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Basel



Außenansicht des Kunstmuseums Basel | Foto: Stefan Bock



Das KUNSTMUSEUM BASEL ist Heimstatt für einige bedeutende Werke und Kunstsammlungen vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart. Mit dem Amerbach-Kabinett und seinen Kunstwerken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die bereits im Jahr 1661 von der Stadt angekauft wurde, besitzt Basel sogar die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt. Im Haupthaus am St. Alban-Graben sind in den Sälen für die Sammlung des 15. bis 19. Jahrhunderts Werke von so berühmten Renaissance-Künstlern wie Hans Holbein d. J. (Der tote Christus im Grab, 1521-22) Konrad Witz, Martin Schongauer, Lucas Cranach d. Ä., Matthias Grünewald, Hans Baldung Grien oder die niederländischen Barockmaler Rubens und Rembrandt versammelt. Das Museum verfügt ebenso über eine große Sammlung holländischer und flämischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Die Kunst des 18. und 19. Jahrhundert mit Werken der Romantik, des Symbolismus und französischen Impressionismus ist vertreten durch Künstler wie Cuno Amiet, Johann Heinrich Füssli, Paul Cézanne, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Camille Pissarro, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und den Schweizer Symbolisten Ferdinand Hodler, dessen Monumentalwerk Blick ins Unendliche (1913/14-1916) im oberen Foyer hängt.



Im Foyer/ Obergeschoss vom Kunstmuseum Basel: Blick ins Unendliche von Ferdinand Hodler (re.) | Foto: Stefan Bock


Bereits im Hof vor dem Eingang des Museums empfängt die Besucher ein berühmtes Kunstwerk. August Rodins Skulpturengruppe Die Bürger von Calais [s. Foto unten], ein Original-Bronzeguss von 1943. In den Umgängen vor den Ausstellungsälen präsentiert das Kunstmuseum gerade eine umfassende Arnold-Böcklin-Sammlung mit so berühmten Gemälden wie Selbstbildnis im Atelier (1893), Petrarca an der Quelle von Vaucluse (1867), Odysseus und Kalypso (1882), Die Toteninsel (Urversion von 1880), Die Pest (1898) oder Spiel der Nereïden (1886). Unter dem Titel "Böcklin begegnet" werden dem aus Basel stammenden Schweizer Symbolisten in zwölf Konstellationen Werke von Vorläufern, Zeitgenossen und unvermuteten Geistesverwandten wie Adolf von Hildebrand, Anselm Feuerbach, Albert Welti, Max Ernst, Edgar Degas, Félix Valloton und Cy Twombly gegenübergestellt. Ein interessanter Blick auf die künstlerische Verarbeitung von Mythen, symbolistischer Literatur und Seelenlandschaften.



Kunstmuseum Basel: Böcklins Die Toteninsel (Erste Fassung), 1880 | Foto: Martin P. Bühler

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Der 1931 bis 1936 nach Plänen der Architekten Paul Bonatz und Rudolf Christ entstandene neoklassizistische Museums-Hauptbau beherbergt im 2. Stock eine ebenso bemerkenswerte Sammlung von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts. Besonders die Säle mit Gemälden von Pablo Picasso, Georges Braque, Paul Klee, Max Ernst oder Werken des Schweizer Malers und Bildhauers Alberto Giacometti locken die Besucher an. Diese Werke stammen aus der 1940 ins Museum eingezogenen Emanuel-Hoffmann-Stiftung. Bereits 1939 kam es zu einem Ankauf von 21 Werken entarteter Künstler aus deutschen Museen, die von den Nationalsozialisten zum Verkauf ins Ausland bestimmt waren. Dazu gehören Oskar Kokoschkas Windsbraut, Franz Marcs Tierschicksale, Paula Modersohn-Beckers Selbstbildnis als Halbakt mit Bernsteinkette II oder Lovis Corinths letztes Gemälde Ecce Homo. Unter dem Titel Zerrissene Moderne wird sich ab 22. Oktober eine Ausstellung mit den Basler Ankäufen entarteter Kunst befassen. Weitere Künstler der Moderne sind Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Schlemmer, Egon Schiele, Alexej von Jawlensky, Hans Arp, Sophie Taeuber, Piet Mondrian, Theo van Doesburg, Antoine Pevsner, László Moholy-Nagy, Le Corbusier Walter Bodmer u.a.

