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Rezension

Margit Kruse - Zechenbrand

Kriminalroman
Gmeiner Verlag 2013
ISBN 978-3-8392-1382-7




Mord im Herzen des Ruhrgebiets

Es passiert wohl selten, dass die Rezensentin nicht nur in der gleichen Stadt, sondern auch noch im gleichen Wohnviertel lebt, wie die Ermittlerin. Eigentlich hätte ich Margareta Sommerfeld schon längst einmal begegnen müssen, sei es beim Bäcker, auf dem Friedhof oder beim Einkaufen in der Stadt. Dort arbeitet sie nämlich in ihrem Brotberuf als Verkäuferin in einem Bekleidungskaufhaus in Gelsenkirchen-Buer.

Margareta kommt modern und weltoffen daher, doch ihre Familie und Nachbarn sind typische kleinbürgerliche Vertreter, ihre Welt dreht sich um Grillabende und natürlich um Schalke 04. Das klingt erst einmal unspektakulär und ist doch so authentisch, amüsant und ehrlich wie es nur sein kann. Doch da fällt der Nachbarsjunge von Margaretas Bruder einem bestialischen Verbrechen zum Opfer. Er wird auf einem stillgelegten Industriegelände erschlagen aufgefunden.

Was steckt dahinter? Das will nicht nur die notorisch neugierige Margareta klären, sondern beschäftigt auch die Gelsenkirchener Kriminalpolizei mit ihrem behäbig-schwerfälligen Kommissar Blauländer.

Der Gelsenkirchener Stadtteil Hassel steht, wie viele Regionen im Ruhrgebiet, vor einem Umbruch. Das ehemalige Zechengelände Bergmannsglück soll von einem Investor bezogen werden, doch wie steht es um die alte Bausubstanz und um den damit verbundenen Denkmalschutz? Eine Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt der imposanten Backsteingebäude. Gleichzeitig geht es jedoch um Arbeitsplätze und nicht zuletzt um viel Geld. Die Gemengelage ist unübersichtlich als eine zweite Leiche im alten Verwaltungsgebäude der Zeche auftaucht. Margareta gerät zwischen die Fronten und das in jeder Hinsicht, da sie während ihrer Ermittlungen auch manchem amourösen Abenteuer nicht abgeneigt ist.

"Der Gedanke, dass er den Schlüssel des alten Verwaltungsgebäudes besaß, in dem gestern eine Leiche gefunden wurde, ließ sie allerdings nicht mehr los. Ihr ganzer Körper begann angenehm zu prickeln bei der Vorstellung, sich in diesem alten Kasten umsehen zu können. Sie überlegte angestrengt, wie sie an den Schlüssel kommen könnte. Ein Blick auf den mampfenden, spargeldünnen Lehrer und sie schüttelte sich innerlich. Nein, ein zweites Mal würde sie sich nicht von ihm abschleppen lassen. Niemals. Aber wenn sich dort eine heiße Spur finden ließe, die zum Mörder führte? Zu Kevins Mörder?" (S. 75)

Margareta ist hartnäckig und zäh und meist der Gelsenkirchener Kriminalpolizei um einen Schritt voraus. Ihre Neugier treibt sie voran, doch durch ihre unkonventionellen Wege beim Ermitteln gerät sie selbst in Gefahr.

Wer das Ruhrgebiet liebt und seine Menschen, der sollte diesen Krimi nicht verpassen. Als Kind des Reviers habe ich mich köstlich amüsiert, hier wird nichts beschönigt, sondern die Dinge werden beim Namen genannt, mit einer gehörigen Portion Witz, wobei die Spannung nicht auf der Strecke bleibt. Margareta Sommerfeld löst in Zechenbrand nach Eisaugen ihren zweiten Fall und ein dritter Kriminalfall der Hobbyermittlerin ist bereits in Arbeit. Vielleicht treffe ich Margareta Sommerfeld ja doch einmal zufällig beim Einkaufen. Gern werde ich dann mit ihr einen Kaffee trinken, mich über die neuesten Absonderlichkeiten in unserer Stadt informieren und hoffen, dass ich in ihrem Umfeld nicht auch in Gefahren jeglicher Natur gerate…


Ellen Norten - 21. Juni 2013
ID 6878
Margit Kruse: Zechenbrand
307 Seiten, Paperback
Gmeiner Verlag 2013
ISBN 978-3-8392-1382-7
EUR 9.99 (DE)



Siehe auch:
http://www.gmeiner-verlag.de


Post an Dr. Ellen Norten



 

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