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nachDRUCK # 2

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Krimi

Kriminalroman oder

Liebesgeschichte?





Bewertung:    



Privatdetektiv Cormoran Strike und seine Geschäftspartnerin Robin Ellacott ermitteln nun zum achten mal. Wieder hat Robert Galbraith alias J.K. Rowling in über 1.200 Seiten einen Roman geschaffen, in dem die Hauptprotagonisten es nicht erreichen sich ihre gegenseitige Liebe zu gestehen. Missverständnisse und die Angst vor gegenseitiger Zurückweisung prägen den Ablauf. Dazwischen gibt es tatsächlich einen Kriminalfall zu lösen, und der ist recht eigenartig.

Im Tresor eines Silberwarenhändlers wird eine verstümmelte Leiche gefunden. Die Polizei identifiziert das Opfer sehr schnell, aber die neue Klientin von Strike und Robin bezweifelt die Identität des Toten. Die Recherchen beginnen und zeigen recht bald, dass mindestens vier weitere Männer in Frage kommen, die verschwunden sind und die u.U. mit dem Verbrechen in Zusammenhang stehen. Und es wird noch etwas anderes deutlich. Die Arbeit von Strike und Robin bleibt nicht unbeobachtet. Im Gedränge eines überfüllten Kaufhauses wird Robin völlig unerwartet angegriffen.


"Eine riesige Hand legte sich schmerzhaft um ihren Nacken und drückte so fest zu, dass sie weder den Kopf drehen noch einen Laut von sich geben konnte, weil die kräftigen Finger an ihrer Halsschlagader lagen. Robin war so schockiert, dass sie nicht recht begriff, was passierte, oder auch nur die Arme heben konnte, während sich um sie herum weitere Kunden drängten […].
Der Mann, der sie festhielt [...] zischte ihr ins Ohr:
'Es passiert wieder, wenn Du den Scheiß nicht lässt.'
Er ließ sie los, versetzte ihr zugleich aber einen Stoß, dass sie mit einer Mutter mit einem Kleinkind auf dem Arm zusammenprallte. Die Frau stieß einen Schrei aus und ließ das Glas Brandy-Butter in ihrer Hand fallen, sodass es auf dem Boden zersplitterte."


(Der Tote mit dem Silberzeichen, S. 337)



Es geht hier nicht nur um die Identität des Toten und ein einzelnes Verbrechen, hier tritt ein ganzer Rattenschwanz krimineller Machenschaften an die Oberfläche. Der Laden des Juweliers liegt direkt neben dem Haus der Vereinigten Großloge von England. Wer nun denkt, Einblicke in die Welt der Freimaurer zu erhalten, der liegt falsch. Neben den silbernen Requisiten, von denen der protzige Tafelaufsatz eine wichtige Rolle spielt, erfahren wir wenig über diese Organisation und ihre Logen. Stattdessen gibt es neue Dramen zwischen den beiden Protagonisten, die sich in Eifersucht und Leidenschaft verzehren. Da weitere Fälle folgen sollen, ist anzunehmen, dass auch in diesem Band das Happy End zwischen den beiden ausbleibt. Trotz männlichem Synonym der Autorin zeigt diese Liebesgeschichte manch romantisierende und moralisch altmodische Sichtweisen, z.B. dass der alleinstehende Strike sich tatsächlich in seinem Frust auch einmal woanders Trost sucht – pfui Teufel.

Diesmal hat es die Autorin mit der Ausführlichkeit in jeglicher Hinsicht übertrieben. Zuviel Geplänkel zwischen den beiden Protagonisten, zu viele mögliche Opfer, zu viele Angehörige der möglichen Opfer, ein Personenverzeichnis wäre hier hilfreich gewesen. Obwohl spannend geschrieben, verlor ich beim Lesen immer wieder den Überblick.

Schade, denn das Konzept und der vorangegangene Band mit den Londonern Ermittlern hat mir gut gefallen. Auch kann ich mit den vorangestellten Zitaten, die nicht nur zu Beginn der einzelnen Teile stehen, sondern auch jedes Unterkapitel zieren wenig anfangen.


Ellen Norten - 20. Februar 2026
ID 15708
blanvalet-Link zum Toten mit dem Silberzeichen


Post an Dr. Ellen Norten

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