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Buchkritik

Miró

und Co.

für Kinder



Bewertung:    



Franz Marcs Blaues Pferdchen erwartet die Kinder schon auf dem Cover des Buches. Doch blaue Pferde gibt es in der Natur gar nicht, höchstens in der Spielkiste. Warum malt der prominente Künstler also ein blaues Pferd und Blumen, die sogar größer als Pferde sind? Es ist das Privileg von Kinderbüchern, dass dort einfache Fragen gestellt werden können und die Antworten ebenfalls leicht verständlich ausfallen dürfen. Im Fall des Expressionisten Franz Marc heißt die Antwort:


„Er wollte die Welt nicht so malen, wie sie ist, sondern zeigen, was Tiere fühlen und empfinden. Ganz besonders mochte er Pferde, er hat viele Bilder mit Pferden in bunten Landschaften gemalt.
Franz Marc lebte vor ungefähr 100 Jahren. Er gehörte zu den Expressionisten. Das sind Maler, die in ihren Bildern Gefühle ausdrücken wollten. Damals empörten sich die Leute über diese Künstler. Nichts stimmte mehr. Die Formen und Figuren waren verzerrt und die Farben zu wild und zu bunt. Heute hängen die Bilder in den berühmtesten Museen der Welt und kosten Millionen.“
(S. 7)



Diesen Schnellkurs in Expressionismus gibt das liebenswerte grüne Monster Artur von sich, der die einzelnen Kapitel präsentiert. Artur stammt aus der Feder der Cartoonistin Saskia Gaymann. Und damit die witzige Figur mit der Malermütze keinen Quatsch redet, kommen seine Weisheiten aus dem Mund der Kunstpädagoginnen Astrid Hille und Dina Schäfer.

Zwölf Künstler aus verschiedenen Epochen, von Tizian bis Piet Mondrian, von Paul Klee bis Keith Haring, werden anhand eines Bildes vorgestellt. Danach geht es selbst an die Arbeit, Kunst betrachten als Motivation für Eigenkreativität. Den Kindern wird der Einstieg leicht gemacht, obwohl hier längst nicht nur Buntstifte und Wasserfarben zum Einsatz kommen. Zu den Bildern von Joan Miró werden Skulpturen aus Verpackungsresten und Styropor gestaltet. Ein Bild aus einem 500 Jahre alten Stundenbuch dient als Vorlage für eine Eigenkreation, bei der das Papier mittels eines Teebeutels auf alt getrimmt wird und für ein Bild im Stile Kandinskys knäulen die Kinder Butterbrotpapier als Leinwand.

Die Ideen sind vielfältig, gut erklärt und werden sicher auch durch einen guten Kunstunterricht in der Schule vermittelt. Hier geht es um künstlerisches Gestalten im eigenen Kinderzimmer. Dazu gefällt mir der Bezug zu den zwölf Künstlern, die kurz und verständlich vorgestellt werden und deren Bilder hinten im Buch verzeichnet sind.

Und wer sich einmal selbst heimlich gefragt haben sollte, warum bei Picasso die Perspektiven und Proportionen oft sehr eigenwillig gelöst sind, erhält zum Bild „Der gelbe Pullover“ von 1939 die einfache Antwort:


„Als junger Mann hatte er zusammen mit seinem Freund Georges Braque eine Idee: Sie wollten Menschen und Gegenstände gleichzeitig von vorne und von der Seite malen. Deshalb sieht das Portrait von der Frau verrutscht aus. So haben die beiden Künstler den Kubismus erfunden.“ (S. 47)


Ein originelles Buch, das sowohl Lust zum Anschauen von Kunstwerken weckt, als auch Inspiration zu eigenem Schaffen.
Ellen Norten - 12. Juni 2015
ID 8700
Astrid Hille, Dina Schäfer, Saskia Gaymann | Guck mal Kunst
Ein Mitmachbuch für Kinder
24,7 x 23,7 cm (LxB), 72 Seiten
130 Abbildungen
Fester Einband
Preis: € 14,95 CHF 18,90 €/A 15,40
Belser Verlag, 2015
ISBN: 978-3-7630-2694-4


Weitere Infos siehe auch: http://www.belser-verlag.de


Post an Dr. Ellen Norten



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