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Rezension

Undine Materni - "Das abwesende Haus meines Vaters"

Ein unruhiges Familienbild
Projekte-Verlag Cornelius 2011
ISBN 978-3-86237-681-0



Vater, Mutter, Kind

Schon immer war es so, dass Frauen plötzlich Mütter wurden und - mitunter - "ihre" Männer (Väter) sich aus ihren Dunstkreisen verdünnisierten und die Frauen (Mütter) männerlos zurückgelassen hatten und die Kinder der so urplötzlich zu Mutterfrauen Umverwandten vaterlos geworden waren; jedenfalls so ungefähr...

Das Familiäre scheint die allerspannenste der zwischenmenschlichen und/oder Miteinander-Theorie zu sein. Bist du mit einer leibhaftig präsenten Mutter oder einem leibhaftig präsenten Vater in der Früh- und/oder Nachkindheit gesegnet worden, kann dir eigentlich dann für den Rest des Lebens nicht mehr allzu viel an (psychisch) Schlimmem widerfahren. Ganz von Vorteil wären freilich auch, um nicht so völlig eltern- oder mutter- oder vaterabhängig zu bleiben, leibhaftige Schwestern oder Brüder, und obwohl Geschwister unter sich - wie Einzelkinder das aus Überlieferungen mündlicher und schriftlicher Natur erfahren durften - zwischen Himmel oder Hölle ihres schwisterlichen Daseins schwankten und gedeihten. Sukzessive anwesend und/oder abwesend zu sein, das wäre also dann die Frage aller Fragen: Die Familie.

Und um eine derartige Konstruktion - mit Vater, Mutter, Kind + Kind (2 Töchter) sowie Kindeskind (dem Sohn der zweiten Tochter) - geht es in Undine Maternis Das abwesende Haus meines Vaters, Ein unruhiges Familienbild. Das Buch hat 25 Kapitel - 19 Gedichte und 6 Erzählungen.

Die 1963 in Sangerhausen geborene Autorin hatte sch zuerst als Lyrikerin einen Namen gemacht (Irr-Land, 1996; Das beharrliche Unglück der Dinge, 2000), es folgten erste Prosatexte sowie ein Theaterstück (Amaterasu oder die Gunst der Göttin, 1999). Sie lebt heute als Lektorin und Publizistin in Dresden.

Insbesondere ihre lakonischen Geschichten sind, über den allgemeingültigen Grad ihrer Privatheit weit hinaus, auch Abbild ihrer/unsrer Zeitenwenden. Über drei Generationen führt die Spur vom schlesischen Ursprung ihrer Großmutter, der Kriegsversehrheit ihres aus Stalingrad zurückgelangten Großvaters bis zu der DDR-Kindheit und Jugend der Autorin, die den Duft nach Backstube (ihr Vater: früher Bäcker) oder Weichspülmittel (ihre Mutter: später Hausfrau) unendlich in ihrer Nase trug und immer weiter tragen wird. Mit ihrer Schwester zog sie früh schon von zu Hause aus. Ein jahre- und jahrzehntelanges "Unverhältnis" zu der (leibhaftigen) Mutter prägte und bestimmte ihren Reifegrad als Frau und später selber Mutter. Einprägsam als wie erschütternd jene Szene, wie sich die Erzählerin mit ihrem kleinen Sohn zur leeren Wohnung der (seiner) gestorbnen Großmutter aufmacht: ein allerletztes Umdrehen zu sich zurück...

Ein stimmiges und schön geschriebnes Buch. Erfahren! Kaufen!! Lesen!!!

Andre Sokolowski - 16. Januar 2012
ID 00000005687
Undine Materni - "Das abwesende Haus meines Vaters"
Ein unruhiges Familienbild
Taschenbuch
165 S., 17 x 11 cm
EURO 9,80
Projekte-Verlag Cornelius 2011
ISBN 978-3-86237-681-0



Siehe auch:
http://www.projekte-verlag.de





 

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