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Museum im Check

BAUHAUS

MUSEUM

DESSAU



Foto (C) KE


Ganz selbstverständlich ist der legendäre Stahlclubsessel B3 von Marcel Breuer (Beiname "Wassily-Chair") in dem vor ein paar Wochen von der Bundeskanzlerin persönlich eingeweihten neuen BAUHAUS MUSEUM DESSAU zu besichtigen; bei einer ersten Führung, die wir dort erteilt bekamen, wies die Bauhaus-Sachverständige ganz nebenbei drauf hin, dass manche Exemplare aus der Zeit der anfänglichen Serien-Herstellung, die auf dem freien Kunstmarkt zu erhandeln wären, bis zu 50.000 Euro kosten könnten - rein aus purer Neugier machten wir sogleich mit unserm Smartphone eine Probe aufs Exempel, und tatsächlich: ein B3-Stück aus dem Jahre 1929 wird von einem Schweizer Onlinehändler für argschlappe 34.218 Euro zzgl. 299 Euro Versandkosten angeboten; doch das war bloß eine Stichprobe...



Im neuen Bauhaus Museum Dessau: Stahlclubsessel B3 von Marcel Breuer | Foto: KE


Die Innenstadt von Dessau, die wir nach der zirka zweieinhalbjährigen Bauzeit ihres musealen wie architektonischen Juwels in spe fast nicht mehr wiederzuerkennen glaubten, hat ihr neues Herzstück zwischenzeitlich vollends angenommen, "in sich" integriert. Peilt man's zu Fuß, aus Richtung Bahnhof (über Antoinettenstraße) kommend, an, hat man zunächst die Stadtparkseite des fast vollständig in Glas gefassten Baus unmittelbar vor sich, viel Grün und jede Menge Schatten; wunderbarer erster Eindruck...


"Je nach Licht­verhältnis spiegelt sich die Umgebung unterschiedlich stark in der Glasfassade oder erlaubt Durchblicke. Auf der Stadtseite verstärkt sich die Beziehung zur Stadt, wenn sich die gegenüberliegenden Gebäude spiegeln. Auf der Parkseite verstärkt sich die Beziehung zur Natur, wenn sich die Bäume spiegeln. Betritt man das Gebäude erscheint jedoch alles offen und transparent."

(Quelle: bauhaus-dessau.de)


Das in Barcelona ansässige junge Architekturbüro addenda architects konzipierte den Museumsbau als "Haus im Haus – ein schwebender Riegel aus Beton in einer gläsernen Hülle" und überzeugte damit die internationale Fachjury, die es letztendlich (aus der stattlichen Anzahl von weltweit 831 MitbewerberInnen!) siegen ließ. Das Haus - außen wie innen - wirkt klar, schlicht und zurückhaltend, vor allem aber formvollendet und in jeder Hinsicht funktional.


"Das Herzstück des Museums ist die Black Box im Obergeschoß. Sie ist ein aufgeständerter in sich geschlossener Kubus aus Stahlbeton. Konservatorisch begründet ohne Tageslicht bietet sie auf 1.500 Quadratmetern optimale klimatische Bedingungen für die Präsentation der empfindlichen Sammlungsobjekte. Sie ist circa 100 Meter lang, 18 Meter breit und schwebt fünf Meter über den Köpfen der Besucher. Für die Konstruktion orientierten sich addenda architects am Brückenbau. Die Statik reizten sie soweit wie möglich aus. So liegt der Kubus lediglich auf zwei 50 Meter voneinander entfernten Treppenkernen auf. Stützende Säulen dazwischen gibt es nicht. Die beiden Enden kragen circa 18 Meter aus. Darunter befinden sich auf der einen Seite im Norden die Kunstgutanlieferung sowie Büroräume und im Süden die Veranstaltungs­ und Vermittlungsräume."

(Quelle: dto.)


Und in der besagten Black-Box, in dem Kubus also, der fast vollständig - wie schon sein funktionaler Name (Black-Box) sagt - in Schwarz getaucht zu sein scheint, gibt es augenblicklich, wenigstens was seine erste große Ausstellung Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung betrifft, ein kräftiges oder (noch besser formuliert:) erkräftigendes, kraftvolles Orange, welches in um- und einrahmender Dominanz die Flut an ausgestellten Einzel-Exponaten lichtgebend korrespondiert; dennoch hat man den Eindruck, mit der allzu großen Vielzahl des hier Präsentierten überfüttert, überfordert also mit dem hier Zusehenden vollkommen übermästet zu sein...



Stühle über Stühle im neuen Bauhaus Museum Dessau | Foto: KE


Auch Elemente von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett kann man im Bauhaus Museum Dessau besichtigen. | Foto (C) KE


Und außerdem:


"Zwischen den Treppenkernen befindet sich im Erdgeschoß die Offene Bühne. Ein flexibel nutzbarer, multifunktionaler Bereich mit Foyer, Ticketing, Café und Shop sowie auf 600 Quadratmetern Raum für Wechselausstellungen. Die Arbeiten Lichtspielhaus von Lucy Raven (Kunst am Bau) und Arena von Rita McBride bilden darin ein Forum für Tanz, Konzerte, Theater, Performances, Diskurse, Gespräche, Vorträge, Filmscreenings und Begegnungen."

(Quelle: dto.)


Statdseitig vom BAUHAUS MUSEUM DESSAU (an der gegenüber befindlichen Kavalierstraße) gibt es ein unscheinbares Café, wo man auch dann draußen sitzen kann - falls man dort also Platz genommen haben sollte, lässt sich das in Glas geschälte Kronjuwel womöglich am gemütlichsten, so aus der nächsten Ferne her, beäugen und "vermessen".

Einfach schön.



Andre Sokolowski - 28. September 2019
ID 11702
BAUHAUS MUSEUM DESSAU
Mies-van-der-Rohe-Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Te.: +49-340-6508-250
Fax: +49-340-6508-226
service@bauhaus-dessau.de

Öffnungszeiten:
9 - 18 h (bis 31.10.2019)
10 - 17 h (ab 01.11.2019)

Tickets:
8,50 EUR / 5,50 EUR (ermäßigt)

Führungen
Mi + Sa | 13 h
nur für Individualbesucher (18.09.- 30.12.2019 )
7 EUR / keine Ermäßigung zzgl. Einzelticket
(bis 18 Jahre Führung frei!)
Gruppenführungen
tägl. 11, 14, 15 h


Weitere Infos siehe auch: https://www.bauhaus-dessau.de


http://www.andre-sokolowski.de

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