Filme, Kino & TV
Kunst, Fotografie & Neue Medien
Literatur
Musik
Theater
 
Redaktion, Impressum, Kontakt
Spenden, Spendenaufruf
Mediadaten, Werbung
 
Kulturtermine
 

Bitte spenden Sie!

Unsere Anthologie:
nachDRUCK # 4

KULTURA-EXTRA durchsuchen...

Interview

Mara

Kornschober

im Gespräch mit Markus Keimel


Die Künstlerin Mara Kornschober | Foto: privat


Mara Kornschober ist ein Multitalent der bildenden Künste. Sie malt mit Öl und Acryl. Sie zeichnet fotorealistisch. Sie baut und modelliert lebensecht. Sie erschafft neue Welten, in denen die Grenzen von Realität, Fantasie und Fiktion thematisch als auch visuell verfließen. So sehr es die Österreicherin auch liebt, uneingeschränkt zu experimentieren, ihrer Intuition freien Lauf zu lassen, so wichtig ist es ihr zugleich, den roten Faden ihres künstlerischen Konzepts auf Spannung zu halten. Eine Trinität von Mensch, Natur und dem Surrealistischen.

Im Gespräch mit uns gab die Künstlerin Einblicke in ihren kreativen Kosmos...



*


Eine immer wiederkehrende Charakteristik in deinen Kunstwerken ist ein Bezug zur Natur- und Tierwelt. Oftmals fantastisch und surrealistisch. Wie kommt es dazu?

Mara Kornschober:
Mutter Natur liegt mir sehr am Herzen, und sie fasziniert mich jeden Tag aufs neue. Sie ist meine größte Inspirationsquelle. Wenn ich durch den Wald spaziere, sehe ich alles mit Kinderaugen und komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Nichts auf der Welt ist so vielseitig, so bunt und so faszinierend wie die Welt von Mutter Natur.


Du begeisterst dich sehr für menschliche und tierische Anatomie, was auch in deiner Kunst sehr stark zum Ausdruck kommt. Dein erstes fotorealistische Ölbild zum Beispiel zeigt einen menschlichen Schädel. Woher stammt diese Begeisterung?

M. K.:
Der menschliche Körper ist schon was beeindruckendes. So unglaublich viele kleine Bauteile die ineinander greifen, wie ein gigantisch großes, organisches Uhrwerk. Ich liebe es, mich stundenlang mit menschlicher und tierischer Anatomie zu beschäftigen. Wie perfekt sich jeder Körper seiner Umgebung angepasst hat und wie verschieden und vielseitig jeder ist. Besonders Knochen haben mich schon immer sehr begeistert. Am liebsten studiere ich die Schädel der einzelnen Skelette. Sie sind für mich die Schutzhülle für unseren eigenen kleinen Kosmos, wo Ideen, Kreativität, und Faszination entspringen.


Hältst du das Experimentieren in der Kunst für essentiell oder siehst du darin auch eine Gefahr den Faden zu verlieren?

M. K.:
Zu experimentieren finde ist sehr wichtig. Wenn man mit der einen Hand seinen roten Faden anständig festhält, hat man ja immer noch die zweite Hand, um möglichst viele verschiedene Dinge auszuprobieren. Ein kreativer Kopf, finde ich, entwickelt sich am besten, wenn er sich einfach durch alles durchkosten darf. Somit weiß ich heute, welche Zeichen- und Malstile mir liegen und welche weniger. Oder das mir Acryl- und Ölfarben und Graphit am meisten Spaß machen beim bildnerischen Schaffen. Zurzeit erkunde ich die Welt des Skulpturenbaus, und sie hat mich fest in ihren Bann gezogen.


Deine allererste fotorealistische Portrait-Zeichnung hast du mit etwa 15 Jahren von Schauspieler Leonard Nimoy gefertigt. Warum gerade Mr. Spock aus Raumschiff Enterprise?

