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Museum im Check

Musée

Cernuschi

in Paris


Foto: JN Pettit



Das Pariser Musée Cernuschi ist eines der 14 Museen der Stadt Paris, und es ist ausschließlich Asien gewidmet. Es beherbergt über 12.000 Kunstgegenstände von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst. Mit circa 8.000 Objekten aus 5.000 Jahren chinesischer Geschichte (darunter Bronze- und Keramikarbeiten, Gemälde und Arbeiten auf Papier und Seide) verfügt das Museum über eine der fünf größten Sammlungen chinesischer Kunst in Europa. Die japanische Sammlung bringt es auf 3.600 Kunstgegenstände, aber auch bedeutende Objekte aus Vietnam und Korea gehören zu dieser außergewöhnlichen Sammlung.

Das bekannteste Werk in der Cernuschi-Sammlung ist das Bronze-Gefäß you, auch bekannt unter dem Namen "Die Tigerin". Eine Alkoholvase, ein Tier-Mensch-Motiv mit Interpretationsproblemen. Angeblich stammt sie aus dem Landkreis Anhua, Hunan. Es ist ein ungewöhnliches Motiv: Der Tiger steht auf seinen Hinterbeinen und hält einen Menschen an seinen Oberkörper.



Musée Cernuschi in Paris, Saalansicht | Foto: JN Pettit


Bodhisattva (1403-1424) ist eine große, stehende Bronzefigur, die von Lotusblüten eingerahmt ist.

Aus Tusche auf Seide ist das monumentale Gemälde L'Académie Hanlin (zwischen 1744 und 1745). Es beschreibt präzise die Architektur der Akademie während einer offiziellen Zeremonie. Die sechs Maler waren allesamt Mitglieder der Kaiserlicher Malakademie.

Ein „himmlischer Musiker“ (zwischen 386 und 534) aus Stein unbekannter Herkunft, gehört ebenso zu den Meisterwerken. Er spielt die Pipa, das ist ein Saiteninstrument, wie es auch in Zentralasien vorkam.



Reiterinnen im Misée Cernuschi in Paris | Foto: JN Pettit


Besonders angetan hatte uns eine musizierende Gruppe von insgesamt acht Reiterinnen. Sie spielen Flöte, Harfe, Querflöte, die Pipa, eine Sanduhrtrommel, eine Panflöte und eine Mundorgel. Die achte Reiterin ist ohne Instrument. Man vermutet, dass sie eine Harfe hatte, die aber abhandenkam. Die Reiterinnen sind bester Laune, westlich gekleidet, haben runde Köpfe und volle Wangen und zu Rädern geflochtene Zöpfe. Eine Mode, die angeblich die Konkubine Yang Yuhuan Mitte des achten Jahrhunderts vorgegeben hat.



Hybride Figuren eines chinesischen Lunisolar-Kalenders. Ton und Pigmente, Tang (618-907). Meist für Grabmöbel benutzt, wo sie eine hybride Form (menschlicher Körper mit einem Tierkopf) haben. | Foto: JN Pettit


Die koreanischen, grafischen Arbeiten im Museum kommen hauptsächlich aus dem 20. und 21. Jahrhundert, während die umfangreiche vietnamesische Sammlung einen Zeitraum von 2.500 Jahren umfasst.

*

Wie kam es zu dieser beeindruckenden Sammlung?

Enrico Cernuschi (1821-1896) war ein italienisch-französischer Nationalökonom, Politiker, Bankier und Kunstsammler, der ein ausgesprochen interessantes und abwechslungsreiches Leben führte.

Der italienische Patriot wurde 1850 in Rom verhaftet und in der Engelsburg gefangen gehalten. Cernuschi konnte flüchten und fand Zuflucht in Frankreich, wo er schnell zum Berater von Investoren wurde, eine Zeitung verlegte und Mitbegründer der Banque de Paris war. Später mischte er auch in Frankreich politisch wieder mit. 1870 wurde Henri Cernuschi eingebürgert. Er organisierte sich im Widerstand gegen die Sozialistische Bewegung und geriet erneut zwischen die Fronten. Das mag auch einer der Gründe gewesen sein, wieso er sich 1871 auf Reisen begab. Der Kunstkritiker und Journalist Théodore Duret begleitete den 50jjährigen Abenteurer auf seiner Weltreise, die die beiden nach Ägypten, China, Japan, Java, Ceylon und Indien führte. In Japan und China geriet er in Kauf- und Sammlerrausch und erwarb an die 5.000 Kunstwerke, die den Grundstein seiner imponierenden Sammlung legte. Sein Vermögen, das auf 2 Millionen Goldfrancs geschätzt wurde, legte er hauptsächlich in Kunstgegenständen an. Nach seiner Rückkehr nach Paris erwarb er das letzte unbebaute Grundstück auf der Avenue Velázquez, direkt am charmanten Parc Monceau im 8. Arrondissement, und ließ sich von dem Architekten William Bouwens van der Boijen ein Herrenhaus für seine Kunstsammlung bauen. Vor seinem Tod 1896 vermachte er Haus und Sammlung der Stadt Paris. Das Musée Cernuschi wurde im Oktober 1898 eröffnet. Henri Cernuschi liegt auf dem Friedhof Père Lachaise begraben.


Christa Blenk - 29. März 2026
ID 15774
Seit Eröffnung des Musée Cernuschi 1898 wächst die Sammlung mit antiken, aber auch modernen Kunstgegenständen. Dafür sorgen Spenden und Zukäufe.

Seit kurzem ist der Buddha-Raum (Kwon-Raum) wieder geöffnet. Er war sechs Monate wegen thermischer Renovierungsarbeiten geschlossen.

Das Museum ist auch für Nicht-Kenner der asiatischen Kunst ein Genuss.

Es ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist gratis für die permanente Sammlung, wie bei allen Museen der Stadt Paris. Nur für Sonderausstellungen muss bezahlt werden.


Weitere Infos siehe auch: https://www.cernuschi.paris.fr


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