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Ausstellung

Dunkle

Männer

mit Kapuze



Bewertung:    



Der 1940 in Dresden geborene Maler Volker Stelzmann verewigt seine überwiegend in sich eingesunkene und abgekehrte Klientel von Menschen (für den diese Klientel manchmal verstört, mitunter beipflichtend, vor allem aber neugierig und distanziert Betrachtenden) einprägsam, eindringlich. Als durchaus düster könnte man sie grundbeschreiben. Diese Leute-Ansammlungen - in den vielen "Gruppenbildern" - sind dann schon suspekt: Die dort Vereinzelten scheinen sich nicht zu kennen und auch wenig Lust und Laune daraufhin zu investieren, dass sie sozusagen menschlich miteinander schwingen, schweben - dennoch muss es einen Grund gegeben haben, weshalb sie ihrem Abbilder und/oder Erfinder so (so scheinbar völlig emotionslos) in den Sinn kamen. Womöglich hegen diese unsympathischen weil irgendwie doch seelenlosen Wesen eine kollektive Absicht, einen "Gruppenplan" - wogegen könnte der wohl aufgestellt sein? gegen welche Anderen (außer der "leeren Gruppe") richtete sich gar ihr unheimlicher Sinn??

Noch düsterer als düster ragen und geraten - in den "Gruppenbildern" [...mit zwei Vermummten; Straße XX; 9 Köpfe; Morgen II - Mittag II - Nacht II] - dunkle Männer mit Kapuze in das Zentrum des Betrachtenden. Der eine oder andere von ihnen ist mit einem Stock bzw. Stab versehen; dient der nun als Stütze, oder wird er ihn als Waffe einsetzen und gegen wen; wieder dann diese unsicheren Fragen...



Volker Stelzmann: Charlottenburger, 2013; Mischtechnik auf Nessel auf MDF, 80 x 100 cm | (C) Galerie Poll


Sogar das scheinbar neueste bzw. aktuelle Selbstporträt des Künstlers zeigt den Maler hier - mit 'ner Kapuze [s.u.].

"In meisterhaft veristischer Malweise, oft überzeichnet und ins Groteske gesteigert, hat Stelzmann über Jahrzehnte eine Comédie humaine geschaffen. Oberflächlichkeit und Beziehungslosigkeit, Gewalt, Armut und Obdachlosigkeit sind die Themen von doppelsinnig betitelten Arbeiten wie Anschlag; Unterführung; Tunnel; Passage; Zwei Schläfer oder Stadtzelt. Unter wechselnden Masken mischt sich der Künstler immer wieder selbst ins Geschehen ein. (Quelle: poll-berlin.de)

*

Die Galerie Poll - in der gerade 23 Bilder Volker Stelzmanns aus den Jahren 1975 bis 2014 zu sehen sind - pflegt eine ganz besondere Beziehung zu dem Künstler, die bereits Jahrzehnte währt; es ist inzwischen schon die neunte (!) Einzelausstellung mit ihm:

Anlässlich seines 75. Geburtstages wird nun V.S. Leipzig – Berlin mit Bildern aus der Leipziger Schaffensphase und neuen Arbeiten gezeigt. Der Ausstellungstitel bezieht sich auch auf das Monogramm V. S., mit dem der Maler seine Arbeiten signierte - und "seit 1988 erweitert um die rätselhafte Abkürzung H. M. F. in Berlin, deren Bedeutung Stelzmann nicht verrät." (Quelle: dto.)



Volker Stelzmann: Selbstbildnis mit Kapuze, 2014; Mischtechnik auf Nessel auf MDF, 60x 50 cm | (C) Galerie Poll


"Stelzmann verbindet seine aus ungewöhnlichen Perspektiven gezeigten Figurenkonstellationen durch eine raffinierte Lichtführung und Komposition der Farben. Ihre ungewöhnliche Tiefenschärfe verdanken seine Gemälde einer virtuosen, zeitaufwendigen Lasurtechnik. Seine Vorbilder sind Grünewald und Otto Dix und vor allen die florentinischen Manieristen."

* *

"Volker Stelzmann studierte von 1963 bis 1968 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er von 1975 bis 1986 lehrte, seit 1982 als Professor. 1986 nutzte Volker Stelzmann eine große Ausstellung seiner Arbeiten in der Staatlichen Kunsthalle in West-Berlin, um die DDR zu verlassen. Nach einer Gastprofessur an der Städelschule Frankfurt am Main 1987/1988 berief ihn die West-Berliner Hochschule der Künste (HdK, heute: UdK) 1988. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006. 1988 zeigte die Galerie Poll auch ihre erste Einzelausstellung von Volker Stelzmann. Werke des Künstlers befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen."

(Quelle: poll-berlin.de)




Volker Stelzmann: Unterführung, Diptychon, 2014; links: Mischtechnik auf Nessel auf MDF, rechts: Mischtechnik auf MDF, je 135 x 100 cm | (C) Galerie Poll


Andre Sokolowski - 6. März 2015
ID 8480
Volker Stelzmann, V. S. Leipzig - Berlin (Galerie Poll, 28.02.-09.05.2015)
Öffnungszeiten:
Di - Sa | 12 - 18 h
und nach Vereinbarung

POLL Galerie + Kunsthandel in Berlin GmbH
Anna-Louisa-Karsch-Straße 9 (an der Museumsinsel)
10178 Berlin

Telefon: +49 (0)30-261 70 91
Fax: +49 (0)30-261 70 92
Email: galerie@poll-berlin.de

Die Friedrichsbrücke, die die Anna-Louisa-Karsch-Straße mit der Museumsinsel verbindet, ist wieder für Fußgänger und Fahrradfahrer geöffnet.

Weitere Infos siehe auch: http://poll-berlin.de


Post an Andre Sokolowski

http://www.andre-sokolowski.de



 

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