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Krimi

Mord zum

Totlachen



Bewertung:    



Das Buch ist handlich, vom Format kleiner als eine Postkarte, und es ist pfiffig gemacht. Auf dem Cover prostet uns ein Skelett mit einem Drink in der knochigen Hand zu, dabei reitet es auf einem buntgestreiften Seeungeheuer. Das Buch steckt in einem gelben Organzabeutel. Eine grüne Wasserpistole ist dem Ganzen beigegeben – das Arrangement erinnert eher an ein Geburtstagsgeschenk, als an einen blutrünstigen Kriminalroman und so will der Mords-Urlaub auch nicht so ganz ernst genommen werden. Hier darf ausgiebig und intensiv gelacht werden, und wer dazu keine Lust hat, der lässt den Überraschungssack besser verschlossen.

Drei Charaktere treiben in dem Buch ihr Unwesen, passend zu den drei Autoren, die rotierend ihre Kapitel niederschreiben und für jeweils eine Romanfigur zuständig sind. Da gibt es Omma Brock, eine grelle Alte, „mit der unförmigen Figur einer Seerobbe und dem Gesicht einer englischen Bulldogge“ (S. 6). Für sie ist Ralf Kramp verantwortlich, der auch die Covergestaltung übernommen hat.

Der Kaplan Florian Unkel kommt als weltfremder Geistlicher daher, der den Gekreuzigten aus Hefeteig und Himbeermarmelade backt. Letztere quillt aus Händen und Füßen der Kuchenfigur auf äußeren Druck heraus. Fast könnte man dankbar sein, dass dieses Überraschungsgeschenk für den Papst gar nicht erst im Vatikan ankommt, sondern samt seinem frommen Erzeuger schon auf der Reise nach Rom vom guten Weg abkommt. Für beide ist Carsten Sebastian Henn zuständig.

Uwe Voehl kümmert sich literarisch um die Dritte im Bunde, es ist die Kriminalkommissarin Carola Coltella, die den Oldtimer ihres Assistenten Clairvaux auf dem Weg zum Flughafen kaputt fährt und so ihren beabsichtigten Urlaub in Italien nicht mehr antreten kann. Genau wie der Kaplan Unkel strandet auch sie am Rursee in der Eifel. Dort treffen beide auf Omma Brock, die ebenfalls aus Welterscheid stammt und die in der Beach Bar Paradiso die Herstellung der Drinks übernehmen möchte.


"Omma Brock hatte ein Foto von Britney Spears aus einer Illustrierten ausgeschnitten und zusammen mit dem Lebenslauf von Ursula von der Leyen eingeschickt. Daraufhin war sie prompt zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden.(…) Nervös beobachtete er (der Barkeeper), wie die bullige Frau mit den nach Mottenkugeln riechenden Klamotten zu ihm hinter die Bar kam." (S. 15)

"Dat is der 'Omma–Brock-Pfefferminz-Prinz'. Sie verschwieg die Ingredienzien: Ordentlich Strohrum, eine Tube Aldi-Zahnpasta und ein Tässchen Palmolive wegen der Farbe." (S. 17)



Und als ob das unfreiwillige Zusammentreffen der drei nicht genug brisante Konfrontationen hergeben würde, wird auf der Insel im Rursee auch noch die dreizehnte Staffel der Promi-Challenge Ich bin ein Star – Holt mich aus der Eifel gedreht.

Endlich gibt es im Buch auch Tote, unter den Prominenten und anderswo. Omma Brock wird von ihren Drinks abgelenkt, Kaplan Unkel braucht sich nicht mehr mit so heiklen Themen wie der Intimrasur herumzuschlagen, denn „wenn der Kirchplatz schön blank ist, wirkt der Glockenturm auch gleich viel imposanter.“ (S 11).

Und die Kommissarin bekommt endlich etwas zu tun. Schon allein die Todesursachen aufzuklären sind für die etwas ungeschickte Ermittlerin eine echte Herausforderung. Dazu rankt sich durch die Handlung noch ein kleiner Münzraub. Keine Sorge, durch diesen kriminellen Akt wird das Buch keineswegs verwirrend noch unübersichtlich. Gemäß den Drinks von Omma Brock ist nämlich auch das Buch bunt gemixt und weitaus bekömmlich; komisch, urkomisch und zuweilen dem Klamauk zuzurechnen. Wer Lust dazu hat, wird sich köstlich amüsieren. Denn Wortwitz, Situationskomik und die Personen darin sind im wahrsten Sinne des Wortes zum Totlachen.

Und wer immer noch nicht genug hat, der kann mit den Autoren auch noch Mords-Ostern und andere mörderische Familienfeste feiern.
Ellen Norten - 20. September 2015
ID 8881
Uwe Voehl, Ralf Kramp, Carsten Sebastian Henn | Mords-Urlaub
136 Seiten, Paperback
EUR 9,95 (DE)
KBV Verlag, 2015
ISBN 978-3-95441-239-6


Weitere Infos siehe auch: http://www.kbv-verlag.de/detail.html?id=307


Post an Dr. Ellen Norten



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