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Trügerische
Freundschaften
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Bewertung:
In der isländischen Kleinstadt Akranes zerstört ein nächtlicher Brand ein Einfamilienhaus, dabei kommt ein junger Mann ums Leben. Die Spurensicherung ist sich schnell im Klaren, dass es kein Unfall war, sondern Brandstiftung und Marinó, der Tote ist damit vermutlich ein Mordopfer. Erste Befragungen gelten dem Freundeskreis von Marinó. Es handelt sich um eine eigenartige Gruppe junger Erwachsener, deren Freundschaft nur vordergründig zu funktionieren scheint. Doch das liefert noch kein Motiv für einen Mord. Die Ermittlungen führen Kommissarin Elma und ihren Kollegen Sævar nun zu den Eltern des Toten, die im gleichen Haus lebten.
"'Wer hatte Zugang zu Eurem Haus' fragte sie anschließend.
'Nur wir.' Gerða sah ihren Ehemann an.
'Ja, nur die Familie', sagte Finnur. 'Warum fragt Ihr?'
'Als die Feuerwehr eintraf, war die Tür abgeschlossen', sagte Elma, 'und der Ursprung des Feuers war im Haus.'
'Ich verstehe nicht', sagte Gerða. 'Was heißt das?'
'Wir überlegen, ob Marinó die Tür vielleicht nicht aufgesperrt hat, als er nach Hause kam, und der Brandstifter sie dafür hinter sich abgeschlossen hat', sagte Elma. Sie wusste, wie unsinnig das klang, aber eine andere Erklärung hatte sie nicht. Wenn ein Außenstehender den Brand gelegt hatte, musste er irgendwie ins Haus gekommen sein. Sie bezweifelte, dass Marinó bewusst jemanden hineingelassen hatte, denn beim Eintreffen der Feuerwehr hatte er im Bett gelegen."
(Eva Björg Ægisdóttir, Verborgen, S. 25)
Der ohnehin unübersichtliche Fall nimmt eine noch düsterere Wendung, als im Gartenschuppen des ausgebrannten Hauses eine zweite Leiche entdeckt wird. Schnell ist diese identifiziert. Es handelt sich um ein junges Au-pair-Mädchen, das seit zwei Wochen als vermisst gilt. Hängen die beiden Verbrechen zusammen? Die Faktenlage wird immer verworrener, und die Gründe für die Morde bleiben im Dunkeln. So wird es auch für mich als Leserin schwierig, den einzelnen Spuren zu folgen und mögliche Tatmotive zu ergründen. Es entwickeln sich zwei Fälle, die nur langsam ihrer Lösung zustreben und dies ist möglicherweise typisch für einen Islandkrimi. Es gibt keinen Showdown, sondern die Taten schälen sich langsam aus ihrer Umgebung hervor.
Vielleicht ist es die isolierte Lage von Island, die der Autorin eine andere Gangart verleiht. Sie nimmt sich Zeit für ihre Erzählung, was mir als passionierte Krimileserin manchmal zu langatmig erscheint, auch sind mir manche Zusammenhänge zu offensichtlich.
Island hat ca. 400.000 Einwohner und ebenso viele Schafe. Die Isländer bleiben gerne unter sich, Touristen werden meist von Arbeitskräften aus dem europäischen Ausland versorgt, und so ist es schwierig als Urlauber „echte“ Isländer kennenzulernen. Vielleicht schlägt sich diese Mentalität auch in diesem Krimi nieder, ein Krimi von einer Isländerin für Isländer, ein Problem, das die Übersetzerin nicht auffangen kann.
Insgesamt gibt es fünf Fälle der Krimireihe. Die Bücher können ohne Probleme einzeln gelesen werden. Mir hat dieser eine Band genügt, der keineswegs echte Schwächen aufzeigt, mich aber dennoch nicht begeistern konnte.
Ellen Norten - 6. Oktober 2026 ID 16076
KiWi-Link zum Island-Krimi
Verborgen
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