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Kultura-Spezial
Brigitte Waldach, Heimatfilm 2007


Die Überschreitung
oder vom blinden Fatum einer Farbe

Zu Brigitte Waldach HEIMATFILM 2007
Wandzeichnung mit 3 Stühlen und Sound; Courtesy DNA Galerie, Berlin

Text: Gerald Pirner
Foto: Adel

„Für uns geht die Sonne weder einfach auf noch unter. Der Tag und die Nacht vermischen sich in unseren Blicken… Wir haben, genauer gesagt, keinen Schatten. Zwischen uns riskieren wir nicht, dass die Eine oder die Andere ein obskurer Doppelgänger ist. Ich möchte nächtlich bleiben…“ Luce Irigaray

Eine Farbe. Nichts wo sie nicht ist. Nichts unterbricht sie grenzt sie aus. Schauen diese Farbe die nicht zu sehen und zugleich überall. Den Kopf gedreht und dann die Augen geschlossen. Sinnloses Unterfangen. Kein außerhalb von ihr. Keine Bewegung die hinausführt aber auch keine in ihr. Dauern sie unverändert als wäre nichts geschehen als geschähe nichts - nichts geschieht. Unhintergehbarer Sichtzustand: der Körper schaut und übersieht das Organ. Gegenstandsloser Farbrest vollkommener Ausbreitung. Ausgeliefert ihm wie dem Schmerz. Zu nahe um von einem Ereignis sprechen zu können das Außen und Innen trennte. Spricht dennoch. Spricht von diesem Zustand. Absurde Wortüberhöhung in der Präposition. In aber wäre nicht weniger falsch: hebt das was er sieht doch die ganze Wortgattung auf, so wie es zustößt, was es freilich genauso wenig tut. Sprechen unüberwindbares Parallelgeschehen. Selbstreflexive Dechiffrierungen referenzloser Codes und das Gehirn lässt Wahrnehmung daran teilhaben um etwas zu spiegeln, was ihm sonst entginge. Blindes Sehen in Dingeigenschaft lichtlos alles überzogen. Ein Teil in Gedächtnis in Ganzes gestülpt treibt Denken in endlose Wiederholung wo bildlos Ganzes doch endgültig zerstört.

Sprechen also wie gesagt. Sprechen von Farben hier von einer die er sieht die er ist und die er in keinem Gegenstand los wird. Sprechen von Rot. Das Wort ausgesprochen gehört und wiederholt. Rot. Alles rot sagt er wie gesagt was er sieht oder jetzt hört das Wort wohl wissend dass es ganz bei sich bliebe losgelöst von allem wo kein Finger mehr auf etwas deutet das das trägt was so heißt. Rot von sich wissen lassend. Gedächtnis hermetischer Ausgeschlossenheit. Aber Namen die kennt er noch. Krapplack etwa und dass sich der jetzt verschiebe in Englischrot. Vielleicht deine Lippen sagt Sie. Die Haut ihr Schmecken eingedrungen fingerkuppenbreiter Schnitt. Zieht den ganzen Körperrest bei sich zusammen, dass er da hinein austritt. Das ist nicht möglich. Aber das weiß er nur.

Haut samt Bild abgerissen wie berührt - meint das zeitlich. Eigenschaft Bewegungsausweis von Hand wenn auch fetzenweise. Fürs Grobe nimmt er die. An den Linien die Finger. Werkzeugwechsel gleichsam wie jemand vor ihm hier vielleicht vom Pinsel zum Quast gewechselt – so breit und hoch wie das ist. Flach ausgestrichen nur ein wenig fett. Nach einigen Metern rechtwinkliger Schnitt gerade nach oben und nach vorn. Eine Öffnung. Vielleicht ein Fenster. Unter der Hand der Kontur entlang hin und her. Ein wenig höher das Aufgeschnittene – spricht im Tasten von Drinnen und Draußen. Gebremst die Haut und gedämpft das Geräusch ihrer Bewegung auf letzterem. Drinnen papierenes Gewisper ausgestreift bis sie auf etwas stößt was so ist wie das Draußen.

