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Bildband

Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk



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Hieronymus Boschs Bilder sind so rätselhaft wie populär. Er war seiner Zeit so weit voraus, dass er jahrhundertelang nicht einzuordnen war. Seine Bilder, die etwa zwischen 1470 und 1516 entstanden sind, zeigen bizarre Dämonen und Fabelwesen. Im Taschen-Verlag ist nun ein neuer, opulenter Bildband [Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk] über den faszinierenden Maler erschienen: In dem gewichtigen Buch, analysiert der Bosch-Experte Stefan Fischer die Bildwelten des Malers und ergründet ihre Bedeutung.

Hieronymus Bosch stammte aus einer Malerfamilie. Sein Urgroßvater, Großvater, Vater, drei Onkel und zwei Brüder waren ebenfalls Maler. Hieronymus Bosch war ohne Zweifel der bekannteste und angesehenste Maler in der Familie.

Im Jahre 1478 heiratete er die reiche Aleyt Goyaert van de Mervenne, so dass er von nun an ohne finanzielle Sorgen leben konnte. 1487 wurde er zum ersten Mal als „freier Maler“ in den Registern der Malerzunft erwähnt. Ihm wurde schon früh großes Ansehen zuteil, und er erhielt reichlich Aufträge von der Kirche und später von Philipp dem Schönen, Margarethe von Österreich, die Statthalterin der Niederlande war, und nicht zuletzt von König Philip II. von Spanien. Die Bilder Boschs wurden wegen der großen Nachfrage schon zu seinen Lebzeiten oft gefälscht. Er starb im August 1516 in seiner Geburtsstadt s'Hertogenbosch.


Seiner Zeit weit voraus


In der Kunstgeschichte galt der Maler lange als „Der Fall Bosch“; so recht wusste man nichts mit ihm anzufangen. Ein paar hundert Jahre lang war er sogar ganz vergessen, biografische Informationen gibt es kaum, und sein Werk passt eigentlich nicht so recht in seine Zeit.

Die Malerei der Spätgotik und frühen Renaissance fand eher Gefallen am Realismus und der Anmut, Bosch hingegen ließ eine groteske Höllenbrut auf den Betrachter los: abscheuliche Hybridwesen aus Mensch und Tier, bucklige Dämonen, Kreaturen mit Vogelleibern und Brillen, seltsame Baummenschen und andere bizarre Gestalten, für die Bosch, wie man heute weiß, kaum auf Vorbilder aus der Mythologie hatte zurückgreifen können. Sie alle werden losgelassen auf Menschen, die freudlose Orgien in einer Albtraumkulisse feiern. Und doch war Bosch zu seiner Zeit ein angesehener Künstler und hatte Bewunderer in höchsten Kreisen; Philipp der Schöne etwa oder Margarete von Parma, Regentin der Niederlande, waren offenkundig von dieser einzigartigen Bildwelt fasziniert.


„Schöpfer der Teufel“


Die meisten seiner Gemälde arbeiten mit biblischen Themen und stecken voller Fantasiewesen und Doppelbedeutungen. Dies führte zu seinem Spitznamen „Schöpfer der Teufel“. Seine bekanntesten Bilder sind Weltgericht, Der Heuwagen und Der Garten der Lüste, in denen er die Abgründe des Menschseins und den damit einhergehenden Sittenverfall schilderte, indem er dämonische Wesen oder bizarre, traumhafte Szenen abbildete. Wissenschaftlern und Bewunderern sind viele seiner Werke nach wie vor ein Rätsel. Leider haben nur 25 seiner Gemälde und 8 seiner Zeichnungen bis heute überlebt.

Und doch wurden seine Gemälde schließlich so häufig kopiert und imitiert, dass die Zahl der Kopien die der Werke, die Bosch tatsächlich zuzuordnen sind, um ein Vielfaches übersteigt.


Prachtband von einzigartiger Qualität


„Bosch, wie Sie ihn noch nie gesehen haben”, bewirbt der Taschen-Verlag sein fast neun Kilogramm schweres Buch, und das dürfte kaum übertrieben sein. So detaillierte und brillante Abbildungen hat man noch in keinem anderen Werk über den Maler anschauen können; kein Wunder, hat der Verlag doch alles getan, um den Originalen so nahe wie nur möglich zu kommen. Bei einem Format des Bandes von ohnehin schon beachtlichen 29 x 39,5 cm erreichen die ausklappbaren Tafeln Maße von einem guten Meter. Die Fotos entstanden nach den letzten Restaurierungen der Gemälde und sind somit von einzigartiger Qualität.



Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste, um 1503. Rechter Innenflügel: Die Hölle (Detail) - Foto: TASCHEN/Museo Nacional del Prado, Madrid


Mario Bartsch - 22. August 2014
ID 00000008030
Stefan Fisch (Hrsg.) | Hieronymus Bosch. Das vollständige Werk
Hardcover mit Ausklappern, 306 Seiten
99,99 Euro
Taschen Verlag, 2014
ISBN 978-383652628

Stefan Fischer studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Klassische Archäologie in Münster, Amsterdam und Bonn. 2009 legte er seine Dissertation zum Thema „Hieronymus Bosch: Malerei als Vision, Lehrbild und Kunstwerk“ vor. Seine Forschungsschwerpunkte sind die niederländische Malerei des 15. bis 17. Jahrhunderts und die Museumskunde. (M. B.)


Weitere Infos siehe auch: http://www.taschen.com


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