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Besprechung

simultan - zwei sammlungen oesterreichischer fotografie

Museum der Moderne Salzburg
©2005 Christian Brandstaetter Verlag Wien und die Autoren
ISBN 3-902510-20-X


Ein Wunsch geht in Erfüllung: Das Foto als Medium der Erinnerung findet seinen Platz

In Salzburg läuft die Ausstellung simultan im Museum der Moderne am Mönchsberg noch bis zum 15. Januar 2006.
Der Wiener Christian Brandstätter Verlag gibt den Ausstellungskatalog "simultan, zwei sammlungen österreichischer fotografie, aus den beständen des bundes und des museums der moderne salzburg" dazu heraus.
Wenn man nun in Buxtehude zu beschäftigt ist, um nach Salzburg zu jetten, in Tokio frisch verliebt oder in Berlin mit Gipsbein liegt – kein Grund zu trauern.
Denn: simultan, der schwere Bildband über österreichische Fotografie seit 1945 mit 384 Seiten und ca. 400 Farb- u. SW-Abbildungen auf halbmattem Kunstdruckpapier, ermöglicht jedem und jeder, mit Muße durch die Ausstellung zu wandern, dabei im Bett zu liegen oder mit der Krücke am Küchentisch zu blättern.

Rund 100 Fotografinnen und Fotografen werden vorgestellt, die mit ihren mehr als 500 Werken einen vertieften, exemplarischen Einblick in das fotografische Schaffen nach 1945 bieten.
Die Textbeiträge schrieben Monika Faber, Martin Hochleitner, Ruth Horak, Hubert Klocker, Marc Ries, Marie Röbl, Urs Stahel, Margit Zuckriegl. Urs Stahel, Kurator und Direktor des Fotomuseums Winterthur in der Schweiz, verantwortet das Konzept, Direktorin der Ausstellung und Herausgeberin ist Agnes Husslein-Arco.
simultan beginnt mit einem „Prolog“ und endet mit einem „Clash“.
Der Einstieg im „Prolog“ ist heftig: Starter sind die „Perspektiven der Vernichtung“ (Wolfgang Kudrnofsky, geb. 1927) gefolgt von Bildern aus der Serie „homecoming“ (Ernst Haas). Sie zeigen Impressionen aus den kargen Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Im „Aktionismus“ rund um Nitsch, Brus, Schwarzkogler und Muehl wird die Fotografie zu einem wichtigen Medium der Dokumentation von beinahe alle körperlichen Grenzen und Tabus überschreitenden Aktionen.
KünstlerInnen wie Valie Export, Eva Schlegel, Elke Krystufek oder Matthias Herrmann hinterfragen im Kapitel “Identität“ das Bild des „Ich“ zwischen Klischees, tradierten Rollenbildern und Codes, die sie fotografisch dekonstruieren.
In „Bildspiele“ wird dieses Spiel mit Identitäten bei anderen Künstlern zu einem Hinterfragen des Mediums der Fotografie selbst, seiner Techniken und Materialien, wie zum Beispiel bei Peter Weibel, Ilse Haider und Inge Dick.
„Konstruierte Wirklichkeiten“ präsentieren die Arbeiten von Lois Renner, Herwig Turk oder Constanze Ruhm.
Filmische, theatralische Momente kommen „Szenario“ in den Reisefotografien von Paul Albert Leitner, den One-Minute-Sculptures von Erwin Wurm, den schrillen Auftritten von Gelatin, den szenischen Filmräumen von Markus Schinwald u.v.a. zum Ausdruck.
„Das Land“ thematisiert „Österreich“. In einer Reihe von Arbeiten von Manfred Willmann, Heinz Cibulka, u.v.a. wird die Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges, die Atmosphären und Konflikte, die sich im täglichen Leben herstellen, gezeigt.
Im „Sozialraum“ ist man in der Gegenwart angekommen. Aglaia Konrad, Walter Niedermayr, Margherita Spiluttini u.a. schließlich führen uns die Strukturen und Bedingungen des menschlichen Lebens in heutiger Gesellschaft und Urbanität vor Augen.
Der Ausstieg endet in „Clash“ bunt mit Judith Huemer (geb. 1969, balance of mind) und romantisch-sanft mit „Sonnenfinsternis“ von Nives Widauer (geb. 1956) aus der Serie Shortcuts.
Die 51-jährige in Wien gebürtige Autorin Monika Faber studierte Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. Sie arbeitet vor allem zur österreichischen und internationalen Photographie der Zwischenkriegszeit.
Im Verlag Christian Brandstätter erschienen bisher mehrere Bücher von ihr u.a. Madame d’Ora Wien – Paris. Portraits aus Kunst und Gesellschaft.
In simultan ist alles enthalten: Entbehrung, Schmerz, Auflehnung, Anpassung.
Das Alltägliche und das Besondere, Kunst und Banalität. Auch das Häßliche und das Schöne.
Alles ist wunderbar fotografiert.
simultan ist somit ein umfassendes, ästhetisches und dokumentarisches Werk.
Und auch ein sehr Schönes.

simultan
zwei sammlungen österreichischer fotografie
aus den beständen des bundes und der moderne salzburg
Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg
Format 24,3 x 28,6 cm, Fadenheftung, Leinen mit 4farbigem Schutzumschlag
©2005, Museum der Moderne, Christian Brandstätter Verlag Wien und die Autoren
Preis 39,90 Euro
ISBN 3-902510-20-X
www.cbv.at


h.m. - red-berlin / 10. Januar 2006
ID 00000002205
simultan in Salzburg
Ausstellung 15. Oktober bis 15. Januar 2006
Museum der Moderne, Salzburg, Mönchsberg
Österreichische Fotografie seit 1945
Am Mönchsberg 32
A - 5020 Salzburg
www. museumdermoderne.at



Siehe auch:
http://www.cbv.at




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