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Rezension

Gunter Lösel

Theater ohne Absicht

Ein Herz-, Hand- und Hirnbuch für Improvisationstheater
Verlag Buschfunk



Kein Buch, kein Artikel, kein Kommentar zum Thema Improvisationstheater und Theatersport, in dem nicht der Name Keith Johnstone erwähnt wird. Zu Recht, denn Johnstone gilt nicht nur nur als Erfinder, Mentor und \"Großvater\" dieser Theaterform, sondern entwickelt seine Gedanken in immer neuen Veröffentlichungen stetig weiter. Einer, der vom Improfieber ergriffen wurde hat nun seinerseits seine Gedanken zum Thema geordnet und aufgeschrieben: Gunter Lösel, Schauspieler, Psychologe, Autor, Impro-Theater-Leiter arbeitet nach den Prinzipien, die er in seinem Buch \"Theater ohne Absicht\" für die Spieler definiert: Reichtum an Assoziationen und Bewusstseinsbildung per Rechtfertigungsdruck.

Nach dem Muster des Mind-Mapping betrachtet Lösel das Impro-Theater aus verschiedenen Perspektiven. Er ist sowohl kulturkritisch motiviert, verweist auf moderne Hirnforschung, stellt Zusammenhänge zu verschiedenen psychologischen Theorien her und widmet sich auch ausführlich der Figuren- und Plotentwicklung. Dem in diesen Bereichen vorgebildeten und interessierten Leser erwartet ein gewisser inspirierender \"Memory-Effekt\". Allerdings ist Lösel wissenschaftlich unredlich. Er stellt Forschung und Meinungen ununterschieden nebeneinander, leitet Werte aus Fakten ab, was ein logischer Fehlschluss ist und bleibt die üblichen Nachweise schuldig. Nun gut, vielleicht ist dieses Buch eben keine wissenschaftliche Abhandlung, kein \"Hirn-Buch\". Als Handbuch für Spieler ist es aber auch nicht konzipiert. Dazu bleibt es zu theorielastig und die eingeschobenen Übungen zu abstrakt. Dabei weiß Lösel natürlich, dass Improvisationstheater aktives Handeln voraussetzt und durch theoretischen Background möglicherweise eher blockiert wird. Bleibt die Option \"Herz-Buch\". Im Vorwort schreibt Lösel von seinen Frustrationen mit dem etablierten Theater, weitet diese kulturkritisch aus und argumentiert ästhetisch wie moralisch-humanistisch-menschlich für einen neuen Zugang zur darstellenden Kunst. Das ist löblich, aber für den Leser im Grunde genommen uninteressant.

Im Gegensatz zu dem von Lösel gewollten Theater braucht ein Buch, ein Sachbuch zudem, eine klar erkennbare Absicht. Diese ist bei aller Bildung, Gelehrsamkeit und gutem Willen nicht auszumachen. Weder ist es eine wissenschaftliche Analyse des Phänomens, noch eine Spielanleitung. Und eine Rechtfertigung braucht Theatersport auch nicht. Wer sich für Improvisationstheater interessiert ist nach wie vor bei Keith Johnstone am besten aufgehoben.

s.l.- red. / 22. Juni 2004
ID 00000001116
Siehe auch:
http://www.buschfunk.de






 

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