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Betreff: Harry Potter

Von Tim Farin und Christian Parth



Es war der 31. Juli 1991, als Harry Potter in Gesellschaft von Rubeus Hagrid sein Bankgeheimnis lüftete. Gemeinsam mit dem spitzohrigen und überaus mürrisch dreinblickenden Goblin Griphook stieg der junge Zauberer hinab in die finsteren Kellerhöhlen der Gringotts Bank. Dort befindet sich der gesamte Reichtum der magischen Welt, standesgemäß bewacht von Drachen und nahezu unknackbaren Zaubersprüchen. „Die Gringotts Bank ist der sicherste Ort der Welt“, sagt Hagrid.

Wie viel Geld Harry Potter genau sein Erbe nennen darf, bleibt geheim. Zumindest ist er so reich, dass er ganz ohne große Hexerei allein von den Zinsen ein unbeschwertes Leben führen könnte. Im Internet spekuliert die Fangemeinde sogar, dass der Ur-Bösewicht Lord Voldemort einst Potters Eltern auch ums Eck gebracht hatte, um an ihre unermesslichen Reichtümer zu kommen.

Auch abseits der Zauberwelt dreht sich bei Harry Potter inzwischen eigentlich alles ums Geld. Diese Woche kommt der sechste Film in die Kinos, das siebte Buch aus der Feder von Joanne K. Rowling liegt druckfrisch in gut bewachten Lagern irgendwo im Königreich Großbritannien. Die Buchhändler rechnen auch dieses Mal wieder mit Millionen von hysterischen Potteristen, die ihre Geschäfte lange vor der Öffnung belagern. Autorin Rowling, ehemalige Sozialhilfeempfängerin, ist mit einem geschätzten Vermögen von 800 Millionen Euro die reichste Frau der Insel, noch vor der Queen. Eine märchenhafte Geschichte.

Nicht nur Rowling könnte ein paar emsige Goblins zum Geldzählen gut gebrauchen. Um den zaubernden Brillenträger herum hat sich eine Milliardenindustrie entwickelt. Potter-Darsteller Daniel Radcliffe hatte für den ersten Film im Jahre 2001 knapp 90.000 Euro bekommen, für den jüngsten Streifen „Harry Potter und der Orden des Phönix“ waren es 10 Millionen. Je mehr fantasiegetränkter Seiten und Mysterien die blonde Britin aus ihren Gehirnzellen hervorzaubert, umso heißer reiben sich die Manager jener Konzerne die Hände, die mit der „Potter“-Mania Umsatz machen. Laut Forbes bringen Potter-Produkte weltweit rund eine Miliarde Dollar im Jahr ein, Tendenz deutlich steigend. Wichtigster Markt sind die USA, aber auch Asien ist verzaubert. So fand die Weltpremiere des neuen Films vor zwei Wochen in Tokio statt.

Der CNN-Finanzredakteur Paul R. La Monica hat ausgerechnet, dass alle Aktiengesellschaften mit Verbindung zu Harry Potter im laufenden Jahr bereits durchschnittlich elf Prozent Kursgewinne verzeichnen, 3,4 Prozent mehr als der Index S&P 500. Der Videospiele-Marktführer Electronic Arts beispielsweise jubelt seit Jahren über gigantische Nachfrage für Potter-Games. Zehn Millionen Mal verkaufte sich beispielsweise das Spiel „Harry Potter and the Chamber of Secrets“. Und seit kurzem sprudeln EA dank des neuesten Games wieder Abermillionen in die Tresore. Auch Spielwarenhersteller Mattel und Süßwaren-Produzent Hasbro spüren die Magie. Lego verkauft die neueste Miniaturausgabe des Internats Hogwarts für 129,99 Euro. Für Hartgesottene findet sich auch der vergoldete Zeitumkehrer von Harry Freundin Hermine, eine Skulptur der Eule Hedwig unf ein Gehstock mit Schlangenkopf, Modell „Lucius Malfoy“, 120 Euro.

Der globale Buchstaben-Multi Amazon kassiert allerdings am kräftigsten, obwohl er die Bücher zum Schleuderpreis verhökert. Er hat allein in den USA mehr als 1,1 Millionen Vorbestellungen für das neue Buch erhalten, weltweit sind es mehr als 1,6 Millionen. Von diesem Reibach können niedergelassene Buchhändler in Großbritannien und den USA nur träumen. Supermärkte haben angekündigt, „Harry Potter and the Deathly Hallows“ für die Hälfte des empfohlenen Ladenpreises zu verschleudern. Die Händler fürchten ein exorbitantes Verlustgeschäft. Hinzu kommen die Plagiate aus China und Indien. Dort treibt Potter in mindestens 15 gefälschten Büchern sein Unwesen.

Im neuesten Original werden gleich zwei geliebte Figuren ihr Leben lassen. Für die britische Buchhandelskette Waterstone`s Grund genug, eine Hotline für traumatisierte Teenager einzurichten. Vielleicht wird auch so mancher Manager zum Hörer greifen.

Tim Farin, Christian Parth, 12. Juli 2007
ID 3354
Tim Farin und Christian Parth
Büro für Stilsicherheit
Lichtstraße 38
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0221 933 4207
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