem Geburtsort.

Der impressionistische Landschaftsmaler Theo von Brockhusen (1882-1919) wurde in Marggrabowa geboren. Liebermanns Landschaftsbilder haben ihn geprägt. Brockhusen verbrachte ab 1907 die Sommermonate am Schwielowsee, so wie dies Liebermann am Wannsee tat. Er verstarb in Berlin.

Auch der Düsseldorfer Maler Hans Wacker (1868-1958) kam erst nach Ferch, als der Gründer Carl Schuch schon nicht mehr lebte und blieb nur kurz.

Hans Otto Gehrcke (1896-1988) war auf einem falschen Dampfer und kam so an den Schwielowsee. Eigentlich wollte er 1911 mit seinem Vater per Schiff nach Werder fahren. Sein Vater hat dann später ein Grundstück dort gekauft, und Gehrcke ließ sich in einem Fachwerkhaus nieder. Hans Otto Gehrcke ist in Ferch verstorben.

Der Expressionist und Grafiker Magnus Zeller (1888-1972) kam nach einem Rom-Aufenthalt in der Villa Massimo nach Caputh und ließ sich dort, nur ein paar Kilometer von Ferch entfernt, nieder. Seine Werke galten ab 1933 als entartet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übersiedelte seine Familie nach Hamburg, während er mit seiner Tochter in Caputh blieb. Zeller, ein Vertreter der zweiten Expressionisten-Generation, malte Antikriegsbilder, gesellschafts- und sozialkritische Werke aber auch ländliche Idylle. Heute ist Zeller Ehrenbürger von Caputh.

* *

Die derzeitige Ausstellung im Museum Ferch heißt Lichtblicke – Lichtstimmungen. Gezeigt werden Werke aus dem eigenen Bestand und Leihgaben. Bis Juli wird die Ausstellung noch zu sehen sein.

Der Förderverein Havelländische Malerkolonie e.V. entstand im Januar 2002 mit dem Ziel, im letzten noch intakten Kossätenhaus (Bauernhaus) in Ferch ein Museum zu errichten. Seitdem erweitert das Museum seine Sammlung permanent.




Herrliche Seenlandschaft bei Caputh - in ungefährer Nähe des Museums der Havelländischen Malerkolonie | Foto (C) Christa Blenk

Christa Blenk - 10. Mai 2020
ID 12228
MUSEUM DER HAVELLÄNDISCHEN MALERKOLONIE
Beelitzer Str. 1 (Ecke Dorfstraße)
14548 Schwielowsee / OT Ferch
Telefon: 033209 - 21025 (nur während der Öffnungszeiten)
E-Mail: museum@havellaendische-malerkolonie.de

Öffnungszeiten:
Mai - Oktober | Do-So, 11-17 h
November - April | Sa, So, 11-17 h
sowie nach Vereinbarung (für Gruppen)

Eintritt:
3 EUR | ermäßigt 2,50
Kinder unter 14 Jahren frei


Weitere Infos siehe auch: https://www.havellaendische-malerkolonie.de/


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