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Autobiografie

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Patti Smith ist die „Godmother of Punk“. Die Frau mit den langen grauen Haaren macht aus ihrem Alter keinen Hehl. 1946 geboren, wuchs sie in Illinois in ärmsten Verhältnissen auf. Sie gilt als Lyrikerin, Punk- und Rockmusikerin, Singer-Songwriterin, Fotografin und Malerin. Dies alles trifft auf sie zu, gleichzeitig lässt sie sich nicht in Kategorien pressen. Eine Frau, die ihren Weg gegangen ist und immer noch geht, die erfolgreich sein kann, es aber nicht sein muss und enorme Schicksalsschläge erlebte. Patty Smith ist eine Frau, die mich neugierig macht.

In ihrer gerade erschienenen Autobiografie Bread of Angels gewährt sie tiefe Einblicke in ihr Leben, ihre Gefühlswelt und ihre besonderen Räume, in die sie abtauchen kann und aus denen sie erst nach Stunden zurückkehrt. Schon als Kind spürte sie u.a. darin ihren Drang zur Kunst.


"Ich stellte mir vor, etwas zu haben, was mich verwandeln könnte, vielleicht seinen (Mandrake) Umhang oder die Fahne oder das Schwert von Jean D'Arc. Ich hatte noch nicht begriffen, dass die Fantasie, der Talisman der Gedanken bei weitem mehr bewirken konnte als ein fliegender Teppich oder ein magischer Umhang. Doch ich wusste sehr wohl um den Unterschied zwischen vorteilhaften Objekten und bloßen Schätzen, und wie in allen großen Geschichten über Tapferkeit musste man mit solchen Kräften etwas Würdiges vollbringen." (Ebook, S. 87)


Andere Details in ihrer Biografie kommen dagegen kurz weg. Da ist die Geburt ihres Kindes, das sie mit 18 Jahren zur Welt bringt und zur Adoption frei gibt, nur wenige Sätze wert. Erst nach diesem Ereignis beginnt die Karriere der Künstlerin. Sie geht nach New York, wo sie die nötige Freiheit und Inspiration erlebt; im berühmten Chelsea-Hotel mit dem Fotografen Robert Mapplethorpe zusammenlebt und die Patty Smith Group gründet. Und sie begegnet ihrer großen Liebe Frederick „Sonic“ Smith, für den sie ihren Song Frederick schreibt. Um mit ihm eine Familie zu gründen, unterbricht sie ihre Karriere, lebt mit ihm und ihren zwei Kindern bis zu seinem frühen Tod 1994 zusammen. Zuvor waren ihre Freunde Robert Mapplethorpe und der Kunstkurator Sam Wagstaff an AIDS gestorben. Einen Monat nach dem Tod ihres Mannes stirbt auch ihr Bruder Todd. Patty trauert, doch geht das Leben für sie weiter, und sie ist erfolgreich. Sie lebt für ihre Kunst.

In ihren späten Lebensjahren trifft sie ein weiteres unerwartetes Ereignis. Eine Äußerung ihrer Mutter kurz vor deren Tod und eine Fotografie offenbaren, dass ihr Vater vielleicht nicht ihr Erzeuger gewesen ist. Patty will diesen Sachverhalt mit Hilfe von DNA-Proben klären und trifft aus diesem Zweck auch ihre zur Adoption freigegebene Tochter. Über dieses ungewöhnliche Treffen verliert sie im Buch allerdings keine Worte, doch ihr leiblicher Vater steht nun fest. Es ist ein Mann jüdischer Abstammung, von dem es nur das Foto im Nachlass ihrer Mutter gibt. Eine neue Wendung in ihrem ungewöhnlichen Leben.

Patti Smith weiß zu schreiben. Die Lektüre wird nicht langweilig, auch wenn man kein expliziter Fan dieser Künstlerin ist. Begeisternd ist die Vielfalt ihres Könnens und die Art, wie sie aus Armut und familiärer Tragik immer wieder nach oben gelangt und ihre Kunst leben kann.


Ellen Norten - 18. Januar 2026
ID 15657
KiWi-Link zur Autobiografie von Petti Smith


Post an Dr. Ellen Norten

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