Narrenhände REMIX / Fools Hands von Günther Kempf - in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel
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Gebäudeansicht des "Leeren Beutels" in der Regensburger Altstadt | Foto: Christa Blenk
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In der Regensburger Altstadt liegt der Getreidespeicher "Leerer Beutel". Ein faszinierendes, sechsstöckiges Gebäude aus dem 16./17. Jahrhundert. Der große Speicher hatte eine Länge von 54 und eine Breite von 21 Metern. Dicke Holzbalken stützen die Räume. Die kleinen, mit Sandstein eingefassten Rechteckfenster spenden nur wenig Licht. Besondere Bedeutung erlangte dieser Getreidespeicher im Dreißigjährigen Krieg, als die eingeschlossene Reichstadt Regensburg mit Getreidemangel unter Druck gesetzt wurde. Was der Name "Leerer Beutel" bedeutet, weiß man nicht. Eine Anspielung auf die leeren Kassen der Reichsstadt oder auf einen Getreidesack? Nach einer aufwendigen Sanierung wurde der Speicher 1980 zur STÄDTISCHEN GALERIE IM LEEREN BEUTEL umgebaut.
Im 2. Obergeschoss hängt die permanente Sammlung, die ein Panorama der ostbayerischen Kunstwelt Anfang des 20. Jahrhunderts darbietet. Darunter Arbeiten von Josef Ackmann (1898-1973), Kurt von Unruh (1894-1986) oder Otto Baumann (1901-1992). Bilder und Plastiken der Münchner avantgardistischen Künstlergruppe SPUR ergänzen die Sammlung.
Im 1. Obergeschoss finden regelmäßig Sonderausstellungen statt, wie die gerade zu Ende gegangene Schau Narrenhände REMIX / Fools Hands. Wir konnten diesen begehbaren und vergänglichen Kosmos von Günther Kempf gerade noch erleben, bevor die Wände am 7. September wieder in ihren ursprünglichen, weißen Zustand zurückversetzt wurden.
„Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“ war das Motto von Günther Kempf, als er im Ausstellungsraum im 1. Stock des "Leeren Beutels" die Wände direkt und ohne Papier dazwischen bemalte und im Verlauf der Schau ein temporäres Gesamtkunstwerk erstellte. Die Wand-Zeichnungen dieses ephemeren Kunstwerkes waren begleitet von langen politischen und ironischen Texten, oder Auszügen aus Songs, darunter ein Hinweis auf das Beatles-Album Revolution 9.
Kempf erzählt Geschichten, wahre und erfundene. Tägliche Beobachtungen, Gehörtes und Gesehenes fließen in sein Werk ein. Afrikanische Totems, Volkskunst oder unterschiedliche Kunstrichtungen bis zur zeitgenössischen Kunst und immer wieder der Comic oder Art Brut.
Tim und Struppi empfand er, als er Kind war, als seine Helden. Kempf ist ständig auf der Suche, mag sich nicht wiederholen oder kopieren. Tendenzen interessieren ihn für seine Arbeiten nicht. Er sieht Kunst als flüchtiges Ereignis an, das nur in Vergänglichkeit enden kann. Damit gibt Kempf der Erinnerung einen anderen Stellenwert.
Die Bildhauerei hat er erst vor Kurzem entdeckt. Außerdem steht er mit seiner Band Tres Hombres regelmäßig auf der Bühne. Seine Zeichnungen kann man auch in Regensburger Cafés (Palletti Bar) oder im Hotel Orphée entdecken.
1952 wurde der Autodidakt Günther Kempf im niederbayerischen Dünzling geboren. Er lebt und arbeitet schon seit ein paar Jahren in Regensburg und ist aus der dortigen Kunstszene nicht mehr wegzudenken. Als Taxifahrer hat er sich seinen Lebensunterhalt verdient. Jetzt kann er von der Kunst leben.
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Saalansicht mit Günther Kempfs Narrenhände REMIX / Fools Hands - in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel | Foto: Christa Blenk
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Die STÄDTISCHE GALERIE IM LEEREN BEUTEL wird gerade umgebaut, öffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Ein Besuch lohnt!
Ab 17. September gibt es wieder zwei Sonderausstellungen.
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Christa Blenk - 16. September 2026 ID 16042
https://www.regensburg.de/kultur/staedtische-galerie-im-leeren-beutel
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