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Die Idee ist nicht neu, doch die Umsetzung ist beklemmend, angsteinflößend und spannend zugleich. „Wer hat von meinem Tellerchen“ gegessen, heißt es bei Schneewittchen - bei Andreas Winkelmann lautet die Antwort: „Der Mörder.“ Der beobachtet zunächst Paare und wartet ab, bis diese in den Urlaub fahren. Während diese Menschen eine sorglose Zeit verbringen, nistet sich ihr Killer bereits in ihrer Wohnung ein. Er lebt sozusagen ihr Leben, das er dann bei der Rückkehr mit der Frau fortsetzten will. Der Mann wird mit dem Hammer erschlagen, die Partnerin bekommt von ihm die „Chance“ geboten, als seine Lebensgefährtin mit ihm zu leben. So funktioniert die Strategie des Täters.

Doch trotz minutiöser Planung unterlaufen ihm Fehler. So überlebt gleich sein erstes Opfer, Thomas Bennet, der Chef einer Vermittlungsagentur für Leiharbeiter. Getrieben von seiner Angst um seine Freundin Saskia macht er sich auf die Suche nach seinem Peiniger. Doch das Unterfangen ist schier aussichtslos, und der harte Geschäftsmann beginnt zu verzweifeln.



"Tränen vermischten sich mit Regenwasser, so bemerkten die Leute da drüben nicht, dass er heulte wie ein kleines Kind. Aber selbst wenn sie es bemerkt hätten, er hätte es in diesem Moment nicht verhindern können. Zum ersten Mal seit er aus dem Krankenhaus entlassen worden war, weinte er. Keine Wut, nur Trauer." (S. 164)


Man fühlt mit, wenn Thomas Bennet in das nun einsame Haus zurückkehrt, indem er sich nicht mehr zu Hause fühlen kann, da alle Gegenstände doch vom Täter benutzt und in ihrer Intimität entweiht wurden. Außerdem ist unklar, ob Bennett selbst immer noch in Gefahr schwebt, zumal ähnliche Verbrechen in seiner Heimatstadt Hamburg stattfinden. Die Polizei tappt im Dunkeln, und erst mit der neuen Ermittlerin Priska Wagner kommt neue Bewegung in den Fall, denn sie sieht Zusammenhänge zu Morden außerhalb Hamburgs, die anscheinend nach ganz anderen Muster ablaufen. Schritt für Schritt nähert sie sich dem Killer.


"Der Mann, den ich suche, ist über fünfzig Jahre alt. Eher ein Typ alter Schule, mit festgefahrenen Denkmustern und überholten Ansichten. Ich gehe davon aus, dass er seine Opfer durch Beobachten aussucht. Er muss sie und Saskia zusammen gesehen haben, wahrscheinlich zu Hause, vielleicht aber auch in der Firma. Bei einer dieser Begegnungen ist dann der Entschluss gefallen, Sie beide als Opfer auszuwählen. Vielleicht haben sie den Entschluss auch selbst ausgelöst." (S. 364)


Ein unheimlicher Täter mit schwer durchschaubaren Motiven bannt den Leser am Housesitter. Spannung pur von der ersten bis zu letzten Seite.
Ellen Norten - 23. August 2017
ID 10207
Buch-Link: https://www.rowohlt.de/hardcover/housesitter.html


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