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Wildpflanzen-

Wissen





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Über Jahrtausende dienten Wildpflanzen dem Menschen als Nahrung und versorgten ihn mit allen wichtigen Nährstoffen. Die Frühmenschen wussten genau, welche Pflanzen essbar waren, welche nützlichen Verwendungen sie als Arznei oder in Salben hatten und ab welcher Dosis sie giftig sind. Wer heute Wildpflanzen in der Küche schätzt, macht dies nicht nur aus Verbundenheit zur Natur, sondern vor allem wegen ihrer Aromen und den vielen Vitaminen und Nährstoffen, die sie enthalten. Es lohnt sich also, beim nächsten Spaziergang einmal genauer hinzuschauen, was dort am Wegesrand alles gedeiht. Und wen die Lust packt, der kann sich an entsprechenden Standorten auf die Suche nach ganz bestimmten Pflanzen machen.

Gut aufbereitetes Wissen zum Thema bietet die umfassende Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen aus dem AT Verlag. Der mit zahlreichen Farbfotos und Zeichnungen illustrierte Band beschreibt über 2.000 Pflanzenarten Mitteleuropas. Schwer liegt er in der Hand mit seinen 19 x 26,5 cm und den über 680 Seiten. Die Autoren Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann und Roland Spiegelberger werteten für ihr Werk laut Verlag sämtliche zugängliche Untersuchungen, Recherchen und Erfahrungsberichte aus, die zur Verfügung standen. Das Know-how dazu bringen sie aus den Bereichen Lebensmittelchemie, Landschaftgärtnerei sowie Umweltplanung mit. Alle drei beschäftigen sich seit vielen Jahren mit pflanzlicher Ernährung und geben ihr Wissen in Workshops und Vorträgen an Interessierte weiter. Entsprechend Ihrer Fachgebiete ist der Bogen, den sie spannen sehr umfangreich und beschränkt sich nicht nur auf das Beschreiben relevanter Arten.

Zu Beginn werden Inhaltsstoffe von Wildpflanzen und ihre Wirkungen auf den menschlichen Organismus vorgestellt. Danach geht es um das Sammeln: Welche Utensilien werden benötigt? Wann und wo ist es sinnvoll? Und wie muss der gesetzliche Naturschutz beachtet werden? Anschließend gibt es ein paar Grundrezepte, mit denen man die Pflanzen haltbar machen und für die weitere Verarbeitung vorbereiten kann. Der folgende, 4 Seiten umfassende Schlüssel zur Orientierung anhand der Blattform ist für den Einsteiger hilfreich, für eine detaillierte Bestimmung reicht er natürlich nicht aus. (Für diesen Zweck gibt es spezielle botanische Bücher mit komplizierten Bestimmungsschlüsseln – eine Wissenschaft für sich und vielleicht die nächste Stufe für den Pflanzenkenner.) Ab Seite 45 folgt der Hauptteil des Buches, die essbaren Wildpflanzen nach Blattformen und Pflanzengattungen geordnet. In den umfangreichen Pflanzenporträts kann man stöbern oder gezielt nachschlagen. Unter dem lateinischen und dem deutschen Artnamen werden jeweils Informationen zum Verbreitungsschwerpunkt, der Hauptblütezeit, der Verwendung in der Ernährung sowie den Inhaltsstoffen und Wirkungen gegeben. Zwei Piktogramme geben Auskunft über seltene und gefährdete Pflanzen, die unter Naturschutz stehen, und nicht gepflückt werden dürfen. Auf detaillierten Zeichnungen werden zudem die bestimmungsrelevanten Merkmale erläutert. Am Ende des systematischen Teils werden zusätzlich Giftpflanzen vorgestellt, um die man in jedem Fall einen Bogen machen sollte. Auch diese sind mit einem Foto versehen und in 4 Gefahrenstufen von geringfügige Gefahr bis akute Lebensgefahr unterteilt. Dieser nützlichen Übersicht kann man Unterscheidungsmerkmale zwischen essbaren und giftigen Pflanzen entnehmen und so Verwechslungen vorbeugen.

Mit seinen 2.000 Pflanzenarten, 650 Farbfotos und 450 Pflanzenzeichnungen ist es ein ideales Nachschlagewerk für Wohnzimmer oder Küche. In die freie Natur wird man diesen Wälzer wohl eher nicht mitnehmen, dafür gibt es kompaktere Bücher, z.B. die abgespeckteren Versionen der Essbaren Wildpflanzen mit 200 oder 1.000 Arten. Wer immer wieder Pflanzen begegnet, die er in kleineren Nachschlagewerken nicht findet oder wer mehr Informationen zu Inhaltsstoffen und der Verwendung in der Küche sucht, der ist mit der großen Version bestens beraten. Mit dieser kann man sich in aller Ruhe zurückziehen und die gewünschten Informationen recherchieren. Wer noch mehr zum Thema sucht, dem bietet die Webseite der Autoren Rezepte, Sammeltipps, Restauranttipps, geführte Wanderungen und vieles mehr.


August Werner - 30. Juli 2018
ID 10820
Link zum Sachbuch Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen


Post an August Werner

http://www.ecotype.de

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