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Mode

Schöner

Scheitern

im Börsensaal der Handelskammer Hamburg


Bewertung:    



Eine Modenschau der etwas anderen Art. Aber was wäre eine solche Show, wenn nicht irgend etwas dabei neu wäre. Nervig zunächst die Computer animierte Stimme, einfach zu laut und zu penetrant; sie macht uns klar, dass es sich hier im Börsensaal der Handelskammer Hamburg um die A+ handelt, und dann kommt noch die Durchsage "Achtung, bitte setzen". Das ist nicht sehr elegant, aber vielleicht zeitgemäß, ja mutig, wie die Designer sich in Szene setzen wollen.

Klassische Themen wie Back to Black oder die Umgestaltung der Männer-Oberhemden, auch die Variationen des Trenchcoats gelingen auf erfrischende Weise, erzeugen eine andere Silhouette. Und wir bewundern die wirklich ausgefallenen Ideen und wilden Zusammenstellungen verschiedenster Stoffe, auch Recycling-Materialien, Gemaltes, Pompons.

Es kommt alles sehr avantgardistisch und oft mit lustigen Puschen daher.

Die Models, sehr unterschiedlich in ihrem Walk, präsentieren Brokat und überlange Ärmel auf legere Art und Weise.

Die Musik ist bassig bewegend oder kirchlich sakral und unterstützt die Freude, all diese Experimente zu bewundern. Man kann gar nicht aufzählen, wie viele Schnittideen, Farbkombinationen und Looks an einem vorüberziehen. Es sind Techniken wie Weben, Malen, Flechtwerk oder Mosaike zu betrachten, ein Gefühl für Ästhetik und Atmosphäre.

Zeit zu reflektieren.

Geschwind wird zwischendurch die Kulisse mit so etwas wie rollenden Kleiderschränken verändert. Es werden Bachelor- und Master-Klassen vorgestellt, und man sieht, dass am Anfang noch viel mit besonders auffälligen Kombinationen gearbeitet wird und später dann die feinsinnige Schnitttechnik im Vordergrund steht. Dann ist z.B. der Tüll nicht mehr wild um das Gewand drapiert, sondern im Detail dezenter verarbeitet oder durch Mousselin ersetzt. So sind auch Faltenlegung und kleine Details mit Kompetenz geschickt ausgeführt, oft asymmetrisch, aber immer edel.

Ultra Männlich kommen auch die Männer ins Spiel, mit bequemer Kleidung oder dem ganz extravaganten Faible für eine eigene Schönheit und - last but not least - für Farbe wie türkis oder gar orange. So wird Persönlichkeit unterstrichen, Kleidung gezeigt, mit der man sich identifizieren kann.

Humor ist dabei eine Variante, Sinn und Unsinn reichen sich die Hand, und es wird klar, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Da ist der Mann gewappnet für die Zukunft mit Mundschutz, besonderen Tragetaschen, Lagenlook oder auch mit Plunder versehen.

Das Bettelvolk mit Zelt hat seine eigene Sicht, was Luxus sein kann oder inwieweit Politik in die Mode eingreifen darf. Wir sehen ein Gewand mit dem riesigen Konterfei Trumps. Der ganze Trash ist vielleicht eine Kritik auf das elegante Understatement in Hamburg. Auch in Kleidungsstücken können sich Widersprüche ausdrücken, es ist hier nur schwierig, sie dem Publikum begreifbar zu machen.

Melancholisch oder dramatisch ist ein weiteres Thema, und man ist bereit, sich selbst inside out zu zeigen, ja Statements zu geben. Man kann sich verstecken oder zeigen. Bekleidung ist mehr als nur Schutz, auch nicht bloße Dekoration, es ist Identität, ein Sich-Ver-Orten in der Welt. Man kann dabei frei mixen und durchaus Streetstyle mit Eleganz verbinden. Auch will man mit Kleidung dem Alltagsstress entfliehen oder Momente des Wohlgefühls und des Glücks erschaffen.

Jede Kollektion hier ist eigensinnig anders, so ist diese Show sehr kurzweilig, und es bleibt hoffentlich eine stetige Bewegung des Erschaffens, von Inspiration, Drapieren, Durchdrehen, Weitermachen.

Ganz pragmatisch ist es auch: das Schneiden, Nähen, Auftrennen, Bügeln und letztendlich das Fitting.



Ultra Männlich bei der A+ Show No9 im Börsensaal der Handelskammer Hamburg | Foto (C) Liane Kampeter

Liane Kampeter - 16. Juli 2018
ID 10805
Weitere Infos siehe auch: http://www.aplus-show.com


Post an Liane Kampeter

http://www.liane-kampeter.de

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