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Buchkritik

Ungleiche Frauen





Bewertung:    



Der siebente Fall von Kommissar Carl M im Sonderkommissariat Q lässt uns Bekanntschaft machen mit Frauen, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten. Da sind Jazmine, Denise und Michelle, drei eitle Hippen, die ihr Leben über das Sozialamt finanziert wissen wollen, und da ist Anneli, das graue Mäuschen hinter dem Tresen, die über die Unterstützung dieser Frauen zu entscheiden hat.


"Anneli grinste, als sie sich die drei Schnepfen plattgefahren auf der Straße vorstellte, und schließlich lachte sie sogar lauthals los. Sie lachte und lachte, bis sie am ganzen Körper zitterte.
Da sah sie sich plötzlich im Rückspiegel: ihren offenen Mund, ihre Zähne, diesen Ausdruck in den Augen. Sie erschrak.
Gleichzeitig begann ihr Körper ein Eigenleben zu führen. Die Hände klopften auf die Schenkel, die Knie schlugen gegeneinander, die Füße trommelten auf die Matte. Das sah wahrscheinlich total bescheuert aus, aber es war nicht so unangenehm. Ob es sich so anfühlte, wenn man ein Aphrodisiakum geschluckt hatte?"
(S. 235)


Jussi Adler-Olsen lässt uns [in Selfies] tief in die Seelen der ungleichen Frauen schauen, und es gelingt ihm auch aus seiner männlichen Perspektive überzeugend und gut. Die Abgründe in ihren so unterschiedlichen Charakteren führen im Endeffekt plausibel zu den grausamen Verbrechen. Doch damit nicht genug an merkwürdigen Frauen und an unerwarteten Zusammenhängen, denn schließlich gibt es da noch eine alte Frau, die sich in einem Kopenhagener Park vor ihrem Mörder erfolglos versteckt, und dieser Mord steht wiederum in Zusammenhang mit einem vor über 10 Jahren begangenen Tötungsdelikt an einer jungen und attraktiven Lehrerin.

Eigentlich ist es erst diese ungelöste Tat, die das Sonderdezernat Q auf den Plan ruft, denn das ist für langfristig ungelöste Verbrechen zuständig. Doch Kommissar M, seine Mitarbeiter Gordon und Assad arbeiten nur mit halber Kraft, da Rose, die Frau im eigenen Team, ebenfalls in großer Gefahr schwebt. So sind es insgesamt fünf auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Fälle, deren Zusammenhänge erst im Lauf der Ermittlungen offensichtlich werden und die dadurch die Spannung ständig steigern.

In diesem Thriller geht es nicht nur um Mörder und Tatverdächtige, es geht auch um Rose, der das Schicksal übel mitgespielt hat. Ohne diese zutiefst menschliche Seitenhandlung wären die an den anderen Fällen beteiligten Personen insgesamt in ihrer Niedertracht kaum zu ertragen.

Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, gut recherchiert, und es ergeben sich immer wieder überraschende Wendungen. Kommissar M, seine Kollegen Assad und Gordon sowie Rose verkörpern originelle und sympathische Charaktere, die der Leser der vorangegangenen Bände bereits kennt, in diesem Buch weiter kennen lernt und denen man auch in zukünftigen Thrillern wieder begegnen möchte.



Ellen Norten - 23. Januar 2018
ID 10488
Buch-Link: https://www.dtv.de/buch/jussi-adler-olsen-selfies-19904/


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