M. K.:
Mit Star Trek bin ich regelrecht aufgewachsen. Das hatte bei zu Hause schon fast Tradition, dass zum Abendbrot ein paar Folgen Star Trek geschaut wurden. Ich war immer hin und weg, wenn Kirk und Spock einen neuen Planeten erforschten. Die Gesichtszüge von Leonard Nimoy alias Mr. Spock faszinierten mich damals schon sehr. Ich liebe es einfach, besonders markante und ausdrucksstarke Gesichter zu zeichnen.


Als Künstlerin bist du autoditakt. Du warst also auf keiner Kunstuniversität und beherrscht dennoch sämtliche Säulen der bildenden Künste auf hohem Niveau. Kann man Kunst erlernen? Denkst du, dass jeder Mensch ein Künstler sein kann?

M. K.:
Jeder Mensch hat ein ganz besonderes Talent. Ob jetzt ein besonderes Gehör für Kompositionen ist, ein feiner Gaumen für berauschende Gerichte oder ein ruhiges Händchen für bildende Kunst. Wichtig dabei ist herauszufinden, welches Talent man besitzt, um dieses dann zu schulen und zu verbessern. Für mich kam damals keine Kunstuniversität oder ähnliches in Frage, da ich wusste, dass das kein Ort für mich ist. Ich liebe es, mir selbst etwas beizubringen indem ich es sooft versuche, bis es mir gelingt.


Angenommen, man könnte dir eine einmalige Zeitreise ermöglichen - für welche Epoche würdest du dich entscheiden?

M. K.:
Eine tolle Frage! Da nehme ich, ohne lange zu zögern, die Renaissance. Die Zeit, in der mein größtes Vorbild lebte - Leonardo da Vinci. Ein Mann der Kunst und Technik, ein Universalgenie. Wie gern würde ich mich mit ihm über seine Maltechniken unterhalten oder gemeinsam mit ihm mechanische Konstruktionen bauen, die es so noch nicht gibt. Ein Genie, das ich sehr bewundere.


Für wie wichtig hältst du es, als Künstlerin thematisch und auch technisch regelmäßig Neues auszuprobieren?

M. K.:
Etwas Neues zu probieren, finde ich, ist immer etwas Gutes. Man sollte immer wieder mal versuchen, aus seiner Komfortzone auszubrechen. Das Leben wird dadurch bunter, man lernt und sammelt Erfahrungen oder bekommt neue Ideen. Als kreativer Mensch ist es wichtig, ständig neue Wege zu gehen und viel Inspiration zu sammeln. Das gelingt am besten, wenn man Neues probiert.


Noch einmal ein kurzer Schwenk in Richtung Zeitreise: Ab wann hattest du eigentlich zum ersten Mal das Gefühl und das Bewusstsein erlangt, dass du Kunst kreierst/Künstlerin werden möchtest? Gab es einen Schlüsselmoment, an den du dich erinnerst?

M. K.:
Meine Begeisterung und Leidenschaft für Kunst begann sehr früh. Ich habe schon immer viel lieber gezeichnet und gebastelt anstatt dem Schulunterricht zu folgen. So habe ich schon in der Volksschule begonnen, heimlich im Unterricht ausgedachte Kreaturen zu zeichnen, oder ich habe in der Pause Figuren aus allen möglichen Materialien gebastelt. Am liebsten habe ich im Schulhof aus Naturmaterialien kleine Häuschen oder Tiere gebaut. Somit wusste ich schon sehr früh, dass ich Künstlerin werden möchte und erschaffen will, was es noch nicht gibt.


Viele bildende Künstler transportieren mit ihrer Kunst klare politische Statements. Wie politisch ist deine Kunst beziehungsweise wieviel Politik verträgt Kunst deiner Ansicht nach?

M. K.:
Ich versuche mit meiner Kunst eine Botschaft zu vermitteln, die uns alle betrifft. Auf die fabelhafte Welt der Natur aufmerksam zu machen, sie von ihrer schönsten Seite zu Zeigen und somit zu vermitteln, wie wichtig es ist, dass wir alle möglichst viel dazu beitragen, die Natur und ihre Bewohner zu schützen.
Kunst und Politik vermische ich nicht. Es gibt schönere, faszinierendere und wichtigere Themen und Motive, die man künstlerisch darstellen kann.


