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Ausstellung

Wandbilder von

Sol LeWitt

im Jewish Museum of Belgium


Sol LeWitt: Wall drawings, works on paper, structures (1968-2002) im Jewish Museum of Belgium - Incomplete Open Cube 8/10, 1974; Fondation Jeanne & Charles Vandenhove | Foto: Christa Blenk

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Der amerikanische Minimal- und Konzeptkünstler Sol LeWitt (1928-2007) gehörte ab den 1960er Jahren zu den Trendsettern und Pionieren in der Konzept- und Minimalkunst und war Teilnehmer an der documenta 4, 5, 6 und 7. Seine filigranen, oft schlichten, weißen Konstruktionen und architektonischen Raumstrukturen aus Holz oder Metall erinnern an das Bauhaus und die niederländische Künstlervereinigung De Stijl. LeWitt selber definiert seine Kunst als „begrifflich“ und stellt sie so der „Wahrnehmungskunst“ gegenüber.

Die Wandbilder im JEWISH MUSEUM OF BELGIUM in Brüssel wurden direkt auf die Mauern aufgetragen. Es handelt sich hierbei um ein Projekt, bei dem 14 Kunststudenten aus verschiedenen belgischen Kunsthochschulen zusammen mit Mitarbeitern des LeWitt Studio die Werke genau nach seinen Vorgaben und Anleitungen angebracht haben. Zwei Wochen haben sie z.B. mit Bleistiften am Wall Drawing #138 gearbeitet. Diese Wandzeichnung wurde vor 50 Jahren für eine Brüsseler Galerie konzipiert und damals gezeigt. Da die Mauer nicht 100 Prozent quadratisch ist, mussten die Studenten zuerst das Zentrum festlegen, dann wurden Fäden gespannt und Punkte gesetzt. Immer wieder, bis das Ergebnis passte.



Sol LeWitt: Wall drawings, works on paper, structures (1968-2002) im Jewish Museum of Belgium - Ausstellungsraum mit Wandbilder und Skulptur | Foto: Christa Blenk


Sol LeWitt hat zwischen 1968 und 2007 an die 1.200 Wall Drawings entworfen. Sie sind eine Hommage an die italienischen Renaissance-Fresken. Die Wandzeichnungen wurden für einen bestimmten Raum oder ein bestimmtes Museum konzipiert und verschwanden mit dem Ende der Ausstellung. Um sie aber weiterhin am Leben zu erhalten, entwickelte er dieses Konzept und überließ die Ausführung anderen. Somit konnten die Bilder jederzeit an jedem passenden Ort wieder auferstehen. Für LeWitt waren Idee und Konzept die bedeutenden Bestandteile der Kunstwerke. Ähnlich wie Musiker, die die Noten eines Komponisten spielen, werden seine Ideen und Konzepte von fähigen Studenten oder Assistenten auch nach seinem Tod ausgeführt. Meist handelt es sich bei den Wandzeichnungen um elementare, geometrische Formen, die aber durchaus auf komplexere Formen erweitert werden können. LeWitt hat die Kombinationsmöglichkeiten erforscht und umgesetzt. Eine rigorose Befassung mit Maßen, Proportionen und Wandformaten ist Voraussetzung. Auch die Vorbereitung der Wände mit der Auftragung von mehreren Farbschichten ist Teil des künstlerischen Aktes. Bei Bleistiftzeichnungen ist meist eine dünne Gipsschicht die Unterlage. Anschließend werden die Wände abgeschliffen.



Sol LeWitt: Wall drawings, works on paper, structures (1968-2002) im Jewish Museum of Belgium - Ausstellungsraum | Foto: Christa Blenk


Christa Blenk - 13. Juli 2022
ID 13711
Der in Hartford/Connecticut geborene Künstler Sol LeWitt stammte aus einer jüdischen Immigrantenfamilie aus Russland. Berührungsängste kannte er nicht und hat 1979 mit der Choreografin Lucinda Childs und Philip Glass das minimalistische Stück Dance entwickelt. Heute ein Klassiker des postmodernen Tanzes.

Die Ausstellung Wall drawings, works on paper, structures (1968-2002) ist übersichtlich und noch bis zum 31. Juli 2022 im Jüdischen Museum in Brüssel zu sehen.

Das Museum befindet sich im Brüsseler Zentrum, in der Nähe des Sablon-Platzes.
Im Hauptgebäude werden permanent Exponate, Möbel, Bilder und Filme über die jüdische Kultur gezeigt. Auch vier Bilder von Felix Nussbaum hat das Museum.


Weitere Infos siehe auch: https://www.mjb-jmb.org/


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