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Gut betuchte
Gipfelstürmer
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Bewertung:
Es ist die Welt des Finanzadels. Nach dem Kletterunfalltod von Patrick Brinkhoff am Mont Everest entsteht durch den nun fehlenden Chefentwickler im Vorstand der Brinkhoff-Stiftung ein Machtvakuum. Doch erst nach geraumer Zeit beginnt ein unterschwelliger Kampf um das Milliardenvermögen, an dem auch Familienangehörige der Stiftung nicht unbeteiligt sind. Obwohl der verstorbene Firmenchef einst seine Mitstreiter reichlich finanziell versorgte, scheinen die meisten von ihnen nun noch mehr vom Kuchen haben zu wollen. Sie alle hätten also ein Motiv, ehemalige oder aktuelle Kollegen aus dem Weg zu räumen.
Tatsächlich wird einer nach dem anderen von ihnen auf bestialische Art und Weise zu Tode gefoltert. Ein Baumogul hängt kopfüber im Rohbau eines Frankfurter Hochhauses, den Fuß in einem Seil verfangen und qualvoll erstickt. Ein anderer wird mit ungebremster Brutalität erschlagen und zudem mit einer Schrotflinte ins Gesicht geschossen, und wieder ein anderer beendet sein Leben in einer Kühltruhe. Wie so oft bleibt fast bis zum Schluss offen, wer hinter der Mordserie stecken könnte. Doch immer wieder weisen die Spuren zurück, zu dem Unfall am Mont Everest.
Nele Neuhaus bedient ein aktuelles Thema. KI, Chatbots und die schier endlosen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz werden mit dem Programm PROMETHEUS gut recherchiert dargestellt.
PROMETHEUS ist der erste Schritt zu einer künstlichen Superintelligenz, einem Maschinenverstand, einer Erfindungsmaschine, die eines Tages in der Lage sein wird, Lösungen für sämtliche Probleme der Menschheit zu finden, für die Ernährung, den drohenden Klimakollaps, die Heilung schwerer Krankheiten und den ungleichen Zugang zu Bildung. Das war der Antrieb meines Schwagers, er hatte dabei nur verdrängt, dass das alles eben auch ins Gegenteil kippen kann, wenn skrupellose Menschen PROMETHEUS missbrauchen oder wenn es sich gegen seinen Schöpfer richtet, indem es selbst Entscheidungen trifft, die es für gut hält. Ein solcher Kontrollverlust könnte irreversible Folgen haben." (Alles wird Asche, S. 345)
Warnt Julian Melchior, der mit Brinkhoffs Schwester verheiratet ist. Doch ist es nicht eine Gefahr der KI, sondern die der in ihrem Selbstbewusstsein gekränkten Menschen, die den Krimi am Laufen hält.
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In diesem zwölften Fall der Bodenstein-Kirchhoff Krimiserie spielt Bodenstein keine bedeutende Rolle. Stattdessen offenbart uns seine Mitarbeiterin Pia Sander ihre Ermittlungsstrategie und ihr Gefühlsleben. Sie war einst mit dem Pathologen Kirchhoff verheiratet und dieser, „nebenberuflich“ mittlerweile sehr erfolgreiche Krimiautor huldigt ihr, indem er sie in seinen Büchern immer wieder auftreten lässt. Eine vielleicht neu aufkeimende Liebe wird hier beiderseits wortreich begleitet. Das ist für mich nur mäßig interessant, da ich einen Krimi und keinen Liebesroman erwarte. Vielleicht hat sich die Bodenstein-Kirchhoff-Serie mit diesem zwölften Fall totgelaufen. Der Krimi ist gut, aber gefesselt hat er mich diesmal nicht. Es ist ein bodenständiger Kriminalroman, der mit Toten nicht spart und manche vielleicht schon vorausahnbare Wendung nimmt.
Ellen Norten - 8. November 2026 ID 16140
Ullstein-Link zu
Alles wird Asche von Nele Neuhaus
Post an Dr. Ellen Norten
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