Stimmen zu leise um anderes zu sein denn eine Richtung. Mehrere jedenfalls. Vielleicht auch nur eine vielfach. Wände unverdeckter Halt ihres Flüsterns. Dass nichts sonst also im Raum wie erhört. Sie sagt nichts. Nur Schritte verschwindend hinter etwas das über den Boden rollt und auf ihn zu. Dann Schritte erneut. Die aber gehen durch und die gehen hinaus. Rot sagt Sie. Alles Rot Ihre Stimme. Dass sie nur diese Farbe benutze, dieses Rot und freilich Weiß. Aber ob letzteres fragt er überhaupt eine Farbe. Ob es nicht eher etwas wie Stille etwas das Farben auseinander hält, das Rot hier beispielsweise von Rot, es unterteilt es gliedert gestaltweise es aufreist. Die eine Wand sagt Sie alles Rot bis auf einen rechteckigen Ausschnitt und der Finger fährt nochmals dessen Kontur lang: Grenze gradlinig gezogenen Farbauftrags. Klebrig der und fast kalkig was darunter…


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


Eine Frauenstimme jetzt lauter oder lauter gestellt. Rollendes Geräusch über den Boden erneut und die Stimmen in Brusthöhe durch den Raum. Einmal deutlicher dann wieder abgewandt als betrachte Sprechen das wovon es handelt und für den Blinden klingt das als schaue sich eine um.

Flüsternd sich zuraunend
fährt fort wie nicht gemeint
bestimmt angesprochen ohne zu sagen wer
bereits Gesagtes dabei wiederholend
übereinander sprich gleichzeitig die Stimmen von rechts von links von oben
nur eine die das spricht
mit sich spricht
bei sich oder gegen die anderen
die sie
auch die die nicht hört
die nicht gehört wird
dieselbe wie die andere wie die dritte zur gleichen Zeit
dies Sprechen ihr Sprechen
dasselbe Miteinander
ja auch das was sie sagt die spricht
die widerspricht
nur eine aber die da spricht
immer dieselbe
immer dasselbe

GENUG/ JETZT WIEDER ZURÜCK AN MEINEN PLATZ/ HAST DU NACHGESCHAUT WAS SIEHST DU DA/ STEH ICH GENAU IN DER MITTE STELL MICH GENAU IN DIE MITTE/ DAS ENDE IST UNERHÖRT ES KANN ZU ENDE GEHEN/ LASS UNS AUFHÖREN ZU SPIELEN/ SO WEISS SO REIN/ ES IST ZU ENDE WIR SIND AM ENDE/ WAS ERZÄHLT SIE DA/ ICH WILL DICH NICHT BERÜHREN UND TROTZDEM MACHEN WIR WEITER/CAN YOU PLAY WITH US dann noch eine andere Stimme die Stimme eines Kindes die Stimme eines Mädchens nein zwei Mädchen und danach die elektronisch bearbeitete Posaune des Dies Irae WAS ERZÄHLT SIE DA/ ICH HABE DICH GERADE AUFSTEHEN LASSEN/ WARUM BEHÄLTST DU MICH/ WO BIST DU/ ICH BIN NIE DA GEWESEN/ HÖRST DU MICH/ KOMM ZURÜCK ERINNERST DU DICH/ WO BIST DU/ ICH BIN NIE DA GEWESEN/ SIEHST DU MICH/ DIE NATUR HAT UNS VERGESSEN/ ES GIBT KEINE NATUR/ CAN YOU PLAY WITH US der Flur der Korridor die Türen und er da hindurch gerollt gefahren ob er nicht mit ihnen spielen wolle er hält nicht an ICH GEBRAUCHE DIE WÖRTER DIE DU MIR BEIGEBRACHT HAST/ MÖCHTEST DU DASS ES ENDET/ DIE WAND UND WAS SIEHST DU DA AUF DEINER WAND/ WEN RIEFST DU/ DU MACHST MIR ANGST/ ICH VERLASSE DICH/ ES IST NICHT WAHR/ ES NIMMT ALSO KEIN ENDE


