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Sachbuch-Kritik

"Kleines ich"

und "Innerer

Leitstern"



Bewertung:    



Dass die Autorin aus den USA stammt und das Buch eine Übersetzung ist, könnte man bereits an den dem Inhalt vorangestellten Zitaten erkennen - eine Seite mit lobenden und ergänzenden Äußerungen, die den Text in gewisser Weise rechtfertigen wollen. Dies ist eine Eigenart, die deutschen Autoren eher fremd ist, in den USA aber, wo der Stolz auf die eigene Arbeit Gang und Gäbe ist, eher populär daherkommt. Ich überschlage die Seite, da ich damit wenig anfangen kann und die meisten Zitierten auch nicht kenne.

*

Ohne Angst mich hiermit als Laie zu outen gehe ich nun an das Buch über die Angst heran. Angst - das Gefühl ist zunächst negativ besetzt. Angst hindert uns an mutigen Schritten, sie hindert uns, unser Leben zu verändern, eine ereignisreiche Reise anzutreten oder einfach nur unbekanntes Terrain zu betreten. Doch Angst kann auch ihre Berechtigung zeigen: Sie hindert uns daran, einen dunklen Waldweg entlangzugehen, an dem immer wieder zwielichtige Gestalten auftauchen könnten. Vielleicht rettet sie uns in manchen Fällen das Leben. Doch wo ist Angst berechtigt, und wo stört sie nur unsere Lebensfreude?

Lissa Rankin, die Medizinerin aus San Francisco, versucht mit ihrem Buch Entscheidungshilfe zu leisten. Dabei folgt sie nicht mehr den Wegen der klassischen Schulmedizin, sondern beschäftigt sich mit alternativen Lehren, die der Körper-Geist-Medizin zuzuordnen sind. So postuliert sie für jeden Menschen zwei Gegenspieler: Das sogenannte „Kleine ich“ und den sogenannten „Inneren Leitstern“. Sicher gibt es in der modernen Psychologie für die Beiden noch andere Ausdrücke. Nach der Lektüre des Buches würde ich das „Kleine ich“ als mahnenden Zeigefinger charakterisieren, ein fast schlechtes Gewissen, das man bei unkonventionellen Entscheidungen gegenüber der Gesellschaft empfinden mag. Dem gegenüber steht der „Innere Leitstern“, den ich als Bauchgefühl beschreiben würde, der aber spirituell geprägten Menschen oder Gläubigen auch als göttliches Selbst daherkommt. Im Prinzip geht es im Buch darum, letzteren zu Ermutigen, was sich im Titel Mut zur Angst wiederspiegelt.


„Ihr kleines Ich bekommt die Krise, wenn Sie ihm sagen, es möge loslassen. Es wird sich Geschichten dazu ausdenken, wie gefährlich es wäre, einfach zu akzeptieren, was Tatsache ist. Seinem Drehbuch zufolge wird man sie schelten, sie wären faul und verantwortungslos. Ihr innerer Leitstern jedoch weiß, dass Loslassen nichts damit zu tun hat, sich vor einer Verantwortung zu drücken, eingegangene Verpflichtungen zu ignorieren oder Ihre Integrität anheimzugeben. Es bedeutet einfach, mit ganzer Präsenz bei dem zu bleiben, was im Moment gerade ist, ohne jeden Widerstand dagegen und ohne sich daran festzuklammern, nur weil Sie Angst haben, es zu verlieren. Es bedeutet, sich in den Teil von sich selbst zu begeben, der reines Bewusstsein ist und alles voll und ganz so akzeptiert, wie es ist.“ (S. 260)


Das klingt jetzt recht theoretisch, wird aber im Buch mit Prämissen und Beispielen konkretisiert. Lissa Rankin hat viel recherchiert und lässt zudem ihre persönlichen Erfahrungen mit Patienten, aber auch Selbsterlebtes in den Text mit einfließen. Am Ende des Buches liefert sie noch ihr persönliches Mut-Rezept, mit dem sie sich ein neues Leben ermöglichte: ohne Haus, ohne Altersvorsorge und ohne Ehe, dafür mit neuer Firma und anderer Berufsperspektive. Ob der Mut zur Angst gleich soweit reichen soll, muss jeder für sich selbst wissen. Wer jedoch vor Entscheidungen steht oder von diffusen Ängsten geplagt wird, kann aus diesem Buch sicher Unterstützung für unkonventionelle Lebenswege schöpfen.
Ellen Norten - 16. September 2016
ID 9553
Lissa Rankin | Mut zur Angst
Wie wir uns durch das, was wir fürchten, heilen können

Geb. m. Schutzumschlag
EUR 22,99 (D) | EUR 23,70 (A)
Kösel-Verlag München, 2016
ISBN 978-3-466-34621-9


Weitere Infos siehe auch: https://www.randomhouse.de/Buch/Mut-zur-Angst/Lissa-Rankin/Koesel/e485899.rhd


Post an Dr. Ellen Norten



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