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Museum

Stift

Admont

mit der weltgrößten Klosterbibliothek


Stiftsbibliothek Admont | Foto: Christa Blenk



"Bete und arbeite und lies", war das Motto der Mönche von Admont. Der knapp 5.000 Einwohner zählende Ort ist eine der ältesten Siedlungen in der österreichischen Steiermark und liegt in einem Talbecken, umgeben von den Ennstaler Alpen. Ganz in der Nähe befindet sich der im Jahre 2002 gegründete Nationalpark Gesäuse.

Das Stift Admont, ein Männerkloster, wurde im Jahre 1074 gegründet. 100 Jahre später kam ein Frauenkloster dazu. Die Nonnen widmeten sich ebenfalls dem Kopieren von Schriften. In der Mitte des 15. Jahrhunderts, unter der Hegemonie von Kaiser Friedrich III., erhielt der Ort Admont das Marktrecht und wurde wirtschaftlich und handwerklich bedeutend. Die umwerfende Bibliothek - offizielle Bezeichnung: Stiftsbibliothek Admont - hatte den Großbrand von 1865 überlebt, obwohl das Stift abbrannte. Kurz darauf begannen die Wiederaufbauarbeiten.

Zum MUSEUM STIFT ADMONT gehören (außer der "physisch" größten Klosterbibliothek der Welt) ein ausgezeichnetes Museum v.a. für sakrale Kunst, ein naturhistorisches und ein zeitgenössisches Museum, in dem regelmäßige Sonderausstellungen zu sehen sind.

Seit 900 Jahren leben in Admont Benediktinermönche, immer noch nach der Ordnung: "Bete, arbeite und lies." Und so kommt es auch, dass außer ihnen nur noch Restauratoren Zugriff auf die Bände haben. 2024 gab es dort 26 Mönche.
Heute ist der Gebäudekomplex um das Stift Admont eine Firma mit 16 Betrieben und insgesamt 500 Mitarbeitern. Sie widmen sich natürlich auch dem Weinbau. Das Stift betreut außerdem 26 Pfarren. 500 Schüler besuchen das Stiftsgymnasiums. Ein Seniorenpflegeheim gibt es auch.



Benediktinerstift Admont (Detail) | Foto: Christa Blenk


Jährlich zieht es ca. 70.000 Besucher nach Admont. Sie kommen vor allem wegen der beeindruckenden Stiftsbibliothek, die 1776 fertiggestellt wurde. Die Österreicher bezeichnen sie als achtes Weltwunder. Der Raum ist mit 70 m Länge, 14 m Breite und 13 m Höhe der größte klösterliche Büchersaal weltweit. Ungefähr 60.000 Werke – darunter wertvolle Handschriften, Manuskripte - befinden sich in diesem Saal. Der Bücherbestand des Stifts insgesamt beträgt 200.000 Bände. Sie sind nach Themen sortiert und über kleine weiße Leitern zu erreichen. Überhaupt ist alles hell in dieser Bibliothek im europäischen Spätbarockstil. Auch die Bücher, die zum Teil gekalkt wurden. Josef Hueber hat den dreigliedrigen Raum, auf dem sieben Kuppeln liegen, entworfen. 48 Fenster, sorgsam aber nicht zu sehr abgedunkelt, schützen die weißgoldenen Bücherschränke. Der Faktor Licht als Erkenntnis kommt aus der Aufklärung. Bartolomeo Altomonte, zum Zeitpunkt der Arbeiten bereits über 80 Jahre alt, hat den wunderbaren siebenteiligen Deckenfresken-Zyklus gemalt. Er repräsentiert die Stufen der menschlichen Erkenntnis vom Denken und Sprechen über die Wissenschaft bis zur göttlichen Offenbarung. Josef Thaddäus Stammel (1695-1765), ein steirischer Barockbildhauer, schuf die Skulpturengruppe Die vier letzten Dinge im Mittelraum. Sie stehen für Tod, Gericht, Himmel und Hölle, und sie sind Gegenstand der Eschatologie des Christentums. Stammel hat die vier allegorischen Plastiken mit ihren jeweiligen Attributen im Quadrat aufgestellt, so dass sie sich gegenseitig ermahnen und betrachten können. Die den Tod repräsentierende Figur ist mit einer Sanduhr und einer abgebrochenen Kerze ausgestattet. Der Teufel im unteren Teil der Allegorie Gericht soll angeblich die Gesichtszüge des damaligen Verwalters tragen, mit dem Stammel wohl ein Hühnchen zu rupfen hatte. Die vier Allegorien sind aus Lindenholz und mit Blattgold überzogen.  Architektur, Fresken, Skulpturen und Inkunabeln vereinen sich hier zu einem Großkunstwerk der Erkenntnis. Die Harmonie scheint perfekt.



Die Allegorie Gericht in der Stiftsbibliothek Admont
Foto: Christa Blenk


Beeindruckend im Obergeschoss ist die Insekten-Sammlung des Botanikers und Insektenforschers Gabriel Strobl. 44 Jahre hat er daran gearbeitet und 252.000 Insekten- Exemplare sorgfältig zusammengetragen, darunter eine Fliegen- und Käfersammlung. In der Bibliothek haben sie gerade mit einer Käfer-Invasion zu kämpfen, und da kommt die Frage auf, ob sich vielleicht eines dieser aufgespießten Biester selbstständig gemacht hat. Denn die Fenster werden nie geöffnet, um die Temperatur konstant zu halten. Mit 80.000 Präparaten zählt diese Dipteren-Kollektion zu den drei bedeutendsten in Europa. Eingerahmt ist diese Insekten- und Käferwelt in eine weitere Sammlung von Gesteinen und Mineralien, Reptilien und sonstigem Getier. Einen Schnellkurs über giftige und genießbare Pilze bekommt man so nebenbei präsentiert.

Klösterlich, klein, intim wirkt das alles nicht. Man braucht eine Zeit, bis man den Innenhof durchquert hat, um in die Stiftskirche zu kommen. Die ursprünglich gotische Kirche mit Kreuzrippegewölbe und spitzbogigen Arkaden im Kirchenraum nach Regensburger Vorbild wurde bei dem großen Brand im 19. Jahrhundert ebenfalls zerstört und im neugotischen Stil wieder aufgebaut.

Die Öffnungszeiten sind je nach Jahreszeit unterschiedlich.

Das Einzelticket kostet knapp 20 Euro.

Es gibt einen Klosterladen und ein Restaurant.
Christa Blenk - 2. Juli 2026
ID 15929
Weitere Infos siehe auch: https://stiftadmont.at/museum/


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