Welchen Stellenwert hat Musik in deinem Leben?

M. K.:
Musik ist mein Treibstoff. Ohne Musik würde ich keinen einzigen Pinselstrich machen. Am liebsten höre ich Bands wie „Heilung“ und „Wardruna“. Die nordisch-ritualen Klänge beflügeln und inspirieren mich am meisten. Die naturverbundene Musik verzaubert mich und gibt mir das Gefühl, als wäre ich in einer anderen Welt. Sie lässt mich träumen und treibt meine Vorstellungskraft an.


Gibt es ein Gemälde, dass du als Inbegriff der Malerei betrachtest?

M. K.:
Das Gemälde Night Market des belgischen Malers Petrus van Schendel. In meinen Augen der großartigster Künstler, der je gelebt hat. Mir ist kein andrer Maler bekannt, dem es gelungen ist, eine so warme und lebensechte Atmosphäre zu erzeugen. Das harmonische Spiel zwischen kaltem Mondlicht und warmem Kerzenschein ist so perfekt, dass man bei längerem Betrachten des Gemäldes das Gefühl hat, man stehe wirklich selbst am Marktplatz.


In deiner Biographie steht zu lesen, dass das Videospiel Spore eine wichtige Inspirationsquelle deiner künstlerischen Findungsphase war. Was hat dich damals daran inspiriert, und was ist davon geblieben?

M. K.:
Mit dem Spiel Spore verbinde ich viele großartige Momente voller Spaß und Inspiration. Was mich über all die Jahre so fasziniert hat an diesem Spiel, ist, dass man selbst eine Kreatur erschaffen kann, und die einzige Grenze im Gestalten ist die eigene Fantasie. Die Krönung dabei war, man kann mit seiner Kreatur eine riesige Welt erkunden, sich weiterentwickeln und wachsen. Ein tolles Spiel für Kreativität.


Aktuell arbeitest du unter anderem an einer neuen Bildreihe. Kannst du verraten, wohin dich deine künstlerische Reise in absehbarer Zeit führt?

M. K.:
Meine neuste Bildreihe nenne ich Daemonis Animali. In dieser Reihe bearbeite ich die Disharmonie zwischen Mensch und Tier. In den einzelnen Gemälden erkennt man den starken Eingriff des Menschen und wie schlecht es für die Natur ist, dass die Menschheit überall ihre Finger im Spiel hat.


Herzlichen Dank für das Gespräch. Weiterhin viel Erfolg und alles Gute.



Daemonis Corvus, 2021; Acryl und Öl | (C) Mara Kornschober

Interviewer: Markus Keimel - 8. Mai 2021
ID 12899
Weitere Infos siehe auch: https://www.etsy.com/de/shop/MaraKornschoberArt


Post an Markus Keimel

https://markuskeimel.jimdofree.com/

Ausstellungen

Interviews

Porträts



Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Unterstützen auch Sie KULTURA-EXTRA!



Vielen Dank.



  Anzeigen:




KUNST Inhalt:

Kulturtermine
TERMINE EINTRAGEN

Rothschilds Kolumnen

AUSSTELLUNGEN

BIENNALEN | KUNSTMESSEN

INTERVIEWS

KULTURSPAZIERGANG

MUSEEN IM CHECK

PORTRÄTS

WERKBETRACHTUNGEN
von Christa Blenk



Bewertungsmaßstäbe:


= nicht zu toppen


= schon gut


= geht so


= na ja


= katastrophal


Home     Datenschutz     Impressum     FILM     KUNST     LITERATUR     MUSIK     THEATER     Archiv     Termine

Rechtshinweis
Für alle von dieser Homepage auf andere Internetseiten gesetzten Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf deren Gestaltung und Inhalte haben!!

© 1999-2024 KULTURA-EXTRA (Alle Beiträge unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren, Künstler und Institutionen. Widerrechtliche Weiterverbreitung ist strafbar!)