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Museum im Check

ALTE

NATIONAL-

GALERIE

auf der Museumsinsel Berlin


Foto: KE



Wer gern klassizistische, romantische, impressionistische oder frühmoderne Gemälde und Skulpturen sehen will, ist in der weltberühmten ALTEN NATIONALGALERIE auf der Berliner Museumsinsel (wo vier weitere weltberühmte Museen fußläufig erreichbar sind: Altes Museum, Neues Museum, Pergamonmuseum, Bode-Museum) gut aufgehoben. Sie wurde im 19. Jahrhundert vom preußischen Architekten und Baubeamten Friedrich August Stüler (1800-1865) im Stile eines antiken Tempels entworfen und unter der Leitung von Johann Heinrich Strack (1805-1880), der als Professor der Berliner Bauakademie zu dieser Zeit maßgeblich das Berliner Stadtbild prägte, vollendet; ihre Einweihung fand am 22. März 1876 statt. Das hohe Sockelgeschoss, die breite Freitreppe und der auffällige Portikus prägen ihr äußeres Antlitz. Innen wirkt es klar und symmetrisch, von der großen Treppenhalle aus gelangt man in die großzügig proportionierten Ausstellungssäle, deren hohe Decken viel Tageslicht über die Oberlichter einfangen und ideal für die Präsentation der Gemälde scheint; was freilich abgedunkelt werden müsste, wird auch dementsprechend abgedunkelt, d.h. in einigen Sälen ist die Hängung fenster- also tageslichtlos...

Der berühmteste der 20 Ausstellungssäle dürfte zweifelsohne der sein, wo die 15 Gemälde von Caspar David Friedrich - die ganaue Anzahl wechselt, je nachdem, welche Exponate gerade ausgeliehen oder ausgewechselt würden - hängen; wer also unbedingt und wenigstens einmal in seinem Leben den Mönch am Meer sehen wollte: hier wäre er "in echt" erlebbar.



Blick in den Saal mit Werken von Caspar David Friedrich, unter anderem mit
Der Mönch am Meer (re.) - in der Alten Nationalgalerie Berlin | Foto: KE


Zwischen 2.000 und 3.000 Gemälde (je nach Zählung und Art der Exponate) zählt die Sammlung der ALTEN NATIONALGALERIE, hinzu kommen zahlreiche Zeichnungen und Skulpturen. Das meiste ist demnach in den Depots.

"Nur" etwa 200 oder 250 Gemälde wurden und werden ständig ausgestellt. Das reicht aber auch, denn auch so - jedenfalls erging es mir so - ist man nach dem anstrengenden Parkour ziemlich erledigt und weiß am Ende nicht mehr so genau, was man von wem so alles mitgekriegt hat (4 mal "so", egal).

Will sagen: Man sollte oder müsste als Ausstellungsbesucher vorher genau wissen, was von wem als unbedingtes Besichtigungsziel vorrangig wäre; dann geht man halt gezielt dorthin und wäre/ ist gezielt bereichert. Prominente Anlaufmarkierungen wären da beispielsweise: Menzel, Schinkel, Böcklin (Die Toteninsel!), Liebermann, Monet, Renoir, Manet etc. pp.

Aber auch weniger Weltbekanntes hängt an der einen oder anderen Wand - mir fiel z.B. der schöne Jüngling im Gemälde Die Erfindung der Malerei von Eduard Daege auf. Es handelt sich hier um ein allegorisches Historienbild aus dem 19. Jahrhundert, das eine antike Szene nachstellt, nämlich: Junge Frau zeichnet den Schatten ihres (sie verlassen habenden oder längst verblichenen?) Geliebten nach und hält so an ihrer Erinnenrung an ihn fest und mahnt zugleich an unsere Vergänglichkeit.



Eduard Daege, Die Erfindung der Malerei, 1832 -
in der Alten Nationalgalerie Berlin | Foto: KE


*

Es gibt auch Sonderausstellungen in der ALTEN NATIONALGALERIE.

Aktuell (noch bis zum 15. November d.J.) ist einer der Säle [s. Foto unten] dem Thema Skandal! Hermione von Preuschen und der Mors Imperator vorbehalten:


"Die 1854 in Darmstadt geborene Künstlerin hatte ab 1872 für drei Jahre Malunterricht bei Ferdinand Keller in Karlsruhe genommen, unter dessen Einfluss sie ihren dekorativen, pathetischen Stil entwickelte und das 'historische Stillleben' für sich entdeckte.

1887 schuf sie ihr bemerkenswertes Gemälde
Mors Imperator, mit dem sie eine Reihe großformatiger symbolistischer Kompositionen eröffnete. Im Zentrum des Gemäldes steht ein Skelett als Herrscherfigur im Purpurmantel mit Hermelinpelz. Mit der rechten Hand auf ein Schwert gestützt, stößt es mit der linken in einer autoritären Geste den prächtigen Thron um. Die Gestalt trägt auf dem Schädel eine eiserne Zackenkrone, während eine mit Edelsteinen besetzte Krone zu Boden fällt. Der rechte Fuß steht auf einer Erdkugel – der Tod erscheint hier als triumphierender Herrscher über die Welt.

Von Preuschen sandte das Werk 1887 nach Berlin zur Akademieausstellung. Deren Jury lehnte das Bild jedoch ab, weil sie in der Darstellung eine Anspielung auf den 90-jährigen Kaiser Wilhelm I. sah. Auch nachdem es der Malerin gelungen war, die Erklärung des Kaisers zu erwirken, keinen Einwand zu erheben, verweigerte die Akademiejury weiterhin die Annahme des Gemäldes. Inzwischen war auch die künstlerische Ausführung kritisiert worden, die man zuvor noch gelobt hatte: 'Der unkünstlerische Ausdruck eines schiefen Gedankens.'"


(Quelle: smb.museum)



Darum [s.o.] geht es also.



Blick in die Sonderausstellung Skandal! Hermione von Preuschen und der Mors Imperator - in der Alten Nationalgalerie Berlin | Foto: KE


Andre Sokolowski - 22. April 2026
ID 15813
Alte Nationalgalerie
Bodestraße
10178 Berlin

Tel.: 030 266424242 (Mo-Fr, 9-16 h)

Öffnungszeiten
Mo | geschlossen
Di - So | 10 - 18 h

Tickets
14 EUR | ermäßigt: 7 EUR


Link zur ALTEN NATIONALGALERIE in Berlin


https://www.andre-sokolowski.de

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