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Portrait

ANNIKA

KAHRS

bei einem Künstlergespräch
in den Deichtorhallen
Hamburg


Bildquelle: facebook.com/annika.kahrs.7


Annika Kahrs ist eine sehr experimentelle Künstlerin, zugleich aber auch wissenschaftlich und konzeptionell orientiert. Sie forscht sozusagen auf künstlerische Art, lässt Orchestermitglieder mitten im Stück die Plätze bzw. die Instrumente wechseln, was zu einem Desaster führt.

Gleichzeitig dokumentiert sie filmisch.

Und dann improvisiert sie wieder, hat ein Gespür für Tiere. Immer gibt sie dabei die Rahmenbedingungen vor, ob Mensch oder Tier, und setzt auf vorhandene Talente.

Für sie ist die ganze Welt und jedes Lebewesen beseelt, was es gilt in eine Form zu bringen. Das ist ihre Kunst. Sie erwähnt dabei den Heiligen Franz von Assisi, für den Menschen, Tiere wie Pflanzen gleichberechtigte Wesen waren.

Also bestückt sie einen Musikraum im gutbürgerlichen Jenischpark Hamburgs mit Vogelkäfigen und lässt die Vögel nach der Klaviermusik von Franz Liszt singen. Sie nennt es Vogelpredikt - Konzert für Singvögel. Vielleicht klingt es für sie wie eine Predigt?

Es stellt sich die Frage: wieviel interpretiert man in Tiere? Man projiziert doch seine eigenen Gedanken.

Da kommen wir zum nächsten Experiment. Wieder ein Musikraum, es ertönt ein Klavier. Doch jedes Mal, wenn jemand in den Raum tritt, um die Musik von Nahem zu hören, verstummt sie; verlässt man den Raum, ertönt sie wieder.

Eine seltsame Ratlosigkeit macht sich breit. Manche sind sogar böse, „weil die nicht mehr gespielt haben“. Kinder öffnen und schließen die Tür mehrmals und haben ihren Spaß.

Was passiert wohl, wenn nichts passiert? - Es bleibt geheimnisvoll; die spielen nur wenn man weg ist.

Auf die Frage an die Künstlerin, "wie bekommen Sie Ihre Ideen", ist die Antwort, sie arbeite ortsbezogen, ließe sich inspirieren.

So kommt auch eine Komposition für eine Giraffe zustande. Diese Tiere kommunizieren via Infra-Schall, und deren tiefe Töne sind für den Menschen höchstens als Brummen wahrnehmbar. Für Giraffen in der afrikanischen Savanne sind sie lebensnotwendig; diese Wellen können sowohl durch die Luft als auch durch das Erdreich über mehrere Kilometer hinweg übertragen werden. Und ist es vielleicht desnachts ein moduliertes Humming, ein Heilungsgesang und Lallebei?

Wie gesagt, die Künstlerin forscht.

Überhaupt ist es die Kommunikation, die Annika Kahrs am Herzen liegt.

Auch das Meer ist ein guter Infra-Schall-Leiter, was sie genauso intensiv erforscht und verfilmt. Wir denken jetzt vielleicht noch an Obertöne, wie bei der Fledermaus, die über Ultraschall kommuniziert. Und es tut sich die Frage auf, wie nehmen wir eigentlich als Mensch wahr? Gibt es etwas außerhalb unserer Welt? Wir alle haben doch das Bedürfnis, auch jenseits unseres Intellekts verstanden zu werden, unser Herz zu spüren.

Tiere z.B. trauern um ihre toten Artgenossen.

Da gibt es sogenannte Pferdeflüsterer, die mit Tieren reden, indem sie mitempfinden, sowie Musiker und Künstler, die synästhetisch, d.h. ganzheitlich wahrnehmen. Wer diese Begabung hat, assoziiert Buchstaben mit Farben oder kann Musik förmlich sehen, stellt Zusammenhänge her, die verblüffend sind.

Was sagt uns das?

Die letztmögliche Frage kann nicht durch den Computer Gehirn, sondern nur durch Unschuld beantwortet werden. Das ist die Kunst.





Liane Kampeter - 1. Februar 2018
ID 10502
Annika Kahrs (*1984) hat in Hamburg, Wien und Braunschweig freie Kunst studiert. 2017 wurde sie mit dem Förderpreis der Vordemberge-Gildewart-Stiftung ausgezeichnet. Ihre Arbeiten wurden u.a. in der Hamburger Kunsthalle, dem Martin-Gropius-Bau, dem Hamburger Bahnhof in Berlin, der Kunsthalle Bremerhaven, dem Kunstraum München und den KW Institute for Contemporary Art ausgestellt.

In Kassel wird vom 9. Februar bis 25. März 2018 Annika Kahrs‘ raumgreifende Drei-Kanal-Installation Infra Voice erstmalig dem Publikum präsentiert.


Weitere Infos siehe auch: http://www.deichtorhallen.de


Post an Liane Kampeter

http://www.liane-kampeter.de

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