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Kultura-Spezial


Ein Rückblick auf die Berliner Funkausstellung 2013





Schärfer, schlauer und bequem

Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin sind zahlreiche Auszeichnungen vergeben worden, darunter die Lifestyle-Awards der Computerfachzeitschrift Chip, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiert. Da die Chip-Leserschaft über die Mehrzahl der Preise per Onlineabstimmung entscheidet, gelten sie als aussagekräftiger Gradmesser über die Popularität von elektronischen Geräten. Ähnlich wie im vergangenen Jahr gewann der koreanische Hersteller Samsung mit seinen Produkten in den Sparten TV und Smartphone, Apple in der Kategorie Tablet-PC und die Telekom - nach umfangreichen technischen Tests - als Anbieter des leistungsfähigsten Mobilfunknetzes. Der japanische Sony-Konzern erhielt für sein neues Kamerazubehör, das auf Smartphones aufgesteckt werden kann, die Cybershot QX10 und QX100, den Innovationspreis. Chip-Chefredakteur Josef Reitberger und seine Fachjury sahen zur der diesjährigen IFA nicht allzu viel Auswahl in Sachen technologischer Innovation.

Ansonsten präsentierte sich in den Messehallen eine rundum smarte IFA, mit vernetzten Smart Cities, Smart Cars, Smart Homes und Smart Living mit Smart Energy und Smart TVs. Smarte, sich selbst verwaltende Systeme verbinden die unterschiedlichen Lebensbereiche: elektronischen Freizeit- und Haushaltsgeräte, aber auch deren Energieversorgung, die Sicherheits- und die Gebäude- bis hin zur Fahrzeugtechnik. Die integrierte, smarte Technik suggeriert, dass die Geräte sich eigenverantwortlich verhalten und uns bedienen - solange die Stromzufuhr hält. Und die Nutzer können ihre mobilen Endgeräte wie eine Fernbedienung einsetzen, um die einzelnen Komponenten dieses Heimnetzwerkes bequem auch von unterwegs zu steuern.

Die vollautomatische Strukturierung, Verknüpfung und Auswertung anfallender digitaler Datenmengen benötigt die Logistik telematischer Systeme. Erstmals diskutierte auf der IFA eine Expertenrunde Fragen aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen der Telematik, der Immobilien-, Fahrzeug-, Sicherheits- und Klinik-Telematik.

Präsentiert wurden Beispiele anwendbarer Software in der TecWatch-Halle der IFA. Dort werden die Technologielösungen „für die Märkte von morgen“ vorgestellt, die auf neuesten Forschungen von Privatfirmen, Instituten oder Hochschulen basieren und auch dem interessierten Laien einen Blick in die Zukunft erlauben. Stark vertreten ist wie immer das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, deren Mitarbeiter unter anderem ein Bildbearbeitungsverfahren entwickelt haben, dass ohne 3D-Brillen räumliche Darstellungen ermöglicht und mehr Flexibilität beim dreidimensionalen Fernsehen im Wohnzimmer erlaubt, weil die 3D-Effekte stufenlos aus jeder Betrachtungsentfernung zum Bildschirm wahrnehmbar sind. Die Anschubfinanzierung für diese einstmals als reine Spielerei und Zusatzfunktion angedachte Technologie war bereits so kostspielig, dass die Konzerne und Hollywoodstudios schon deswegen 3D als zukünftigen Standard durchsetzen werden und ständig weiterentwickeln.