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


Etwas berührt sprich Schnitt spurlang und verloren. Kein Halt freilich – stößt sonst ja nichts zu. Und erneut und ob es dasselbe oder derselbe Fingerkuppen nach… Striche kaum tastbar Biegungen folgend und wo sie verloren andere. Skizzierte Bewegungen oder Zurückgelassenes davon. Ränder unausgefüllt. Nicht weitergeführte Konturen. Skelettreste fleischlos… Betasteter Grund dies Schweigen. Weiß sei das wie Sie sagt. Auch das kennt er – aber das sagt hier nichts. Allein dass es trägt, dass etwas wird, dass Werden. Das aber kennt keinen Halt… Gestrichelte Konturen mehrfach unter der Hand. Einen Finger gestreckt um scheidend zu sammeln. In Zeitlinien nachgegangen worin Gestalt zu sich kommt – wenigstens manchmal… Pergamenten kalkiges Geraschel unter Haut. Seine Unterbrechung die gleich wieder verloren als der Finger nachzugehen sucht. Erneut und noch leiser ein haarrissfeiner Schnitt. Hin- und hergestreift und hört das. Hört den Strich. Hört das Gezeichnete. Legt die Hand darauf. Nimmt beide wie man so sagt als ob da etwas wäre was sich ihrer bedient. Willenlos offen. Texturen hörbar. Spürt Aufzeichnungen vielstimmig. Schnitt Strich Bewegung Windungen wiederholt. Kein dasselbe kein anderes. Zwischen Fingern und Händen all dies sich zugespielt bis Sie dem einen Namen gibt was darunter verschwunden. Bäume sagt Sie. Bäume Wände und Vögel ein Korridor und der in einer Perspektive die dich verfolgt. An der anderen Wand ein Haus an dem die Farbe herunter läuft in der alles gemalt gezeichnet skizziert. Rot. Blutrot sagt eine ein andermal. Im Englischen crimson. Das stellt er sich vor wie den Gerichtshof des gleichnamigen Königs und den nicht enden wollenden Schrei in seiner Farbe darauf.
Ungewordenes oder im Werden noch selbst da wo Zeichnung in Malerei wie ausgeführt. Ein Gesicht etwa Wand um Wand wiederholt ohne zu Gesicht zu kommen. Und was diese Figur ausmacht Merkmale die ihr angetan – am auffälligsten das Schürzenkleid. Eine Frau oder ein Mädchen ein noch nicht und ein nicht mehr. Jetzt aber das Bild des Kleides vor ihm und dass er das gesehen habe und dass es verdoppelt, dass es zwei waren. An der Wand gegenüber der Korridor wo sie beide und doch eins wie ihre Stimme ihre Stimmen: CAN YOU PLAY WITH US. Und danach der Name sein Name aus ihren Gesichtern ihn gleichzeitig aussprechend. Die Augen aber schon nicht mehr da. Und er hält nicht an. Er fährt weiter. Vor ihm die verstümmelten Körper. Die Ströme von Blut durch den Flur…

Ein Schrei. Dass es endet. Ein greller Blitz vor Augen und er zuckt zusammen. Der Lautsprecher. Jemand hat ihn laut gestellt. Von einem Moment auf den anderen alles Weiß. Alles Grellweiß.

Schnitt sagt Sie. Sagt was da steht. Liest es nochmals. Wie gesagt Schnitt da an der Wand. Das steht da.


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


Das Ende und der Anfang
Die Stimme einer Frau die davon spricht an die Wand gegangen zu sein. Sie sei an der Wand in die sie gehe in die sie gehen werde. Dieselbe Stimme ein anderer Text. Sie habe ihn gekürzt sagt er. Gekürzt und leicht verändert. Er hört nach und jetzt das Original aus der Sprachausgabe. Sein Name fehle da sagt er. Dieser Name der weiblicher klingt als Ich als diese Unbestimmtheit. „Ich halte den Atem an. Ich hätte noch auf einen Zettel schreiben müssen… Aber die Wand tut sich auf.“ Dass sie in der Wand sei jetzt und dass nur noch der Rest zu sehen den wir schon lange gesehen hätten. Er werde denken dass sie aus dem Zimmer gegangen sei. ES IST ETWAS IN DER WAND DAS KANN NICHT MEHR SCHREIEN ABER ES SCHREIT DOCH/ ES IST EINE ALTE EINE SEHR STARKE WAND AUS DER NIEMAND FALLEN KANN DIE NIEMAND AUFBRECHEN KANN AUS DER NIE MEHR ETWAS LAUT WERDEN KANN/ ES WAR MORD

Spitz scharfe Streicherschläge wie Widerhacken nach oben gebogen. Dann Vogelgezwitscher aus dem weich die Streicher von Bernard Herrmann Marnie -Suite herabsteigen, gewickelt um einen Tritonus wie um eine Pergola.

Erster Blick diese Bäume und ein Mädchen von hinten zwischen ihnen. Pferdeschwanz ein Kleid aus den 20er Jahren Ballettschuhe. Alles Rot. Malerei Skizzen Piktogramme. Bäume Vögel ein Mädchen oder eine Frau skizziert gemalt in Umrissen. Einmal wie in einem Fenster. Dann verdoppelt vor einem Korridor. Einmal Schatten ausgemalt dann alles nur in Kontur…

