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Rezension

Don Winslow - "Satori"

Thriller
Heyne 2011
ISBN: 978-3-453-40808-1


chai-kai. hanto. cha-noyu. cha-wan. go-kang. Hutongs. Sagen Ihnen die Wörter etwas? Nein? Nun, dann sollten sie unbedingt Don Winslows neuen Roman lesen. Mit Satori schreibt der berühmte Krimiautor die Vorgeschichte, zu dem 1979 erschienen Politthriler „Shibumi“ von Trevanian. In beiden Romanen geht es um Nikolai Hel – von Beruf Killer.

Wir schreiben 1951 in Tokio. Amerika und Russland kämpfen um die Vorherrschaft in Asien. Und hier gerät Nikolai Hel mitten hinein. Die CIA, die ihn vor einigen Jahren verhaften und foltern ließ, macht ihm nun ein Angebot. Wenn er den sowjetischen Botschafter in Peking tötet, erhält er seine Freiheit.

Nikolai Hels Rolle ist fortan Sohn des Waffenhändlers Guibert. Neben der neuen Identität, muss er sich zusätzlich einer äußerst schmerzlichen Gesichtsoperation unterziehen, damit er Guiberts Sohn wirklich ähnelt. „Ihr derzeitiges Erscheinungsbild würde Fragen aufwerfen, deren Antworten nicht zu ihrer Tarnung passen, die wir unter Aufwendung großer Mühe für Sie gefunden haben.“

Danach wird er nach Frankreich geschickt. Mit Hilfe von Solange soll er seinen Wortschatz erweitern und den Akzent und das Benehmen eines im Süden lebenden Franzosen erlernen.

Unter seinem Decknahmen und einem angeblichen Waffenverkauf, reist Nikolai Hel schließlich nach Peking. Schon sehr bald nimmt er ersten Kontakt mit dem russischen Botschafter auf. Doch der richtige Moment für dessen Ermordung muss erst noch kommen.

Für Nikolai Hel beginnt nun eine Zeit, in der er niemanden trauen kann und dennoch verraten wird, selbst Intrigen spinnt und immer tiefer in das Netz aus Wahrheit und Lüge gerät. Es ist eine Zeit, in der er versucht, am Leben zu bleiben.

Satori ist ein fesselndes Buch, das vor allem von seinen vielschichtigen Figuren und Nikolai Hel lebt. Realitätsnah beschreibt Don Winslow die einzelnen Charaktere, die sich fugenlos in den Krieg zwischen Amerika und Russland einpassen.

Es ist allerdings hilfreich, wenn man sich ein wenig mit der Geschichte um 1950 in Asien auskennt. Denn der Krieg zwischen den beiden Parteien und auch die Beweggründe mancher Militäraktionen in Asien, bilden den zentralen Hintergrund um Nikolai Hel und seine Mission.

Und trotz der häufig auftauchenden Fremdwörter, chinesisch, französisch, englisch..., liest sich das Buch sehr angenehm. Wenn einem die Bedeutung eines Wortes nicht mehr einfällt (hier wäre eine kleine Übersetzungsliste im Anhang recht nett gewesen), ist das aber nicht weiter schlimm, denn der Sinn des Wortes liest sich aus dem Zusammenhang heraus.

Satori meint im Zen-Buddhismus eine plötzliche Erleuchtung, eine Erkenntnis des Lebens, wie es wirklich ist. Don Winslow scheint eine solche gehabt zu haben, als er mit dem Thriller begann und damit die Nachfolge des Kultautors Trevanian antrat.

Ob nun auch Nikolai Hel Satori erreicht, dürfen Sie selbst herausfinden.

Tanja Albert - red. 10. Mai 2011 (2)
ID 00000005199
Don Winslow - "Satori" (DEA)
Thriller
Aus dem Amerikanischen von Conny Lösch
Taschenbuch, Klappenbroschur, 608 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
Heyne 2011
ISBN: 978-3-453-40808-1
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 21,90



Siehe auch:
http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=335477


E-Mail an die Rezensentin: tanja.albert@kultura-extra.de



 

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