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Offener Brief

Zu den Vorkommnissen infolge des Tagesspiegel-Artikels „Gegen Israel – mit öffentlichen Geldern“ von Johannes C. Bockenheimer (20.10.2016)


Sehr geehrte Damen und Herren,

jetzt ist es offiziell: Der Tagesspiegel-Artikel „Gegen Israel – mit öffentlichen Geldern“ (20.10.16) von Johannes C. Bockenheimer enthält unwahre Tatsachenbehauptungen. Gegen die im Tagesspiegel-Artikel geäußerten Unterstellungen wurde vor dem
Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung erwirkt, in deren Folge der Tagesspiegel den Artikel endgültig sperren muss. Die Workshopleiterin hatte eidesstattlich versichert, dass die Zitate des Journalisten falsch seien. Insbesondere die Legitimierung von Gewalt sei von dem Journalisten erfunden worden. Das Gericht bestätigte, dass dies die Workshopleiterin in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Der Tagesspiegel hat auf einen
Widerspruch vor Gericht verzichtet.

Das Ballhaus Naunynstraße war mit einer Medienkampagne konfrontiert, die darauf abzielte, ein öffentlich gefördertes, erfolgreiches Festival im Nachhinein zu diskreditieren. Auslöser waren die in dem Tagesspiegel-Artikel geäußerten Vorwürfe und
Diffamierungsversuche, die sehr schnell und ungeprüft mediale Verbreitung fanden.

After the last Sky war ein lang vorbereitetes, mit Theater, Film, Konzerten und bildender Kunst inhaltlich wie formal breit aufgestelltes Festival palästinensischer Kunst - renommierte palästinensische Künstler*innen aus aller Welt kamen zu dieser Gelegenheit nach Berlin. Entsprechend unserem Ansatz, Communities, Perspektiven, Stimmen, die in Medien und Institutionen der Mehrheitsgesellschaft wenig Raum haben, ein Forum für ihre künstlerischen Ansätze zu geben, haben wir mit After the Last Sky unser Haus für eine der größten Communities in Berlin geöffnet und ein in dieser Weise in Europa einzigartiges Festival ausgerichtet. Es gelang unter positivem Zuspruch von Publikum und Presse, wenig bekannte künstlerische Positionen und kritische, antirassistische, feministische, queere Perspektiven zu zeigen.

Unter dem Eindruck der diffamierenden Medienberichte solidarisierten sich u.a. die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ sowie eine ganze Reihe von in Berlin ansässigen, israelischen und jüdischen Kulturschaffenden mit dem Ballhaus Naunynstraße und den Kuratorinnen des Festivals. Sie äußerten ihre Besorgnis darüber, dass kritische Stimmen zu Israels Politik im Israel-Palästina-Konflikt von Journalist*innen, Organisationen und Politiker*innen als unsachlich und einseitig gebrandmarkt und zum Schweigen gebracht würden. Damit würde das Recht auf freie Meinungsäußerung bedroht.

In einer Pressemitteilung erklärte der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten Tim Renner nach eingehender Prüfung schließlich, dass es keinen Nachweis für die in den Medien zitierten Äußerungen gibt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden wir von keiner/keinem Journalist*in für ein Interview angefragt, um die Perspektive des Hauses zu erfahren und darzustellen.

Dieser illegitime Angriff eines Journalisten sowie die ungeprüfte Verbreitung durch andere Medien haben uns massiv erschüttert. Über die politischen Motive hinter dieser Kampagne
kann man spekulieren. Aber angesichts dieser aggressiven Diskreditierung unserer Arbeit sowie des zunehmenden Einflusses rechter Positionen sehen wir eine generelle Gefährdung unseres kulturellen und künstlerischen Ansatzes.

Gemeinsam mit Unterstützer*innen betonen wir die elementare Bedeutung einer freien und offenen Gesellschaft, die Menschenrechte, Gleichberechtigung und Teilhabe in den
Mittelpunkt stellt. Kunst, als öffentliche Aufgabe, kommt dabei eine wesentliche Rolle zu.

In diesem Sinne bleiben wir standhaft,

Wagner Carvalho
Wagner Carvalho - Offener Brief v. 06.12.2016
ID 9730
Weitere Infos: http://www.ballhausnaunynstrasse.de



 

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