„Gegenüber eine Frau die schaut mich an. Immer dieselbe Frau oder dasselbe Mädchen oder etwas dazwischen.“ Eine Hand auf ihrem Gesicht. Zwei Flächen. Der Schatten wie hautlos. „Freilich“ sagt Sie „dass sie auch bluten könne. Das müsse kein Schatten sein. Vielleicht doch eher Blut.“
„Und das Gesicht?“
„Wie erschrocken aber nicht zu sehen wovor.“
„Aber immer dasselbe Gesicht immer dieselbe Frau?“
„Merkmale an denen zu sehen sein soll dass es dasselbe Mädchen dieselbe Frau. Der Pferdeschwanz die Schuhe das Kleid.“
„Und das Gesicht…“
„Vielleicht weniger ein Gesicht als ein Ausdruck der sich etwas wie ein Gesicht gesucht hat.“
„Eigentlich also auch keine Frau?“
„Eine Figur der Weiblichkeit angetan. Ja und auch kein beschreibbares Gesicht. Eher etwas das sich in Züge eingeschrieben hat das zu lesen oder eher zu übersetzen.“
„Und im Raum?“
„Drei Bürostühle an deren Rückenlehnen oben Lautsprecher montiert. Dieselben Stühle auch auf die Wand gemalt und eine Zeichnung wie sie funktionieren wie man sie benutzt.“


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


HEIMATFILM 2007, Installation und Malerei aus dem Zyklus SICHTUNG ROT von Brigitte Waldach gehört und auch aus Gesehenem in einer Ausstellung der Berlinschen Galerie mit dem provozierendem Namen Neue Heimat, in welchem zwischen Positionen von in Berlin arbeitenden KünstlerInnen der Häuserkampf gegen einen gewerkschaftseigenen Wohnungsbaukonzern und dessen korrupte Bosse mitschwingt und mitschwingt auch der Anschlag der revolutionären Zellen, der sich Anfang der 80er Jahre als Teil einer breiten politischen Aneignungsbewegung verstanden sehen wollte. Wenn in Waldachs Heimatfilm unausgesprochen und doch wörtlich von Besetzung und Besessenheit gesprochen so hat solch bildlich akustische Aufforderung etwas einzunehmen und sich zugleich vom Eingenommenen überformen zu lassen nur auf den ersten Blick nichts mit Geschichte und einer Radikalisierung politischen Denkens zu tun. Texte von Samuel Beckett und Ingeborg Bachmann gelesen von der Schauspielerin Fritzi Haberlandt die in Performances mit Waldach das Vor-Bild der Malerei zu Heimatfilm erarbeitete, deuten auf Autoren, deren Werk in den 60er und 70er Jahren nicht selten mit dem Vorwurf des Unpolitischen bedacht. Gerade Bachmanns Malina, in Walldachs Installation unter anderem mit den Sätzen ÜBERNIMM DU DIE GESCHICHTEN AUS DENEN DIE GROSSE GESCHICHTE GEMACHT IST/ NIMM SIE ALLE VON MIR, weist Geschlechterverhältnisse als vernichtenden Machtstrukturen gehorchend aus, deren Zerstörungspotential im herkömmlichen Täter/Opferschema nur oberflächlich erfasst, bis tief hinein in den Körper aber in keinster Weise.

Den ganzen Raum mit verändert wiederkehrenden Bildensembles „ausgemalt“ sucht Brigitte Waldach Bilder von Weiblichkeit wie von Frau zu verflüssigen, indem, verwoben mit einer Unzahl von Zitaten aus Filmgeschehen Filmaccessoires Soundtracks und Literatur der Bildproduktion in Trennung von Gesehenem und Gehörtem nachgegangen, wobei solches „Nachgehen“ selbst noch in Fluss gehalten, da die rollenden Bürostühle keinesfalls lediglich Metaphern sondern tatsächlicher Entzug eigenständiger Bewegung in ermöglichter zugleich aber eingeschränkter Mobilität. Frau wie Weiblichkeit in der Realitätsproduktion hier nur als beispielhafte wenn auch zentrale Ordnungsfaktoren verstanden, werden als Zeichen von Imagination überschwemmt ohne dass solche sich an jenen objekthaft zu halten vermöchte. Zuletzt also der Besucher in einem hermetischen Raum gedreht, beschleunigt von der Zentrifuge der eigenen Rationalität der jede feste Antwort wegrutscht, jede Frage Feststellungen nur umrundet.

Nein verkauft werde hiervon freilich nichts, sagt einer. Wie auch, sagt er. Alles sei auf die Wand gemalt. Da komme nichts weg. Dokumentieren werde man das schon. Das werde schon dokumentiert worden sein. Man werde das abfilmen bevor es übermalt wird. Einen Film werde es davon geben. Wahrscheinlich sei davon schon ein Film aufgenommen worden. Ja einen Film gibt es. Der wird aber nicht gezeigt. Der ist nur für die Dokumentation.

