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Biografie

Extremist der Liebe





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Fünfzig Jahre liegt das Attentat auf Martin Luther King zurück, dennoch haben seine Forderungen nach Rechten für die schwarze Bevölkerung in den USA immer noch eine traurige Aktualität. Denn ein friedliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen ist bis heute ein Traum geblieben. „I have a dream“ ist der wohl bekannteste Satz des amerikanischen Baptistenpredigers, Friedensnobelpreisträgers und Bürgerrechtlers, doch sein Traum, den er mit seinem Leben bezahlte, ging nicht in Erfüllung.

Es war ein kurzes und bewegtes Leben, das am 4. April 1968 durch die Tat eines heimtückischen Killers mit einem Schuss ins Gesicht endete. King wusste, wie gefährdet er war. Er hatte bereits einen Bombenanschlag und mehrere andere Angriffe überlebt, seine Familie und er erhielten ständig Drohungen und Beschimpfungen. Und dennoch ließ er sich in seiner Arbeit nicht beirren, suchte sogar Verständnis für seine zumeist weißen Feinde und lehnte jede Form von Gewalt strikt ab.



"Wer zu Gewalt aufrufe, so meinte er in einer Rede, begebe sich auf das Niveau der Unterdrücker. 'Ich habe Gewalt satt', rief er seinen Zuhörern zu. 'Ich werde keine Gewalt gebrauchen, wer auch immer sagt, ich solle es tun.'" (S. 88)


Damit distanzierte er sich klar von der Black Power Bewegung und Malcom X.

Während er in den Südstaaten auch von offizieller Seite angefeindet wurde, erhielt er von Präsident Kennedy und zunächst auch von dessen Nachfolger Johnson lange Zeit Rückendeckung, bis er den Vietnamkrieg öffentlich kritisierte.



„'Die Feigheit fragt: Ist es sicher? Die Zweckmäßigkeit fragt: Ist es diplomatisch? Und dann kommt die Eitelkeit und fragt: Ist es populär? Aber das Gewissen fragt: Ist es recht?' Die Bomben auf Vietnam waren für King nicht recht. Frauen und Kinder mit Napalm zu verbrennen, war nicht recht." (S. 92)


Trotz seines frühen Todes hat King bleibende Veränderungen bewirkt. Die Rassentrennung, die in den Südstaaten in öffentlichen Verkehrsmitteln herrschte, wurde noch zu seinen Lebzeiten abgeschafft, das Wahlrecht für Schwarze wurde weitgehend eingehalten, und ein Gesetz für die Gleichberechtigung bei den Mietpreisen und beim Erwerb von Wohneigentum trat kurz nach seinem Tod in Kraft. Doch obwohl die Familie des Ermordeten weiter für die Rechte der Schwarzen kämpfte, verloren die Proteste ihre Kraft. Das Charisma, die Ehrlichkeit und seine besondere Art auf Menschen zuzugehen fehlte. So ist es zumindest wichtig, 50 Jahre nach dem Tod dieses großen Menschenfreundes sich mit seinen Gedanken und Forderungen zu beschäftigen.

*

Die kurze, schwarz-weiß bebilderte Biografie von Alois Prinz gibt einen guten Überblick über das Leben und Wirken des Mannes, der bis heute Spuren hinterließ. Es ist das Buch über einen Mann, der trotz eines extremen Widerstandes nicht aufgab. Auf seinem Grabstein steten die Worte aus dem alten Negro spiritual, die er am Ende seiner großen Rede in Washington gesprochen hatte:



"'Free at last, free at last, thank God Almighty, we are free at last.'" (S. 98)


Ellen Norten - 7. April 2018
ID 10626


Link zum Buch:
http://www.suhrkamp.de/buecher/martin_luther_king-alois_prinz_36330.html


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