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DVD-Besprechung

Masters of German Art

Dokumentation / Regie: Reiner E. Moritz
Arthaus Musik




500 Jahre der deutschen Porträtmalerei in 10 mal 10 Minuten

Die Dokumentation Masters of German Art von Reiner Moritz stammt ursprünglich aus dem Jahr 1991 und wurde diesen Winter im Arthaus Musik Verlag neu aufgelegt. Die insgesamt 100 Minuten Laufzeit teilen sich in zehn Kurzepisoden auf, die jeweils einem Künstler oder einer Künstlerin der deutschen Bildenden Kunst gewidmet sind. Dabei ist anzumerken, dass es sich ausschließlich um Porträt-Künstler handelt. Dennoch darf Caspar David Friedrich nicht fehlen – so eröffnet der Beitrag über den vorwiegend für seine Landschaftsmalerei bekannten Romantiker eine neue Perspektive auf sein Werk. Davon abgesehen weckt die Künstlerauswahl den Eindruck, als ob deutsche Kunst im Wesentlichen aus zwei Polen bestünde: Religiöse Szenen der Renaissance und durch Krieg und Armut geprägten Realismus.

Vertreter für ersteren ist zum einen Matthias Grünewald, der mit seinem Isenheimer Altar Maßstäbe setzte. In einer ähnlichen Tradition stehen Albrecht Altdorfer und Lucas Cranach, die beide mit Dürer verglichen werden. Diesem jedoch wurde kein eigener Beitrag zugesprochen. Zudem findet Hans Holbein der Jüngere seinen Platz unter den Künstlern des 16. Jahrhunderts. Als Hofmaler Heinrich des Achten auch über die Grenzen Deutschlands hinweg geschätzt, porträtierte Holbein neben Heiligen auch Prominenz. Etwas aus dem Rahmen fallen die in der zeitlichen Einordnung späteren Madonnen und Gewandfiguren Franz Ignaz Günthers, mit ihrer ausdrucksstarken Mimik, die die Kirchenlandschaft Bayerns nachhaltig im Stil des Rokoko prägten.

Einen starken Kontrast zu diesen vorwiegend religiösen Arbeiten setzen die vorgestellten Werke von Otto Dix, Ernst Barlach und Käthe Kollwitz. Diese beschäftigen sich mit den Menschen, die nicht unbedingt gesegnet wurden mit Glanz und Glorie. Das mag an der Zeit liegen – geprägt von Krieg, Wiederaufbau, Krieg und der parallel dazu verlaufenden Industrialisierung. Dennoch gehen alle drei Künstler verschieden mit diesen Erfahrungen um: Dix mischt in seinen Realismus eine Prise magische Wirklichkeit, Barlach besinnt sich in seinen Holzschnitzereien zurück auf die Gotik und verleiht ihr einen expressiven Aspekt. Die Dokumentation schließt mit einem Beitrag zu Käthe Kollwitz, leider die einzige ‚Meisterin der deutschen Kunst‘, die mit ihren Werken Kunst für die breite Masse schuf und so den Spagat zwischen Kunst und Populärkultur meisterte.

Etwas verloren irgendwo zwischen diesen beiden Polen schwebt Johann Heinrich Wilhelm Tischbein mit seinem „Goethe in der Campagna“. Beinahe scheint es, als ob er seinem Porträtierten die Aufnahme in diese Sammlung zu verdanken hat. Seine Fähigkeiten sind dennoch nicht anzuzweifeln.

Masters of German Art ist Teil einer Dokumentationsreihe, die sich als Beiträge aus einer großen Kunstenzyklopädie versteht. Häppchenweise Kunstwissen für den modernen Zuschauer – kein Wunder, dass diese Dokumentationen im Youtube-Zeitalter neu aufgelegt werden. Und trotzdem sind sie auch für diejenigen, die ein gutes Lexikon im Regal zu schätzen wissen.


Lisa Krawczyk - 15. Februar 2013
ID 00000006567


Siehe auch:
http://arthaus-musik.com/en/dvd/neuerscheinungen/media/details/masters_of_german_art.html


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