Der Stuhl jetzt besetzt. Oder einer jedenfalls. Die anderen hört er. Da ist das Dies Irae wieder. Der Tag des Zorns. Nicht bei ihm jetzt. Dieselbe Stimme aber wie vorhin nur ein anderer Text. Dieselbe Stimme auch woanders. Ohrenhöhe auch dort.

Vorbei aber jetzt. Ein Tag ein Datum alles Weiß. Vier Ecken wie üblich. Zwei Öffnungen damit man da durchkommt. Tilgung aller Spuren. Tilgung der Arbeit mit Arbeit. Jetzt nichts mehr. JETZT NICHT. Das stand da. Dort der Ausschnitt diese Art von Fenster und da stand das. Jetzt nicht auf der Wand. Und dann noch mal auf einer Tafel. Die Tafel freilich auch nur auf die Wand gemalt und das was auf ihr stand auch. Keine Tafel also nur ein Bild auf der Wand. Wie die Buchstaben draufgemalt draufgeschrieben. JETZT NICHT. Nicht mehr.


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


Die Erfüllung des Ereignisses danach
Kündet in der Oper das Leitmotiv vom Erscheinen einer Figur dabei sie in seinen Nimbus hüllend, kontrahiert sich in ihm in der Filmmusik Bernard Herrmanns das ganze Geschehen als seine Vorwegnahme, auf Handlungsebene und in Geschichte nur noch vollstreckt. Wirkt im personenbezogenen Motiv ein darin angelegter Charakter als Handlungssubjekt unterwirft das wiederkehrende Motiv in Herrmanns Streichersuite, komponiert für Psycho von Alfred Hitchcock, die ganze Erzählung unter sein Fatum: Entkommenwollen und Gejagtsein in kreisenden Rotationen von Sekunden und Terzen dabei in eins stürzend um an den Bässen zerschmettert zu werden wie an der Unverrückbarkeit des Realitätsprinzips. Personen als Figuren im Netz der Musik an den Abgrund gezogen wo das alles zerfetzende Kreischen der Streicher, Unzahl von Messerstichen und Schreie des Opfers zugleich, zugleich aber auch Verwandlung des Mörders zur eigenen Mutter um hinter der alles Weibliche zum Verschwinden zu bringen. Die Streicherschläge isoliert und auch kein danach mehr das losließe, kein Überleben also und keine Überlebenden, dahinein der letzte Satz aus Ingeborg Bachmanns Malina „Es war Mord“ - Brigitte Waldach knüpft beides zum Zusammenbruch von Linearität, alle Schicksalhaftigkeit darin ausgetrocknet. Andererseits lässt die solcher Art komprimierte Figur auch keinen Täter mehr erscheinen. Dem Anderen gänzlich entzogen befindet Waldachs Mädchen/Frau sich immer auf der Schwelle in ihrem Gesicht sich etwas haltend das unaufgelöst bleibt, wo im Bildensemble kein Gegenüber, erst recht keines das den Schrecken hielte gespiegelt in ihrem Gesicht. Wo dem Schrecken aber kein eigenes Gesicht, deutet nichts ihn aus dem Gesicht weg. Zu allererst sind es Zitate die dort von der Wand her begegnen: Vögel Bäume Kleidung Haus. Nichts steht für sich. Erschreckt das Gesicht und im Outfit von Kubricks Shining eingefügt in Filmszenen Hitchcocks, die einen ausgemalt die anderen nur skizziert, erkenne man die Schauspielerin nicht sofort. Alles aber wirkt wie schon einmal gesehen wie schon einmal gehört. Dennoch treiben alle diese Zitate Erkennen und Wissen ins Leere, perpetuiert der Film in Filmen. Weder Böses noch Unheimliches hält ihm Auflösung bereit. Angst als Residuum der Filmgeschichte. Ohne den Einschnitt der Angst und dessen Abdeckung im Bild als seiner Überwindung gerät Wirklichkeit ins Trudeln - unaufhaltsamer Lauf um nichts. Waldach produziert solche Abdeckungen vervielfältigt sie ohne sie zustoßen zu lassen – die Streicherschläge aus Psycho, bei ihr hören sie nicht auf weil sie nichts treffen, weil der Körper auf den in der Duschszene gezielt nicht mehr vorhanden.

