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Rezension

Mia Bernstein: Erdbeerflecken

134 Seiten - 12,90 Euro
Verlag klare Texte + Bilder GmbH, Düsseldorf 2009
ISBN 978-3-9809599-5-7


Das schmale Bändchen enthält 14 Geschichten – illustriert jeweils mit einer saloppen Grafik in Schwarz-Rot von Michaela von Aichberger.
Die Stories heißen u. a. „Rote Wand“, „Leitplanken“, „Waschanlage“, “Lilien. Weiß.“, „Schuldig“, „Kaffee. Schwarz.“ und beschreiben den ganz gewöhnlichen, alltäglichen Wahnsinn: Beziehungs-Wahnsinn, Lebens-Wahnsinn, Sinnsuche-Wahnsinn. In ihren Erkenntnissen am Frühstückstisch zieht die Autorin Parallelen von unterschiedlichen Lebenssituationen zu Marmelade, Gelee und Konfitüre. In den dazwischen eingestreuten kleinen Gedichten, teilweise mit „versteckten Reimen“, bringt sie ihre Gedanken spielerisch auf den Punkt.

Mia Bernstein schafft es ohne große Worte, dass mir ihre Texte unter die Haut gingen und „Aha-Effekte“, Vergleiche mit eigenem Erleben auslösten. Beispielsweise, wenn sie die allzu bekannten Widersprüche zwischen Sollen und Tun, Sein-Wollen und Sein beschreibt – oder Lebens-Versuche: „Versuchskaninchen sind wunderbare Wesen“.
Besonders berührt hat mich die letzte Story: „Kaffee.Schwarz.“ Hier liest sie nach zwanzig Jahren wieder in ihrem Jugend-Tagebuch, denkt über ihre damaligen Träume nach und über das, was daraus geworden ist. Und sie überlegt, was sie im „nächsten Leben“ alles anders machen wird/würde.


Ein lesenswertes Büchlein, das auf leise, eigenwillige Art Gefühle anspricht, Eindrücke hinterlässt und zum Nachdenken anregt.


Autorin und Illustratorin (Text vom Umschlag):

Mia Bernstein, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet in Hamburg. „Gedankenscrabble“ nennt sie selbst ihre Art zu schreiben.
Es ist ein Spiel, Ergebnisse werden aufgeschrieben, gezählt werden nicht nur positive Verluste:
„Erdbeerflecken“

Michaela von Aichberger, Jahrgang 1967, lebt und arbeitet in Erlangen als freie Grafikdesignerin und Künstlerin.


a. d. - red. - 1. November 2009
ID 4440


Siehe auch:
http://blog.mia-bernstein.de/





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