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Buchkritik

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Ramones, der Name wie auch das prominente Wappen prägt heute kultige T-Shirts, getragen von Jugendlichen, die beim Abschiedskonzert der Punkband noch nicht einmal gelebt haben. Wie hat der Mythos einer Band überlebt, die in ihrer Heimat, den USA, nur mäßig erfolgreich war und bei Nicht-Punks nur wenig populär wurde? Ramones, der Name steht anscheinend für Zeitgeist, für die Geburt der Punkmusik, steht für eine Musikszene, deren Mitglieder durch Laster, Leidenschaft und Drogen für Aufsehen sorgten, und er steht für frühen Tod.

Ein „normales“ Buch über die vier Jungs aus Queens zu schreiben wäre fast zu banal. Gelungen sind daher die Idee, die Band und ihre Geschichte in einem Comic auf Papier zu bannen und so den Mythos auch dem näherzubringen, der die damalige Zeit (noch) nicht miterlebte oder die vier niemals live erleben durfte.



"Natürlich hätten wir gern ein normales Leben geführt. Aber das war unmöglich. Wir waren völlig unangepasst. Wir hatten nur die Musik, um uns aus diesem Loch rauszukämpfen. Wir waren wütend, voller Hass. Also haben wir sie eines Tages endlich gegründet, unsere Band." (S. 34)


Dee Dee, Joey, Tommy und Johnny Ramone sind keineswegs Geschwister, wie der Name unterstellen mag. Die Künstlernamen stehen aber für das Bild einer Familie, als die sich die Bandmitglieder zumindest zwischenzeitlich fühlen durften, angeführt vom strengen Zepter Johnnys.

Da wir im Comic mit in den Van kriechen dürfen, der die Band transportiert, bekommen wir hier intime Details geboten. Johnny bestimmt, wer im Wagen fahren darf, ein einfacher Fan hat dort keinen Platz. Bis in die Schuhspitze ist das Outfit der Ramones festgelegt, ihre Lässigkeit und Drogenexzesse sind eben nur die eine Seite des Labels, die andere heißt Disziplin.

Wir lernen insbesondere Dee Dee Ramone kennen, dessen Vater in Deutschland stationiert ist und dort heiratet. Dee Dee verbringt einen Teil seiner Kindheit hier, eine Kindheit, die von einem saufenden und prügelnden Vater bestimmt wird. Schon früh flieht Dee Dee in eine Drogenwelt, seine diversen Süchte werden sein ganzes Leben bestimmen, führen ihn aber auch zur Musik.

Auch Joey, der mit 198 cm der Riese in der Band ist, leidet unter schweren psychischen Problemen und ist vom Marfan Syndrom gezeichnet. Nachdem Johnny ihm Linda, die Liebe seines Lebens, ausspannt, wechselt er mit diesem trotz der Arbeit in der gemeinsamen Gruppe kein Wort mehr. Lediglich Tommy führt ein halbwegs normales Leben, der Schlagzeuger ungarischer Abstammung bestimmt den Sound und gerät kaum ins Fadenkreuz der Kritik.

*

Die schrägen Comics verbergen nicht die Tragik, die sich zumindest hinter zweien der Musiker verbirgt. Ohne das strenge Zepter von Johnny hätte die Band vermutlich nicht so lange überlebt. Und eines muss an dieser Stelle gesagt werden: die Jungs konnten spielen, anders als so manche Punkband, die lediglich drei Akkorde herunterschruppte. One, Two, Three, Four, Ramones! bringt es auf den Punkt: Da waren vier Musiker aufeinandergetroffen, die sich vielleicht das Leben gegenseitig schwer gemacht haben, die sich in ihrer Musik jedoch genial ergänzten.



Ellen Norten - 26. April 2018
ID 10670
Link zum Buch:
http://www.knesebeck-verlag.de/one_two_three_four_ramones/t-1/677


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