Auch die Farbe selbst, zumal in ihrer Binarität, wirkt bei Waldach als Zitat. Einerseits natürlich und wie natürlich das Blut darin zitiert etwa das in Hitchcocks Marnie dessen Musik (ebenfalls von Bernard Herrmann) bei Waldach den Malinafragmenten folgt: Marnie eine Frau die beim Anblick von Rot in Lähmung und Krampfzustände verfällt, eine, von Hitchcock als psychoanalytische Studie inszenierte Verdrängungsreaktion auf einen Gewaltakt in ihrer Kindheit, als sie, Tochter einer Prostituierten, einen Freier ihrer Mutter erschlägt. Andererseits das Schwarzweiß-Material selbst, das Farbe als Ablenkung auszublenden sucht um Handlung aus seiner Binarität heraus sich umso konsequenter entfalten zu lassen. So drehte Hitchcock Psycho, seinen letzten Schwarzweißfilm, nicht nur in diesem Format um dem Rot der Duschszene, in diesem Ausmaß von der Zensur damals untersagt, auszuweichen. Erscheint die Protagonistin in der ersten Szene mit ihrem Liebhaber in einem Stundenhotel angetan sie mit weißem BH und weißem Unterrock, tauscht sie beide Bekleidungsstücke vor ihrem Aufbruch mit dem gestohlenen Geld gegen Schwarz, um in der letzten Szene vor ihrer Ermordung in schwarzem BH und schwarzem Unterrock dem voyeuristischen Blick ihres Mörders durch das Loch in der Wand vorgeführt zu werden. Nach ihrer Ermordung nun kehrt Weiß, das Blut vom Abfluss im Strudel aus der Wanne gesogen, im Weiß der Kacheln und im Weiß ihres Auges zurück. Während Hitchcocks Film aber Tragödie eines scheiternden Versuchs sich dem Begehren zu unterwerfen, zugleich aber auch sich ihm wieder zu entziehen, eingeholt so und vernichtet – ein jeder Schritt den Marion unternimmt um ihre Spuren zu verwischen treibt sie nur um so sicherer in ihren Tod – wirkt hinter Waldachs Binarität keine wie auch immer geartete transzendente Struktur, die sich ihrer bediente um sich durchzusetzen.


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


Waldachs Fatum scheint die Farbe Rot selbst in deren „Sichtung“ diese sich des Weiß als ihrer Stille als ihres Grenzzustandes bedient, Gestalt werdend darin, unfassbare Gestalt all dem, was aus ihr gewirkt, als käme das Material des Schreckens einzig aus dem Material aus dem die Erschrockene die Geängstigte besteht, aus dem sie gemacht.
SICHTUNG ROT – Farbzustände in Gestalt erschienen ohne erscheinen zu müssen zugleich alles was je in dieser Farbe erschienen.
SICHTUNG ROT – Selbstreflexion des Undifferenzierten und im Prozess sich ausdifferenzierend.
SICHTUNG ROT – als Monismus Form und Begrenzung in Kontraktion des Endlosen Eigenen in endlicher Gestalt.
SICHTUNG ROT – im Anderen als seinem Teil, Nichtung als Garant seiner Existenz und wo Orte von ihm ausgewiesen, sind es die von Rot und gerade da wo kein Rot ist.

Der Raum von HEIMATFILM 2007 der keineswegs ausgemalt verliert so das Bild das ihn öffnet und durchquerbar hält. Einer Art binären Monismus unterworfen reduziert ihn die Hermetik nicht zu Ende kommender Gestaltwerdung eines festen Ensembles von Elementen – verspiegelt diese mit sich in ihren Beziehungen Variationen gleich – auf nackte Trägerschaft und Funktion, noch eine Art Nichts bei sich haltend, das ihm selbst gilt, ohne dass er das freilich sei oder aus solchem heraus wie vorher.

Farbe herunterlaufend und dieselbe wie das worauf sie. Die Bretterwand einer Hütte und trocken auch diese. Was da herabläuft tut das eben gerade nicht. Ein Bild Feststellung eines Verlaufs, Bewegung einer Farbe. Rot, immer noch Rot. Alles Rot was auch immer dargestellt was auch immer da herunterläuft oder herunterlief. An der Hütte dieselbe Farbe nur dass sie nicht ausgemalt wo sonst beschriebenes Verlaufen ja nicht festzustellen. Vorab also dass sie ausgespart festzustellen dass sie ausgespart sein müsse. Nicht ausgemalt also sie und nicht auszumalen was da passiert was da geschehen was da Geschehen. Diese nicht belaubten Bäume. Diese noch nicht belaubten Bäume. Diese schon entlaubten Bäume. Diese Vogelskizzen nicht gemalter Vögel. Dieses Mädchen. Dieses nicht mehr Kind. Diese noch nicht Frau. Diese nicht zu ziehenden Grenzen. Dieses Werden immer in zwei Richtungen und vor sich was sie selbst oder es oder der Baum. Sie ihre Umgebung, was da herunterläuft etwa, nichts anderes als sie.

