Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg (KOG)
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Museumseingang vom Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg | Foto: Christa Blenk
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Am westlichen Altstadtrand von Regensburg steht das Kunstforum Ostdeutsche Galerie (KOG). Schon von weitem sieht man sie, die schrägen, unruhigen und zurzeit gerade nicht sehr roten Säulen vor dem Eingang in die Jugendstil-Halle [s. Foto o.re.]. Venceremos/Sale titelt diese Installation der tschechischen Künstlerin Magdalena Jetelová. Sie entwarf die roten Säulen für das Museum und gewann 2006 den Lovis Corinth Preis, der jedes Jahr vergeben wird. Im Erdgeschoss wird noch bis Ende September die temporäre Ausstellung der diesjährigen Preisträger gezeigt. Gert und Uwe Tobias (*1973) präsentieren eine fröhlich-bunte und vielschichtige, aber auch ein wenig chaotische Schau, die hauptsächlich aus Collagen besteht. Zu den früheren Preisträgern gehörten u.a. Karl Schmidt Rottluff (1974), Oskar Kokoschka (1976), Markus Lüpertz (1990), Katharina Sieverding (1996).
Die ursprüngliche Turnhalle von 1871 wurde 1910 für die Oberpfälzer Kreisausstellung in eine Kunsthalle verwandelt. Die Stiftung „Ostdeutsche Galerie“ wurde 1966 ins Leben gerufen. Das heutige Museum eröffnete seine Pforten im Jahre 1970.
Das KOG verfügt über eine herausragende Sammlung mit Fokus auf das östliche Europa. Die Dauerausstellung im Obergeschoss ist eine Reise durch die betroffenen Länder und steht unter dem Motto: Woher kommen wir, wohin gehen wir? Von der Romantik über die klassische Moderne zur Kunst nach 1945. 200 Jahre Kunst und Geschichte von der Ostsee bis zum Mittelmeer.
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Kuppelsaal des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Regensburg (KOG) | Foto: Christa Blenk
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Im Jugendstil-Kuppelsaal [s. Foto oberhalb] hängen Werke von früheren Preisträgern, darunter Markus Lüpertz, Sigmar Polke und Daniel Spoerri sowie das Bild Die drei Grazien von Lovis Corinth. In sechs weiteren Ausstellungsräumen werden circa 80 Gemälde und Skulpturen aus der Sammlung - die sich aus 2.000 Gemälden, 500 Plastiken und Skulpturen und 40.000 Papierarbeiten zusammensetzt. Einige Leihgaben sind auch darunter. Die Ausstellungsfläche beträgt 2.000 Quadratmeter.
Der Rundgang beginnt mit geschichtsaufarbeitenden Gemälden von Anselm Kiefer Noch ist Polen nicht verloren und Bernhard Heisigs Festung Breslau – die Stadt und ihre Mörder. Neben einem Franz Kafka-Porträt von Friedrich Feigl hängt das Bildnis der Schauspielerin Maria Fein von Emil Orlik, der als Bühnenbildner mit Max Reinhardt in Berlin arbeitete. Orlik repräsentiert sie als asiatische Schönheit mit weiß geschminktem Gesicht und Kimono. Eventuell ein Rollenporträt der Madame Butterfly. Im Raum steht die beeindruckende Plastik von Mary Duras Tilla Durieux als Lady Macbeth. Auch der Dichter Adalbert Stifter ist mit einer charmanten Landschaft präsent. Zu den Highlights der Sammlung zählen u.a. Oskar Kokoschkas Prag, Blauer Tag von Max Pechstein oder Stillleben I von Alexander Kanoldts und Kontinentalkern XXXV von Katharina Sieverding oder Gerhard Richters Zero-Rakete II. Käthe Kollwitz ist mit mehreren Plastiken vertreten. Die Kunstzentren Danzig und Königsberg werden beleuchtet sowie die unterschiedlichen Sezessionen, vor allem die Prager.
Vor oder nach dem Besuch des KOG lohnt auf jeden Fall ein kleiner Spaziergang zwischen Plastiken durch den direkt angrenzenden Stadtpark. Das Eckzeichen von Otto Herbert Hajek vor dem KOG in Rot und Blau leuchtet und weist den Weg. Vor dem Museum befindet sich Herbert Volwahsens Große Fußwaschende. Die Weiße Stele von Ben Muthofer ist aus gefaltetem Aluminium und steht auf offener Wiese. Kurz nach der Museumseröffnung hat Bernhard Heiliger die Wandplastik Montana III an der Westfassade Richtung Park platziert. Bedrohter II ist eine Bronzefigur von Waldemar Grzimek, die sich zwischen den Bäumen herausschält. Die insgesamt 13 Plastiken sind Werke aus der Sammlung und Leihgaben.
Der Besuch dieses Museums ist schon deshalb empfehlenswert, weil dort hochwertige Kunst von teilweise weniger bekannten Künstlern zu sehen ist. Die Bilder haben viel Platz und die Informationstafeln sind lesenswert. Überlaufen ist das KOG ebenfalls nicht.
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Saalansicht mit Gemälden von Otto Müller - im KOG Regensburg | Foto: Christa Blenk
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Christa Blenk - 1. August 2026 ID 15970
Der Eintritt kostet 6 Euro. Das Museum ist jeden Tag außer Montag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am Donnerstag schließt es seine Türen erst um 20 Uhr. Führungen werden regelmäßig angeboten.
Weitere Infos siehe auch: https://www.kunstforum.net
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