Dem Maler Marc Chagall widmet das Kunstmuseum Basel ebenfalls eine kleine Kabinett-Ausstellung. Unter dem Titel "Ich hätte gerne einen typischen Chagall" soll hier der Einfluss verschiedener privater Sammlerinnen und Sammler auf den Durchbruch von Marc Chagall (1887–1985) gezeigt werden. Die unterschiedlichen Interessen der Sammler galten da entweder Chagalls jüdisch-mythischen Sujets, oder die avantgardistische und surrealistische Note seiner Werke, die Chagall zu einem bedeutenden Künstler der Klassischen Moderne machten. Besonders beeindruckend sind hier die drei aus der Stiftung im Obersteg stammenden in Form und Farbe recht unterschiedlichen Portraits Der Jude in Grün; Der Jude in Rot und Der Jude in Schwarz-Weiß aus dem Jahr 1914. Aber auch das Frühwerk Meine Braut mit schwarzen Handschuhen aus dem Jahr 1909 überrascht den Chagall-Kenner.

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Ein weiterer Fixpunkt des Kunstmuseum Basel sind die Werke von Pablo Picasso u.a. aus der Sammlung Karl Im Obersteg, die 1967 durch eine großzügige Schenkung des Malers mit vier Werken aus seinem Pariser Atelier aufgewertet wurde. Grund war der Einsatz der Basler Bevölkerung, die in einem Volksentscheid (das sogenannte „Picasso-Wunder von Basel“) für den Ankauf zweier Werke des Leihgebers Staechelin stimmten, die sonst vom Hauptaktionär einer in Schieflage geratenen Schweizer Airline ins Ausland veräußert worden wären. So kann sich Basel glücklich schätzen, neben der Foundation Beyeler im Vorort Riehen über eine bemerkenswerte Auswahl an Werken Picassos zu verfügen. Darunter Werke wie Arlequin assis (1923), Homme, femme et enfant (1906), Les Deux Freres (1906), die Spätwerke Venus und Amor und Le couple (1966) oder Buveuse d'absinthe (1901), das mit Femme dans la loge auf der Rückseite ein weiteres Werk Picassos zeigt.

Noch bis vor kurzem zeigte das KUNSTMUSEUM BASEL im gegenüberliegenden Erweiterungsbau, der 2016 nach Plänen des Architekturbüros Christ & Gantenbein fertiggestellt wurde, die große Doppelausstellung Picasso - El Greco, in der die jahrelange Auseinandersetzung Pablo Picassos (1881-1973) mit dem Werk des auf Kreta geborenen und Italien und Spanien wirkenden Barock-Malers El Greco (1541-1614) beleuchtet werden sollte.  Um Werke Picassos aus der Basler Sammlung wurden hochkarätige Leihgaben aus aller Welt versammelt und thematisch zum Vergleich neben Zeichnungen und Gemälde El Grecos gehängt. Nachdem der im 16. Jahrhundert zu Ruhm gelangte Meister des spanischen Manierismus fast 300 Jahre vergessen war, kam es Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer El Greco-Renaissance unter den Avantgarde-Künstlern. An Picassos Werken lässt sich gut erkennen, wie sich der Spanier in allen seinen Phasen immer wieder an Sujets, Formen und Details des Altmeisters abarbeitete. Ähnlich wie in den Werken zu Gemälden des spanischen Hofmalers Velázquez lassen sich Bezüge zu El Grecos individueller Malweise mit seinen überlangen Körperproportionen und einer fast schon expressiven Farbigkeit erkennen. Ein umfangreicher Katalog vertieft diese interessante Gegenüberstellung von Meisterwerken beider Künstler.

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Ebenfalls im Neubau befindet sich neben bedeutenden Werken der europäischen Nachkriegsmoderne auch eine Sammlung ausgewählter Werke der US-amerikanischen Nachkriegskunst vom abstrakten Expressionismus bis zur Pop Art von bekannten Künstlern wie Jackson Pollock, Jasper Johns, Roy Lichtenstein und Andy Warhol. Da Künstlerinnen bis heute in großen Sammlungen immer noch unterrepräsentiert sind, beschäftigt sich eine aktuelle Ausstellung unter dem Titel Fun Feminism mit dem Thema Humor, Komik und Satire als Stilmittel künstlerisch-feministischen Haltung und Aktivismus im Werk von Gegenwartskünstlerinnen. Mit dabei sind u.a. die Guerrilla Girls, Pipilotti Rist, Martha Rosler, Cindy Sherman, Rosemarie Trockel und Melanie Jame Wolf.



Kunstmuseum Basel: Auguste Rodin, Die Les bourgeois de Calais (1884-1889, Guss 1942-43) | Foto Martin P. Bühler


Stefan Bock - 8. Oktober 2022 (2)
ID 13845
Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 8
CH-4010 Basel

Öffnungszeiten

Mo | geschlossen
Di, Do-Sa | 10 - 18 h
Mi | 10 - 20 h

Tickets
- 26 CHF (für Erwachsene ab 20 J.)
- 8, 13, 18 CHF (für Ermäßigungsberechtigte)
- diverse Sonderpreise und Ermäßigungen


Weitere Infos siehe auch: https://kunstmuseumbasel.ch


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