Brigitte Waldachs HEIMATFILM 2007 - Bilder eines Dazwischen worin etwas sichtbar was gar nicht sichtbar zu machen ist. Werden in Figuren als Unterwerfung unter etwas Materiales als absolute Passivität ohne irgendwelche Einflussnahme. Ohne davor und ohne danach. Einfach nur wiederholt. Werden als nicht mehr zu etwas kommen geschweige denn zu sich. Drei Stufen in Produktion als Gleichzeitigkeit: wo Zeichnung Malerei Piktogramm so parallel wie ineinander übergehend, steht weder Gemälde noch Skizze noch Comic für sich. Keinerlei hierarchisierende Richtung unterwirft sie einem Zeitpfeil. Dergestalt so flüssig wie flüchtig ordnet keine erinnerte Zeit sich hingeworfene Gedächtnisskizzen oder plakatives Beharren oder ausgeführte Bildkonstatierungen als ihre Stadien unter. Alles bleibt und auf einmal und rotiert vom besetzten Drehstuhl aus als zirkuläre Handkamerafahrt.


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


Das Gesicht des Films
Der Weg über das Gebirge wo von Weg nicht zu sprechen wo schwadenverhangen das Weiß sich in Luft fortzusetzen scheint. Nein kein Weg. Weiß nichts als Weiß und darin ein schwarzer Punkt und ein weiterer größerer darüber. Ausgebreitete Schwingen wie Brauen, Sehen dem Anderen, Sehen und Schutz. Bewegung unmerklich. Die Kraft das Andere durch die Wüste geführt ihr überlassen. Ein Gesicht aus Körpern: Mensch Tier/Geier Schneeberg. Gegenentwurf zu einem Ausdruck der in Eisensteinscher Expression und gnadenloser Härte Heimat um sich baut als Film. Heidemarie Hatheyers Geierwally – vom steingewordenen Vatergesicht ins Männliche getrieben und von dem in die Natur, die in obiger Szene in Frau gleichsam Mensch wird, indem sie der das Gesicht abnimmt und schaut. Zwischen Tier und Berg eingenommen schaut etwas mittels Frau was dieser nur Gesehenwerden übrig lässt. In dieser Filmsequenz die Grundeinstellung für alle Heimatfilme zu vermuten, heißt zunächst Ge-Sicht wörtlich nehmen als einzig Blick und Augen zukommend. Alles andere ist Kopf und der ist nichts als Körper. Was Mensch am Menschen anschaut ist blind ist undurchdringliche Fülle. Der Blick hingegen dessen Abwehr. Abwehr vom uneinholbaren Eigenen her. Abwehr des Gesehenwerdens im Sehen. Berge als unüberwindliche körperliche Präsenz, als etwas dessen Schauen nichts entgeht weniger imposante Kulisse der ersten Heimatfilme denn deren zentrales strukturierendes Moment – das Meer, diese verletzliche Haut ist zwar unheimlich, ruht aber ansonsten und ohne zu schauen – fungieren sie im Jahrhundert des zurückgedrängten Auge Gottes als dessen materieller Bestand. Blasphemie in zweierlei Hinsicht und gerade da wo das Wort Gottes immer im Munde geführt: einerseits als allzu irdische Zeugenschaft des Göttlichen andererseits im begehrlichen Männerblick der sich daran zu messen sucht um es zu überwinden. Was da aber zu überwinden ist nichts anderes als Körper. Erregende Herausforderung derart angeschaut und nicht weit davon Paveses Landschaften wo Berge wie Brüste daherkommen.

Während aber Heidemarie Hatheyers Geierwally als Teil von Natur in Ordnung reintegrierbar, gibt es für Brigitte Waldachs weibliche Figur keine Heimat und die Wiederholung der Bildelemente in verschiedenen Konstellationen wirkt wie eine nie fündig werdende Suche nach Auflösung in solchem Begriff, wo sein Gegenstück, das Un-heimliche in ihre Züge geprägt. Dies freilich umso mehr als der Furcht kein Grund zugeschaut, dem Auge keine Nähe aus Distanz. Ohne Anderen versagt der Blick als Abwehr, wird selbst zum Ausdruck dessen was im unergründlichen Schrecken sich ihm entzieht. Das Nicht-Zu-Sehende, von dem vielleicht nur gehört – der Blick selbst wird von ihm befallen und blind wird er darin zwischen Furcht und Schrecken. Als solcher ist er zu sehen oder sie diese Figur die nichts sieht und vor allem nicht das wonach sie aussieht.


Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007


Ein Gesicht von dem gesprochen. Merkmale Zeichen Berührungen. Bildlos unter der Hand erstarrt. Hereindringenden Bildern Aufsicht. Eingepasst in Fragen vom Damals. Erst im Gesicht wird Geben und Nehmen und zugleich deren Scheidung. Berührung bildlos aber nur Zustoß, eine Erzählung daran die ihn verdeckt und die hält ihm hereinstürzende Bilder auseinander. Ein jedes von ihnen aber übersteigt sie erneut. Ihr die Zeichen entreißend frisst es sich an ihnen schwer. Von keinem Antlitz versichert imaginiert Körper sich aus seinen Fetzen und Anspruch allein ist es der das verfugt. Beschreibungen die keine Erzählung beendet. Blinde Bilder uneingefasst. Aufgerissen ein Gesicht von Augen. Nichts gibt es, eher wird ihm genommen. Wo das aber was in es hineingreift nicht zu sehen, sieht es aus wie Hören. Hören freilich ist nicht zu sehen. Obschon was berührt anspricht – körperlich aber hieße das nur Reaktion, etwa dass die Augen geschlossen und das Gesicht damit weg. Das Gesicht sieht er nur wenn es verschwunden, die Augen in den Körper gekehrt, ausgestülpt die Züge wie andere Körperteile auch. Die Hand tastet nach und nimmt sie so wenig restlos wie der Blick. Dem Hören aber sind beide unterworfen und das sieht der der vom Bild spricht. Etwas muss also immer weiter sprechen. Sprach vorher schon noch vor jedem Bild. Indirekt freilich und auch nur Geflüster – gegebenes Du bist.

Stimmen. Trügerische Orientierung im Raum. Direkte Rede in Brusthöhe und schrittloser Bewegung folgend gedreht. Metaphern von Wahrnehmungsbeziehungen in Gestalt getrennt ja zerstört das was ohne ineinander nicht denkbar – in HEIMATFILM 2007 erscheint es unüberwindlich parallel. Birgt das Bild ein endloses Sprechen von ihm in sich, das beendbar erscheint in Erzählung, ist umgekehrt dieser nur Ende wo sie einen Halt findet in seiner Verrahmung. Hören und Sehen also untrennbar verquickt auf dass Mensch wegkommt. Das Ineinander von Brigitte Waldachs unverrahmten Bildern löst alle Bewegung im Raum auf macht sie flüssig und hält sie doch zugleich hermetisch bei sich. Geradezu analytisch nimmt Waldach in HEIMATFILM 2007 diese Beziehungen auseinander und das wörtlich, lässt ohne Interferenzen sie bei sich kreisen, und wo kein Schnitt zwischen ihnen, entfährt auch alles hinaus alles weg jeder Schluss. Wird im Bild Ungehaltenes betrachtbar, verrahmt eine Bewegung gegen eine andere, entgleitet so Gesehenes erneut in Beschreibung solange keine Erzählung das fasst. Dergestalt treiben Waldachs nicht zu sich kommende Bilder über Bild hinaus und nicht allein weil das Auswuchern des Raumes immer noch weiter in Gang. Wo auch immer begonnen nichts hört auf. Ein Ende setzt nur ein anderes Register. Ein Ende befiehlt das was da steht. Ein Ende in Schrift: SCHNITT. ABBLENDE.

Was zu tun ist ist zu lesen und möglich allein was da steht. Gebrauchsanweisung zur Bedienung von Bürostühlen an der Wand und die stehen da auch im Raum damit der ein Volumen hat um das er kreist. Präsentierte Mobilität in Stühlen auf Rollen der derjenige verlustig der sie besetzt – Vorschrift ganz körperlich ausgeführt an ihm. Schritttakt verwischt in Zeit. Leben als Kamerafahrt und Bildrausch als Welt. Besessen aber auf diesem Stuhl vor allem von nicht enden könnender Rede von Geflüster von Murmeln von Geschichtsfetzen von Aufrufen von Befehlen von Wünschen die immer wieder vom Ende sprechen, das es im nicht enden könnenden Loop nicht mehr gibt. Und so träumen und hoffen Becketts Antihelden aus Damals und Endspiel in einer einzigen Stimme dass es aufhört. Aber nichts hört mehr auf. Kein SCHNITT auch wenn das da steht.



Brigitte Waldach, HEIMATFILM 2007




Gerald Pirner - red / 11. Februar 2008
ID 3695
Textstellen in Versalien sind Zitate aus Brigitte Waldachs Installation. Kursive Zitate wenn nicht anders angegeben sind aus Ingeborg Bachmanns Roman Malina.

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