MUSÉE
BONNAT-
HELLEU
Das Kunstmuseum der Stadt Bayonne in den Pyrénées-Atlantiques
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Bayonne liegt im französischen Baskenland und ist bekannt für seine Schokolade und den Schinken sowie für die Fêtes de Bayonne, eines der größten Volksfeste in Frankreich, zu dem jährlich über eine Million Besucher anreisen. In 30 Minuten ist man im spanischen San Sebastian. Der Fluss Nive fließt in Bayonne in den Adour und dieser vier Kilometer weiter in den Atlantik. Bayonne hat knapp 55.000 Einwohner, eine lange Geschichte, eine gotische Kathedrale, viele nette Restaurants am Wasser und seit Ende November angeblich das größte und bedeutendste Museum zwischen Madrid und Paris.
Nach fast 15-jähriger Schließung ist das MUSÉE BONNAT-HELLEU vor ein paar Wochen neu eröffnet worden, und es kann sich sehen lassen! Seinen Namen verdankt das Museum einer großen Anzahl von Werken/ Schenkungen von Léon Bonnat (1833-1922) und Paul César Helleu (1859-1927). Sie sind mit mehr als 300 Arbeiten vertreten. Leon Bonnat, seines Zeichens Künstler, Sammler, Mäzen und Kunst-Professor hat 2.500 Werke aus seiner Sammlung der Stadt Bayonne überlassen.
Das Museum befindet sich im Zentrum.
Nach einer sehr ambitionierten Renovierung und deutlichen Vergrößerung ist die Grundfläche von 2.000 auf 5.000 Quadratmeter gewachsen und macht Bayonne zu einem faszinierenden kulturellen Hotspot.
Hervorragende und bedeutende Kunstwerke aller europäischen Schulen seit dem 14. Jahrhundert beeindrucken den Besucher, darunter ein Selbstporträt von Goya oder unzählige Skizzen von Rubens, ein Heiliger Hieronymus von El Greco. Sogar einen Mengs hat das edle Provinzmuseum. Gut vertreten ist die französische Schule. Auch die Bildhauerei kommt nicht zu kurz. Besonders hervorzuheben ist die grafische Sammlung, die mit 3.500 hochwertigen Zeichnungen, darunter Arbeiten von Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raphael, Dürer, Rubens, Rembrandt, Poussin und Watteau zu den weltbesten seiner Art gehört. Die Partnerschaft mit dem Pariser Louvre macht es möglich. 2.500 Exponate sind in den Inventar-Listen des Louvre zu finden und in Bayonne ausgestellt. Diese Tatsache macht das MUSÉE BONNAT-HELLEU zum wichtigsten Depot des Louvre in ganz Frankreich.
Die Badende vom französischen Maler Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780-1867) ist heute das Aushängeschild des Museums und somit eines der Hauptwerke in Bayonne. Auch sie erstrahlt nach einer Restauration in neuem Glanz und kann sich auf jeden Fall mit den Hauptwerken von Ingres, die im Pariser Louvre messen.
Von außen sieht man die Renovierungsarbeiten nicht sofort. Aber einmal im Museum kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Triptyque bayonnais im Innenhof ist vom baskischen Maler Henri Achille Zo (1873-1933). Es ist im akademischen Stil gemalt. Die Exponate haben viel Platz, die Besucher auch. Überall gibt es unauffällig Sitzgelegenheiten. Zu sehen und zu lesen gibt es viel.
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Aktuell besitzt des Museum 7.000 Kunstwerke. Die Hälfte ungefähr ist in der Dauerausstellung zu sehen. Seit 2011 heißt es MUSÉE BONNAT-HELLEU, nachdem Paulette Howard-Johnston (1905–2009), die Tochter des Malers Paul Helleu, dem Museum bedeutende Werke überließ.
Die Organisation im Museum ist thematisch und animiert den Betrachter, eigene Verbindungen zwischen den Werken zu finden. Ein Großteil der Exponate ist dem Körper gewidmet, in allen möglichen Darstellungsweisen.
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Saalansicht des Musée Bonnat-Helleu in Bayonne | Foto: Jean-Noel Pettit
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Saalansicht des Musée Bonnat-Helleu in Bayonne | Foto: Jean-Noel Pettit
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Christa Blenk - 7. März 2026 ID 15742
Die gut sortierte Boutique und das Café des MUSÉE BONNAT-HELLEU verstärken den Eindruck eines großstädtischen Museums mit Kunstobjekten von der Antike bis ins 20. Jahrhundert.
Das Museum ist von November bis April von 10 bis 18 Uhr geöffnet und im Sommer von 12 bis 20 Uhr. Dienstags bleibt es geschlossen. Der Eintritt kostet 9 Euro.
Anschließend lohnt sich ein Gang durch die schöne Altstadt und der Kauf von ausgezeichneter Schokolade in allen möglichen Formen.
Weitere Infos siehe auch: https://mbh.bayonne.fr
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