Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 2

KULTURA-EXTRA durchsuchen...



Thriller

Mysteriöser

Kunstraub



Bewertung:    



Der Genter Altar steht in der St.-Bavo-Kathedrale in Belgien, wurde in der Zeit um 1430 von den Gebrüdern van Eyck geschaffen und gilt kunsthistorisch als bedeutendes Meisterwerk. Für den Mystiker enthalten die bunten Darstellungen mit religiösem Hintergrund allerdings auch geheime Botschaften. Eine Tafel des Altars soll mit den Templern in Verbindung stehen und sogar den Schlüssel zum heiligen Gral enthalten; doch genau diese Tafel der „Gerechten Ritter“ wurde 1934 in einem spektakulären Kunstraub gestohlen und ist bis heute verschwunden. Es gibt Spekulationen, dass sie sich trotzdem bis heute in der Kirche befindet und eventuell sogar im Altar selbst versteckt sein könnte.

Soweit die Faktenlage, die Klaus-Jürgen Wrede zu seinem vorliegenden Thriller [Das Geheimnis des Genter Altars] ermunterte.

*

Daniel, der Protagonist, gerät darin eher zufällig in den Bann des Altars, als er nämlich seinen Nachbarn Juri tot in dessen Wohnung entdeckt. Geheime Unterlagen und die kunsthistorisch versierte Mara, Schwester des Opfers, die fast zeitgleich auftaucht, führen zu dem geheimnisumwitterten Kunstschatz. Mindestens eine Geheimorganisation will mit Gewalt an die Dokumente über den Altar kommen und schreckt auch vor Mord und Totschlag nicht zurück. So befinden sich Daniel und Mara schnell in Lebensgefahr, während sich parallel zwischen ihnen eine zarte Liebesgeschichte entspinnt.

Von Gent geht die Reise über Maastricht und Freiburg nach Südfrankreich. Dabei sind die Beiden ihren Verfolgern stets einen Schritt voraus. Bei diesen handelt es sich um eine Anzahl von brutalen Killern, die klischeehaft Osteuropäer, vermutlich Russen, sind und derb, aber auch etwas dümmlich daher kommen. So gelingt es Daniel und Mara, die beide keine Erfahrung im Umgang mit Verbrechern haben, diese immer wieder auszutricksen, bis es zum finalen Countdown kommt.

In einem weitverzweigten Höhlensystem bei Rennes-le-Chȃteau entdecken die beiden nämlich tatsächlich ein Geheimnis des Altars. Obwohl gerade die Expedition in das unterirdische Reich besonders fantasievoll ausfällt, merkt man dem Autor insbesondere hier seine Biografie an. Denn Klaus-Jürgen Wrede, der u.a. das Gesellschaftsspiel Carcasonne entwickelte, ist eigentlich Spieleautor und hat nun seinen ersten Roman verfasst. Die unterirdische Expedition erinnert an einzelne Schwierigkeitsgrade, die es bei entsprechenden Spielen zu überwinden gilt, hier kann der Leser dies mit seinen Protagonisten gemeinsam tun.


„Sie kehrten um und nahmen den zweiten Pfad. Dieser war noch bizarrer in seinen gespenstischen Felsformationen. Versteinerte Dämonen und Fratzen blickten ihnen an jeder Ecke entgegen. Allmählich wurden die schroffen Gesteingebilde weicher in ihren Ausbildungen und zeigten sich als Stalagniten, Tropfsteinsäulen, die oben und unten dicker wurden. (…) Der kaum noch als Gang auszumachende Höhlenraum öffnete sich hinter dem nächsten Durchgang zu einem atemberaubenden Saal mit riesigen Tropfsteinsäulen und orgelpfeifenartigen Gebilden ringsum an den Wänden.“ (S. 349)


Tatsächlich führt das unterirdische Labyrinth zu einem Geheimnis. Dies hier zu verraten würde die Spannung am Buch gefährden, allerdings nimmt für mich die Wendung im Buch einen Verlauf, den ich einfach nur noch als zu dick aufgetragen empfinden kann. Sind die Verfolgungsjagden in vielen Fällen schon eher unglaubwürdig, so übertrifft dieser Plot das noch bei weitem.

Wären im Buch nicht die vielen realen historischen und geografischen Hinweise verarbeitet, so gehörte dieser Thriller besser in den Bereich der Fantasy. So aber erfahren wir trotzdem einiges über die ungewöhnliche Geschichte des Altars sowie über den mythenbehafteten Ort Rennes-le-Chȃteau, der in den Bestsellern Der heilige Gral und seine Erben sowie im Foucaultschen Pendel als auch in Sakrileg Pate stand. Immerhin hat das Buch bei mir eines hinterlassen. Bei meinem nächsten Besuch in Gent werde ich den Eintrittspreis nicht scheuen und mir das Original dieses besonderen Altars anschauen.
Ellen Norten - 27. Oktober 2015
ID 8945
Klaus-Jürgen Wrede | Das Geheimnis des Genter Altars
Softcover, 444 Seiten
EUR 14,90
acabus Verlag Hamburg 2015
ISBN 978-3-86282-367-3


Weitere Infos siehe auch: http://www.acabus-verlag.de/belletristik_9/spannung_3/thriller_17/das-geheimnis-des-genter-altars_9783862823673.htm


Post an Dr. Ellen Norten



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



 

LITERATUR Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Kurzmeldungen

AUTORENLESUNGEN

BUCHKRITIKEN

INTERVIEWS

KURZGESCHICHTEN-
WETTBEWERB
[Archiv]

LESEN IM URLAUB

PORTRÄTS
Autoren und Verlage



Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal





Home     Impressum     Autorenverzeichnis     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2017 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)

Webdesign und -programmierung by Susanne Parth, bplanprojekt | www.bplanprojekt.de