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Buchkritik

Eine Zeitreise zwischen SF, Fantasy und Regionalkrimi



Bewertung:    



An einem Sonntag des Jahres 1906 steigt in Walbach ein Fremder aus einer Kutsche. Das erregt Aufmerksamkeit, denn Auswärtige sind in dem Bayerwald-Dorf eine Seltenheit. Die Menschen hier führen ein einfaches Leben und tun, was der Pfarrer sagt. Doch die christliche Lehre ist nicht das Einzige, woran sie glauben. Ihre Welt ist voller Mythen und Magie: Tote können zurückkehren, in unterirdischen Gängen hausen Erdmännlein und Erdweiblein, und bei der hinkenden, schielenden und lispelnden Bäuerin in dem Hof am Dorfrand könnte es sich um eine Hexe handeln.

Wie sich zeigt, ist der Fremde, Eduard, aus ganz anderem Holz geschnitzt. Er denkt rational, er hat keinen Respekt vor dem Pfarrer, und in Kreszentia, der Hexe, erkennt er eine intelligente, kreative junge Frau. Er will ihr helfen und nimmt sie mit nach München – in das München des Jahres 2018.

Die beiden werden ein Paar, und sie können sich aussuchen, wo sie leben wollen: in der modernen Stadt, wo Kreszentias Gebrechen heilbar sind und sie zu einer bewunderten Frau wird, oder aber in der dörflichen Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts, die dem zivilisationsmüden Eduard als die menschlichere erscheint. Ein einzigartiges kosmisch-physikalisches Phänomen ermöglicht es ihnen, zwischen den zwei Welten hin und her zu reisen. Letztlich jedoch müssen sie sich für eine davon entscheiden.

Das Schicksal greift ein und löst den Konflikt auf ganz unerwartete Weise.

*

Ein ungewöhnlicher Plot, den Herbert Becker in seinem dritten Roman gefunden hat. Eine Zeitreise zwischen science-fiction, fantasy und Regionalkrimi. Scheinbar harmlos startet sie in der dörflichen Welt des Bayerischen Waldes vor 100 Jahren - so weit so gut. Dann aber nimmt sie Fahrt auf, vollzieht umstandslos und dabei logisch das eigentlich Unmögliche, zieht den Lesenden quer durch verschiedene Zeitebenen, bis ihm der Kopf schwirrt. Aber aus der Hand legen mag er das Buch nicht. Denn die Geschichte wird immer spannender - je mehr sich zeigt, dass die Figuren allesamt nicht so sind und handeln, wie sie aussehen. Alte Bräuche, Mythen und Lebensgewohnheiten müssen sich am Stand der Wissenschaft und moderner Lebensweise messen lassen. Halten sie stand? Wie auch immer. Beckers Protagonisten aus dem München der Gegenwart bleibt es vorbehalten, die Geschichte weiterzudrehen bis zum überraschenden Ende: er heißt nicht umsonst Eduard Heisenthal, den -berg ergänzt man unschwer.

Eine Heldenreise der besonderen Art – packend, intelligent, anrührend und nicht ohne Witz.

Petra Herrmann - 22. Oktober 2017
ID 10329
Buch-Link:
http://www.gietl-verlag.de/die-erstaunliche-reise-der-kreszentia-haberstroh/buchdetail/3/760/0/0/2.html#


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