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Feuilleton


U10 - von hier aus ins imaginäre und wieder zurück,
Teil 7

EVI KRUCKENHAUSER: STEREO SEHEN


Videoinstallation in der U2

Eigentlich war es mehr als Stereo Sehen. Es hatte etwas Kubistisches mit dem zarten Hauch physikalisch absurder Gleichzeitigkeit. Evi Kruckenhauser machte die Absurdität in einem Zug der Berliner U Bahn Linie U2 an einem Sonntag im November erfahrbar.



Präsentationsposter für STEREO SEHEN, Foto: Arnd Moritz

Im Untergrund trafen sie zeitgleich zusammen: Oben und Unten. Jeder, der am 28.11. von 14.30 bis 21 Uhr den Sonderzug der Linie U2 zwischen den Stationen Mendelssohn-Bartholdy-Park und Alexanderplatz bestieg, konnte den Schattenrausch der vierten Dimension erfahren. Auf Monitorpaaren gaben sich Unter- und Oberwelt ihr synchrones Stelldichein.



Evi Kruckenhauser, (c) Evi Kruckenhauser

Die Erlebniswelt kubistischer Raumaufhebung teilte sich den Fahrgästen auf der ausgewählten Strecke zwischen Mendelssohn-Bartholdy-Park und Alexanderplatz mit.

Zum unterirdischen Raumausschnitt, den der U-Bahn-Zug durchläuft, gesellt sich auf dem zweiten Monitor das virtuell-oberweltliche Pendant. Zwei Parallelräume gesellen sich zueinander. Absolut. Denn der Oberweltliche kennt keine Grenzen. Dort wo der Unterweltliche Wohnraum unterfährt, durchstößt der Oberirdische koordinatenpräzise
denselben.



Videoinstallation zu STEREO SEHEN, Foto: Arnd Moritz

Erfahrbar wird die paarweise Parallelexistenz einer unterweltlichen Raumrealität und eines oberweltlichen Möglichkeitsraumes als eine neue Realität, aus der heraus eine distanzierte Beobachtung auf verschiedene Wirklichkeitsaspekte möglich wird. Und vielleicht ist es diese Distanz, die die Künstlerin als Herausforderung sieht, wenn Evi Kruckenhauser schreibt:

"Meine kreative Praxis ist das Herstellen einer (radikalen), positiven Distanz zur Umwelt. Durch diese gewonnene Distanz ist es möglich, autonome Kontexte und ein eigenes Beziehungsgeflecht zwischen mir und meiner Umwelt zu schaffen."

Evi Kruckenhauser
www.evikruckenhauser.de
eMail: info(at)evis.org
phone: +49 (0) 176 621 533 60

AG U10 der NGBK
eMail: info@u10-berlin.de
phone: 0049 (0)173 2009608

U10 ist ein Gemeinschaftswerk der Kunstschaffenden mit Mitarbeitern der BVG und zahlreichen Agenten des Berliner Untergrunds. Initiiert wird U10 - von hier aus ins imaginäre und wieder zurück von Sofia Bempeza, Ania Corcilius, Jacopo Gallico, Eva Hertzsch und Adam Page.

U10 wird als Projekt der Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten, Kunst im Stadtraum und am Bau gefördert. Unterstützt wird U10 von der BVG, der WALL AG und dem Berliner Fenster.


Arnd Moritz, red, 21.12.2010
ID 00000004990



Weitere Infos siehe auch:
www.U10-berlin.de
http://ngbk.de





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