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Gespräche mit Günther Uecker




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Unter den deutschen Künstlern der Gegenwart hat kaum ein zweiter eine so unverwechselbare Handschrift wie Günther Uecker. Seine Nagelbilder sind auf den ersten Blick identifizierbar. In immer neuen Anläufen hat Uecker seine „Methode“ variiert, durchgespielt, erweitert. Allerdings sind die Nagelbilder nur ein, wiewohl zentraler Teil seines mit ganz verschiedenen Materialien operierenden Werks bis hin zu Bühnenbildern für Götz Friedrich. Der Filmemacher Michael Kluth, dessen Interessen ansonsten schwerpunktmäßig dem Theater und Ungarn gelten, hat den Künstler über Jahre hinweg mit seinem Team begleitet und um Auskünfte gebeten. Nun liegen die Gespräche von 1988-2018 oder die Antworten daraus, reich, wenngleich leider kleinformatig illustriert, [unter dem Titel Poesie der Destruktion] in Buchform vor.

Die meisten Künstlerbiographien verlieren sich im Anekdotischen, nähern sich dem belanglosen Tratsch, der wenig aussagt über Wesen und Eigenart des Werks. Kluth und Uecker gelingt es, im Dialog den Zusammenhang zwischen individueller Erfahrung und künstlerischer Produktion herauszuarbeiten, Lebensbeschreibung und Kunsttheorie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Ueckers Kunstphilosophie ist politisch, poetisch, auch religiös angehaucht. In seinen Erklärungen bedient er sich gerne metaphysischer Metaphern, die eine mehrdeutige Interpretation zulassen. So konsequent sein Stil zu sein scheint, passt er sich doch den verschiedenen Kulturen und Anlässen an, in denen sich Uecker, neugierig und mit einem offenen Blick, bewegt. Er betont zwar die Bedeutung seiner Herkunft, lässt seine Heimatverbundenheit erkennen. Zugleich aber ist Uecker ein internationaler Künstler, der zwischen Japan und Kuba verstanden oder, im Einzelfall, auch nicht verstanden wird. Ganz nebenbei liefert das Buch ein starkes Argument gegen die Vorstellung, dass politische Kunst einem naiven Realismus huldigen müsse.



Thomas Rothschild – 22. September 2018
ID 10931
Link zur Poesie der Destruktion


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