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nachDRUCK # 2

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Buchkritik

Zwillings- und

Indianermythen



Bewertung:    



Nia, ein junges Mädchen, bricht zu ihrem achtzehnten Geburtstag von zu Hause auf, um die große Welt zu erleben. Zurück bleibt ihr frustrierter Vater, der seit dem Tod seiner Frau und Nias Mutter die Welt im Alkohol ertränkt. In Frankfurt gerät Nia in dubiose Gesellschaft, und schon bald werden zwei ihrer neuen Freunde ermordet. Statt zur Polizei zu gehen, beschließt sie, einem alten Haudegen nach Nova Scotia (Kanada) zu begleiten und dort ihren Traum von einem Leben in Natur und Einsamkeit zu verwirklichen.

Dries Torwellen, ihr Onkel, hat sich bisher kaum um seine Nichte Nia gekümmert, sonder als skrupelloser Ermittler vermisste Personen aufgespürt. Doch nun, ohne Beschäftigung, spürt er den Drang die Tochter seiner verstorbenen Schwester Jessi zu beschützen. Die hat seinen Schutz auch dringend nötig, da sie in Nova Scotia in Lebensgefahr gerät.

Soweit - so gut. Die Handlung ist spannend, doch ist es eigentlich verwunderlich, wieso der Onkel auf einmal einen solchen Familiensinn entwickelt. Hier nun führt Andreas Winkelmann Mythen und Geister in den Thriller ein.


„Er war nicht allein. Niemals.
Seine Gedanken und seine Seele gehörten nicht ihm allein, andere hatten Zugriff darauf. Wesen, die nicht auf der Zeitebene oder in der Dimension der Menschen existierten. Dries wusste nicht, wer oder was sie waren, aber er wusste, wie der Kontakt zustande gekommen war, denn angefangen hatte alles mit Jessis Tod. Seitdem existierten die Schatten in seinem Leben. Sie verfolgten und beobachteten ihn, und manchmal hatte er sogar das Gefühl, sie bestimmten sein Handeln und Tun. Sobald er hinter die Barriere schlüpfte und sich von seinen rationalen Gedanken befreite, waren die Schatten da. Jetzt auch.“
(S. 104)



Neben den Schatten führt Dries noch eine "ere ibeji" mit sich, eine Figur, die vom Geist der verstorbenen Zwillingsschwester Jessi bewohnt wird. Im Krimi kämpfen damit nicht nur gut und böse gegeneinander, sondern auch bei den Geistern gibt es diese Fronten. Mir persönlich waren diese Mythen zu viel. Der Krimi hat aus meiner Sicht diese esoterische Nebenhandlung nicht nötig. Andreas Winkelmann weiß auch so Furcht und Grausamkeit gekonnt mit Worten zu beschreiben. Wieder sind es bei ihm verschiedene Handlungsstränge, die er als Autor gekonnt ineinander verwebt. Das macht die Sache zunächst etwas unübersichtlich, sorgt aber zunehmend für Spannung.

Grausame Morde pflastern den Weg von Nia und ihrem Onkel Dries, und beim Killgame in Nova Scotia ist längst nicht klar, wer dabei Jäger und wer Beute ist. Spannend bleibt der Thriller bis zum Schluss, und den Freund des Fantasyromans werden die Geister in diesem Buch vermutlich auch nicht stören.
Ellen Norten - 12. September 2016
ID 9542
Andreas Winkelmann | Killgame
428 Seiten, Hardcover
EUR 14,99
E-Book: EUR 12,99
Rowohlt Verlag GmbH, 2016
ISBN 978-3-8052-5038-2


Weitere Infos siehe auch: http://www.rowohlt.de/hardcover/andreas-winkelmann-killgame.html


Post an Dr. Ellen Norten



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