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Buchkritik

Nervöse

Frauen



Bewertung:    



Es handelt sich um den Debütroman der US-Amerikanerin Heather Young. In den wenigen Worten über die Autorin erfahren wir, dass diese Creative Writing studiert hat. Ehrlich und offen wird eingestanden, dass hier nicht eine begnadete Autorin schreibt, die regelmäßig von der Muse geküsst wird und die vor Talent überschäumt, sondern es wird offensichtich gemacht, dass diesem Roman harte Arbeit vorangegangen ist. Das entgeht einem bei der Lektüre tatsächlich nicht, im Guten wie im Schlechten. Der Roman ist spannend, in sich schlüssig, nimmt unerwartete Wendungen und ist stilistisch gut, fast zu gut. Den Vergleichen, Metaphern und Beschreibungen merkt man die Schulzeit noch an. Sie sind bedächtig platziert, ausgefeilt, plausibel und manchmal ein wenig austauschbar. Dennoch ist die eigenartige Geschichte der Familie Evans durchaus lesenswert.

Es wird in zwei Erzählsträngen gearbeitet. In der Jetztzeit sehen wir Justine mit ihren beiden Töchtern Melanie und Angela. Die zweite Erzählebene spielt 1935. Lucy, die Großtante von Justine, schildert darin den verhängnisvollen Sommer an einem Badesee in Minnesota, an dessen Ende ihre Schwester Emily auf geheimnisvolle Art und Weise verschwindet. Seither lastet das dunkle Geheimnis auf den Frauen dieser Familie, denn die Männer spielen bis auf den Vater von Lucy keine nennenswerte Rolle.

Justine erbt nun von Lucy das Haus am See und damit die Tagebücher, in denen die Großtante die Geheimnisse offenlegt, die bis heute eine schwer nachvollziehbare Rastlosigkeit bei den Töchtern hervorgerufen haben. So reist auch Justine Hals über Kopf nach Minnesota.



"Im Geist konnte Justine die Stimme ihrer Mutter hören, die dröhnend den Wind übertönte, der durch die offenen Fenster des Fairmont pfiff: 'Siehst Du irgendwas, wo´s Dir gefällt, Schatz?' Im Rückspiegel ballte sich das aus ihrer Wohnung Geborgene, ragte wie eine Abraumhalde über den kleinen Gestalten ihrer Töchter auf. Sie zwang sich, den Blick nach vorn zu richten, auf das gelbe Band, das sich vor ihnen entrollte." (S. 42)


Anders als in der deutschen Übersetzung ist im Originaltitel von The Lost Girls die Rede, ein Titel, der nicht nur Emily, sondern auch ihre Schwestern, Nichten und Großnichten betrifft. Hier zeigt sich, wie der Alptraum von einst bis heute die Frauen der Familie Evans prägt.

Es ist ein Buch für Frauen, geschrieben aus Frauenperspektiven, ein Familienepos um ein dunkles Geheimnis, dass spannend seiner Lösung zustrebt und so für gute Unterhaltung sorgt.

Ellen Norten - 22. Oktober 2017
ID 10332
Buch-Link: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-verlorene-Maedchen/Heather-Young/Goldmann-TB/e497316.rhd


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