Gute Nachrichten für Verbraucher, die daran denken, sich mit neuer Unterhaltungselektronik auszustatten: Wenn auf den neuen Flachbildschirmen etwas angeschaut wird, erscheint dies zukünftig kristallklar, kontrastscharf und mit einem erstaunlichen Farben- und Detailreichtum, der den des menschlichen Auges bei weitem übertrifft. Denn die neue, extrem hochauflösende Ultra HD-Technik ermöglicht eine immense Auflösung und Tiefenschärfe zum Beispiel auf gigantischen Geräten mit 85 Zoll Bildschirmdiagonale. Dazu lässt sich ironisch kommentieren, dass Ultra HD auch in kleinen Wohnungen gut funktioniert, da die Bilder aus einem geringen Abstand zwischen Zuschauer und Gerät gleichmäßig scharf erscheinen. Doch egal, welchen Platz der Kunde zur Verfügung hat: durch die digitale Vernetzung sind alle Zuspielgeräte an den TV Bildschirm anschlussfähig, auf dem dann auch die mit Analogtechnologie geschossenen, entsprechend eingescannten oder digital umgewandelten Fotos und Filme in einer hochauflösenden Pixelgröße wiedergegeben werden können.




CHIP-Preisverleihung: symbolhafte Szene zur Verbindung von Arbeit und Freizeit - Foto (C) Max-Peter Heyne

Das schnelleste Elektroauto der Welt bringt es als Einsitzer auf über 300 PS - Foto (C) Max-Peter Heyne

Ansturm der Journalisten zu den Shows der Konzerne - Foto (C) Max-Peter Heyne



Um außerdem von fremden Betriebssystemen unabhängiger zu sein, setzen die großen Konzerne verstärkt auf die zukünftige, markeneigene Vernetzung ihrer Produktfamilien (Connectivity), wie z.B. der japanische Panasonic-Konzern. Er bietet für seine Geräte eine Cloud Based-Technology mit entsprechenden Applications. Mit dem so genannten „Cameramanager - eine eigens für Panasonic-Geräte entwickelte Servicesoftware - kann ein Nutzer auch ohne einen Computer über eine so genannte Daten-Cloud sekundenschnell qualitätsvolle Videobilder abrufen, die weltweit von Panasonic-Kameras aufgenommen wurden.

Die Cloud, eine Auslagerung der persönlichen Daten, erfordert im Angesicht neuer Ausspähungsskandale ganz besondere Verschlüsselungs- und Sicherheitsmaßnahmen, aus dessen Nachfrage derzeit ein neuer Programmierungsindustriezweig entsteht. Damit wird für die Hersteller die technologische Infrastruktur ein immer wichtigerer Faktor, um dem hochmobilen Nutzer bequemen Zugriff auf möglichst viele Inhalte an allen Orten mit allen Geräten des Anbieters zu ermöglichen.

Auf dem internationalen Medienkongress diskutierten der Medienwissenschaftler Eli Noam von der New Yorker Columbia University und sein deutscher Kollege Jo Groebel, was diese Technologie für das Fernsehen der Zukunft bedeutet. Wenn der Nutzer stärker über Clouds bei Inhalteanbietern auf Bewegtbilder und nicht mehr auf das klassische Programm traditioneller Sender zugreift, dann werden sich nach Auffassung Noams und Groebels Angebote noch weiter spezialisieren, die Zuschauer über Internetsuchmaschinen mit ihren Filtersystemen und Playlist-Vorschlägen abfragen. Damit wird nicht mehr das produziert und angeboten, von dem Senderredakteure vermuten, es könnte populär sein. Sondern es wird ein extrem diversifiziertes Spartenfernsehen geben, bei dem die Wünsche von Zuschauer-Communities mit denselben kulturellen Interessen die Nachfrage steuern. Diese Communities ergeben weltweit immer neue Gruppierungen, sodass auch das nationale Fernsehen an Bedeutung verlieren wird, so Eli Noam.

Dafür sind aber in Zukunft noch mehr elektronische Breitbandkapazitäten nötig, was die Übertragungsprobleme und die Machtkämpfe zwischen Content- und IT-Dienstleistern verschärft. Als Regulierungsinstanz für diese Auseinandersetzungen werden die nationalen Regierungen nach Auffassung der Medienexperten weiterhin unverzichtbar sein.


Gabriele Leidloff / Max-Peter Heyne - 16. September 2013
ID 7151

Weitere Infos siehe auch:


Post an Max-Peter Heyne

Post an Gabriele Leidloff



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