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Rezension

Manuel Rabek: "Lebensentwurf"

Werk in drei Novellen
Books on Demand GmbH, Norderstedt
Zweite Auflage 2008 ISBN 978-3-8370-4902-2


„Der Autorenname ist ein Pseudonym. Der Autor hat Politikwissenschaft und Erwachsenenbildung studiert. Wirtschaftskritik und Wirtschaftsdemokratie sind seine wichtigsten Anliegen.
Die drei Novellen des „Lebensentwurfs“ handeln von Politik, Wirtschaft und Liebe in utopischen und weniger utopischen Zeiten. Probleme werden bearbeitet und Konflikte dort aufgedeckt, wo die Tabus Harmonie suggerieren. Nicht jede Frage findet eine Antwort, doch die Suche danach lohnt.“
(Soweit die Erläuterungen auf dem rückwärtigen Einband)

Ich habe zu dem Text schwer Zugang gefunden. Die Sprache ist sehr theoretisch-wissenschaftlich und Rabek benennt sachlich und emotionslos Ungeheuerlichkeiten und Tabus wie den Untergang der USA, Arbeitslosenvernichtung, Entsorgung des menschlichen Mülls ... Der Text strotzt von Begriffen wie Neoliberalismus, Marktsozialismus, soziale Symmetrie der Geschlechter, Luhmannsche Theorie, Konstruktion der Suchtkultur, engagierter vs. kritischer Buddhismus etc. Jedenfalls merkt man deutlich, dass der Autor Politikwissenschaft studiert hat.
Die einzelnen Geschichten sind Beispiele von „Lebensentwürfen“ und beschreiben, wie Menschen um 2080 in Europa, Asien, Afrika, Südamerika leben und wie unsere Gesellschaft sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts entwickeln könnte. Dabei führt Rabek gängige Verhaltensweisen ad absurdum und schildert skurrile Szenarien in sachlich-distanzierter Sprache. Seine Protagonisten sind überwiegend schwul: Ist er’s auch – oder will er damit einfach ein Gegengewicht zur vorherrschenden sexuellen Orientierung schaffen? Wegen seiner totalen „Verweiblichung“ der Sprache frage ich mich weiter: Ist er Feminist – oder macht er damit die Forderung der Frauenbewegung nach sprachlicher Gleichberechtigung lächerlich?

Meine Meinung dazu:
Es ist sicher interessant für Leute, die sich mit Systemkritik und politischen wie wirtschaftlichen Utopien beschäftigen. Aber für mich ist es kein Buch, das ich mir unters Kopfkissen legen würde.


a. d. - red. - 5. Juni 2009
ID 00000004328


Siehe auch:
http://www.bod.de





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