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Rezension

Jörg S. Gustmann - Rassenwahn

Kriminalroman
Gmeiner Verlag 2012
ISBN 978-3-8392-1332-2



Lebensborn – Menschen ohne Biografie

In kurzer Zeit werden in Hamburg fünf alte Menschen grausam ermordet. Kommissar Martin Pohlmann stößt schnell auf eine Gemeinsamkeit der Mordopfer. Sie alle waren sogenannte Lebensbornkinder, kamen in einem SS-Heim zur Welt, gezeugt von Eltern, die nichts miteinander verband, außer dem Wunsch dem Führer arische Kinder zu schenken.

Wer sind diese Eltern und welche Rolle spielen sie oder ihre Familien in der heutigen Gesellschaft, denn der Mord an den fünfen kann kein Zufall sein.

„Der Mann, der zum Töten prädestiniert schien, setzte sich an den Tisch, fuhr den Rechner hoch, loggte sich ein und begann, die nächsten Zeilen innerhalb seiner mörderischen Chronik zu verfassen. Er liebte es, seine Gedanken zu ordnen, sie festzuhalten, das Gefühl zu beschreiben, das ihn erfasste, wenn das Leben der Menschen, die nach Ansicht seiner Auftraggeber kein Recht auf ihre Existenz hätten, erlosch. Fünf Mal war er überaus erfolgreich gewesen und drei weitere Male würden für ihn auch kein Problem darstellen. Im Gegenteil. Mit jedem Mal wurde es leichter, erregender.“ (Zitat aus Rassenwahn)

Wer diese drei weiteren Todeskandidaten sind, liegt auch für Kommissar Pohlmann auf der Hand. Denn acht Betroffene hatten zwei Jahre zuvor in einem medienwirksamen Prozess um ihre Identität, Anerkennung und letztlich auch um ihr Erbe vergeblich gekämpft. Die drei noch Überlebenden sind keine starken Kämpfernaturen, denn ihre traurige Kindheit und Jugend haben tiefe Spuren in ihrem Leben hinterlassen. Sie waren menschliches Zuchtgut der SS. Die eigenen Eltern interessierten sich weder für sie, noch bekannten sie sich zu ihren Kindern. Ihre wahren Namen sind unbekannt. Am schwersten betroffen ist Emilie Braun, die fast ihr ganzes Leben in psychiatrischen Heimen verbracht hat und in diesem Kriminalroman eine Schlüsselrolle spielt. Kommissar Pohlmann baut langsam ein Verhältnis zu ihr auf und nähert sich behutsam nicht nur ihrem schweren Schicksal, sondern auch den Informationen, die Auskunft über die Morde geben können. 70 Jahre nach der Nazidiktatur gibt es immer noch alte Machtstrukturen, die funktionieren. So werden Pohlmanns Ermittlungen behindert und er gerät selbst in Lebensgefahr.

Jörg S. Gustmann gelingt mit dem Buch ein spannender Krimi, der gleichzeitig ein trauriges und oft vergessenes Kapitel der Nazidiktatur in seiner ganzen Tragik schildert. Mit Emilie Braun setzt er einen ungewöhnlichen Menschen in den Mittelpunkt, der aus den geübten Bewertungsmustern ausbricht. Martin Pohlmann ist ein unkonventioneller, hartnäckiger Ermittler, der eine unkonventionelle Karriere mit Brüchen und Rückschlägen erlebt. Von ihm werden wir wohl noch mehr hören, denn Rassenwahn ist der Auftakt zu einer neuen Serie.


Ellen Norten - 7. April 2013
ID 6666
Jörg S. Gustmann, Rassenwahn
Gmeiner Verlag 2012
ISBN 978-3-8392-1332-2
565 S.
€ 12,90
ePub € 9,99



Siehe auch:
http://www.gmeiner-verlag.de


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