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Buchkritik

Die Mutter

der Zitrone



Bewertung:    



Es ist ein wahres Schmuckstück. Das kleine Buch der Zitruspflanzen ist innen wie außen ein Hingucker. Drei Zitronen auf zartgrünem Hintergrund zieren den Titel, der Einband besteht aus zitronengelbem Stoff, hinten dann eine angeschnittene Zitrone. Das macht Lust auf Zitronenlimonade und mehr. Innen geht es weiter mit Reproduktionen von Gemälden mit Zitruspflanzen: Apfelsinenbäume, Orangerien, Stillleben mit Zitrusfrüchten, eine Pampelmuse in Surinam, gemalt von Maria Sibylla Merian im Jahr 1705. Die Bilder sind ein Augenschmaus, und die dem Buch beigefügten Rezepte „Vom Canard à l´orange bis zur Mandarinen-Frangipane“ (S. 70-99) lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Es ist schön in diesem Buch zu blättern, und dabei erfährt der Leser viel Wissenswertes über Zitrusobst. Wo stammen die Früchte her und wie sind sie entstanden? Seit 4.000 Jahren werden die duftenden Früchte kultiviert. Dabei waren die Pampelmuse, die Zitronatzitrone und die Mandarine die Arten, von denen die anderen abgeleitet wurden.


„Bereits die Bitterorange (Citrus aurantium) ist eine Kreuzung von Pampelmuse und einer Mandarinensorte. Die Zitrone ist, wie die Bergamotte, das Produkt einer Kreuzung von Zitronatzitrone und Bitterorange. Die Orange entstand aus der Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse, die Clementine aus Mandarine und Orange. Die unzähligen Sorten von Blond-, Halbblut- und Blutorangen sind Mutanten, die von Menschen selektioniert und durch Pfropfreiser vermehrt wurden. Die Tatsache, dass sich Mutanten und Bastarde miteinander kreuzen lassen, macht den Überblick über die Verwandtschaftsverhältnisse der Zitrusfrüchte nicht einfacher.“ (S. 18)


Wenn es um die wissenschaftlichen Details geht, erlaubt sich das Autorenehepaar ein paar nicht erklärte Fremdworte, da ist außerdem vom Mesokarp und von Fruchtschläuchen die Rede (S. 17). Hier wäre sicher eine erklärende Zeichnung angebracht, aber die Bilder sind weitgehend der Ästhetik geschuldet, die reproduzierten Originale sind liebevoll zusammengesucht, erläutern aber nur bedingt den Text.

Und wir lernen einige Kuriositäten kennen - wie einige Spielarten der Zitronatzitronen, die mit ihren ungewöhnlichen Formen nicht nur überraschen, sondern mit ihren dicken weißen Schalen bis zu zwei Kilogramm auf die Waage bringen können.

Nach der Lektüre des Buches kann man Zitrusfrüchte mit anderen Augen sehen. Wir erfahren, welche Rolle sie in der Parfümindustrie spielen und erhalten wertvolle Tipps zum Kultivieren der eigenen Zitrusbäumchen. Und wer sich an den manchmal etwas eigenartigen Formulierungen des Schweizerdeutsches nicht stört (z.B. ein pfannenförmiger Rezipient beschreibt das Unterteil eines Tajinegefäßes, S. 86) hält mit dem buntbebilderten Buch und den umfassenden Informationen wirklich ein Kleinod in den Händen.
Ellen Norten - 19. März 2017
ID 9920
Mina & Andreas Honegger | Das kleine Buch der Zitruspflanzen
Geb., 144 S.
EUR 18,00
Elisabeth Sandmann Verlag 2017
ISBN 978-3-945543-30-6

Weitere Infos siehe auch: http://www.esverlag.de/index.php/features/product/124-das-kleine-buch-der-zitruspflanzen


Post an Dr. Ellen Norten



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