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Krimi

Spürnasen auf

sechs Beinen





Bewertung:    



Wer meint, dass lediglich Hunde eine feine Nase haben, der irrt. Mit ihren Antennen können Insekten noch den Hauch eines Duftes oder Gestanks wahrnehmen. Was läge da näher, als sie auch in der Kriminalistik einzusetzen? Das Bienchen begibt sich dann also nicht nur auf die Suche nach einer Blume, sondern sucht auch nach einer halbverwesten Leiche, verborgen im lockeren Waldboden. Das klingt zwar erst einmal befremdlich, doch offenbart auch neue Möglichkeiten.

Dr. Klaas Hansen ist Biologe und erprobt im Rahmen eines Forschungsprojektes die sogenannten Sniffer Bees. Die Tiere werden auf bestimmte Gerüche konditioniert, die sie dann finden müssen, z.B. menschliche Leichenteile, die Projektmitarbeiter an für den Forscher unbekannten Stellen verstecken. Der prüft dann, ob seine Versuchstiere ihm den Weg zu den makabren Funden weisen. Im konkreten Fall signalisieren ihm die Tiere tatsächlich einen Weg, doch an dessen Ende befindet sich nicht nur ein Leichenteil, sondern gleich eine ganze Leiche, die nichts mit dem Versuch zu tun hat. Da die Leiche bereits seziert wurde, scheint es sich nicht um ein Mordopfer zu handeln.

Die Skurrilitäten setzen sich fort, als die Leiche identifiziert wird. Der Leichnam hat auf dem Friedhof in Dahlfeld sogar eine Grabstätte, in der liegt allerdings wiederum ein anderer Toter, der ebenfalls zuvor obduziert wurde. Die kuriosen Leichenfunde bergen ein Geheimnis, und das will auch der „an der Nase herumgeführte“ Wissenschaftler Klaas Hansen entschlüsseln. Er startet eine hartnäckige Recherche, bei der er auf eine mysteriöse junge Frau mit Namen Jessie stößt.

Jessie ist ebenfalls in düsterer Mission unterwegs. Sie betrauert ihre Freundin Margret, an deren Freitod sie nicht glauben will, zudem deren Kollege Hirschfeld wenige Tage nach ihrem Tod Opfer eines Autounfalls wird. So gibt es vier Tote, zwei Ermittler und einen Bienenschwarm.

Diese Fakten sind verwirrend, hängen aber auch irgendwie zusammen. Wer ist Täter, wer Opfer? Kathleen Weise versteht es die einzelnen Handlungsstränge geschickt auseinanderzuhalten, so dass man der Geschichte und ihren Verwirrungen gut und gerne folgen mag. Und dann halten Hansen und Jessie plötzlich Beweise in den Händen, die die Toten mit einem ganz neuen Licht beleuchten und die Kommissar Jacobsen wieder auf den Plan rufen.



„'Hören Sie, es geht mir nicht um einen Wettbewerb. Ich will sie nicht anschwärzen. Ich sage Ihnen nur, dass sie und Ihr Ermittlungsteam sich das Material ansehen müssen. Wir halten uns nicht für Sherlock und Watson, aber ich kann auch nicht ignorieren, was wir herausgefunden haben. Es geht uns nur darum, dass die Akten nicht endgültig geschlossen werden.'
'Sie sind keine Kriminalbeamten.'
Hansen packte die Lehne des Stuhls vor sich. „nein, deswegen bin ich ja jetzt auch hier.“



Hansen bleibt bis zum Schluss der korrekte Wissenschaftler und fast Ermittler wider Willen, während Jessie eher unkonventionelle und gefährliche Wege geht, die letztlich zum Ziel führen.

Es ist nicht nur ein spannender Krimi mit unerwarteten Wendungen, dem eine ungewöhnliche Idee zu Grunde liegt, hier wird auch das heute noch komplizierte Verhältnis wischen „Ossis“ und „Wessis“ thematisiert. Hansen kommt aus dem Westen, während Jessie aus einem kleinen Dorf bei Leipzig stammt. Rückschauen auf das Leben von Jessie und ihrer Freundin erlauben tiefe Blicke auf eine triste und fast ausweglose Situation in den Nachwendejahren auf dem Land. Eher ungewöhnlich ist dagegen die Biografie des Forschers, der vor seiner Wissenschaftskarriere zur See gefahren ist und immer noch den Charakter eines knurrigen Seebären zeigt, was dem Roman [Das falsche Grab] einen besonderen Charme verleiht.



Ellen Norten - 11. Januar 2019
ID 11144
Link zum Krimi Das falsche Grab


Post an Dr. Ellen Norten

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