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Ausstellung

Terroristen-

Schau im

Pei-Bau



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In den 1970er bis 1990er Jahren terrorisierte die linksextremistische Rote Armee Fraktion das Staats- und Gesellschaftsgefüge der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland. Über drei "Generationen" hinweg verübte sie (in einer personellen Stärke von insgesamt ca. 60 bis 80 Mitgliedern) vor allem Mordanschläge an prominenten Vertretern des bundesrepublikanischen und internationalen politischen Establishment. Namen wie beispielsweise Siegfried Buback, Jürgen Ponto, Hanns Martin Schleyer, Alfred Herrhausen, Ernst Zimmermann zählen zu den "namhafteren" Opfern. Die heimtückische Ermordung des damaligen Treuhand-Präsidenten Detlef Karsten Rohwedder (1991) oder die GSG-9-Pleite von Bad Kleinen (1993) wiesen den erweiterten Aktionsradius der RAF nachwendlich gleichsam in den Neuen Bundesländern aus. Erst 1998 kriegte Reuters eine 8seitige Selbstauflösungs-Anzeige auf dem Postweg zugestellt: "Vor fast 28 Jahren, am 14. Mai 1970, entstand in einer Befreiungsaktion die RAF. Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte."

*

"Die Anschläge der Roten Armee Fraktion machten weltweit Schlagzeilen. Sie forderten Staat und Gesellschaft heraus. Der Umgang von Bürgern und Politikern mit der terroristischen Gewalt steht im Mittelpunkt der Ausstellung, die vom 21. November 2014 bis 8. März 2015 im Deutschen Historischen Museum gezeigt wird.

Wie begründete die RAF die Attentate? Welche Folgen hatten die Gewalttaten für die Angehörigen der 34 Opfer und die Menschen, die einen Mordversuch überlebten?"

(Quelle: dhm.de)



Tatmotorrad des Buback-Anschlags, 1977 | Günter Sonnenberg mietete die Suzuki GS 750 am 2. April 1977 bei einer Düsseldorfer Firma. Am 7. April 1977 verübten zwei Mitglieder der Roten Armee Fraktion von dem Motorrad aus den Anschlag auf Siegfried Buback, bei dem der Generalbundesanwalt und Wolfgang Göbel starben. Georg Wurster erlag am 13. April seinen schweren Verletzungen. Die Tatmaschine wurde noch am selben Tag bei einer Autobahnbrücke in der Nähe von Karlsruhe sichergestellt. Nach der Spurensicherung gab die Generalbundesanwaltschaft das Motorrad 1981 zum Verkauf frei. Der heutige Besitzer kaufte es im März 1982. Während des Prozesses gegen Verena Becker von 2010 bis 2012 in Stuttgart wurde die Suzuki nochmals von Zeugen in Augenschein genommen. || © Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart



Die Schau RAF - TERRORISTISCHEN GEWALT zeigt eine Ausstellung, die das Haus der Geschichte Baden-Württemberg im letzten Jahr bereits (unter dem Titel RAF - Terror im Südwesten) in Stuttgart vorstellte. Jetzt und hier - im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums Berlin - ist sie um einiges Thematisches erweitert:

"Noch nie veröffentlichte Filmausschnitte, Fotografien und zeitgenössische Flugschriften veranschaulichen Szenen der Gewalt, die von 1967 bis 1970 zur Radikalisierung der studentischen Protestbewegung in West-Berlin beitrugen. Die Erschießung von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 und der Mordanschlag auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 waren für viele Menschen ein Wendepunkt. Eine Minderheit entschied sich für den bewaffneten Kampf. Mit der gewaltsamen Befreiung von Andreas Baader am 14. Mai 1970 in Berlin nahm die Geschichte der RAF ihren Anfang." (Quelle: dhm.de)

Gleich zu Beginn des Rundgangs kann man beispielsweise ein Polizeibild mit Andreas Baader, worauf selbiger geschminkt-verkleidet abgelichtet ist, besichtigen. Er und weitere Angehörige der sog. Kommune 1 hatten die Trauerrede auf den verstorbenen Reichstagspräsidenten Paul Löbe 1967 als ein gegenveranstaltetes Satire-Event gestört und wurden daraufhin in polizeilichen Gewahrsam genommen - das waren noch die "harmloseren" Anfänge einer sich in Westberlin etabliert habenden linksradikalen Bewegung, die so nach und nach dann in die Vor-Ära der RAF mündete... Stichworte wie "Springer-Tribunal" (im größten Hörsaal der TU), "Haschraucher vereinigt euch!" (von agit 883), der gelegte Sprengsatz im Jüdischen Gemeindehaus - was erstmals auf latenten Antisemitismus der Gruppierungen verwies - oder erfolgte Brandanschläge gegen Einrichtungen der Justiz, das KaDeWe, die israelische Fluggesellschaft El-Al; alles Das geschah quasi am Vorabend der offiziellen RAF-Gründung...



Vollzugsanstalt Stammheim im Bau in den 1960er Jahren | © Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart; Foto: Ingeborg Liebewein

Vorführzange der Justizvollzuganstalt Stuttgart-Stammheim, 1975 | © Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn


"Die Anschläge konzentrierten sich in den 1970er Jahren auf den Südwesten Deutschlands. Im Visier der Roten Armee Fraktion: die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und das Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg. Auf die Morde reagierte der Staat mit den größten Fahndungsaktionen seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Eskalation im 'Deutschen Herbst' 1977 erzeugte Angst und ein Gefühl der Ohnmacht. Viele Bürger riefen nach der Todesstrafe für Terroristen. Wie lässt sich terroristische Gewalt bekämpfen, ohne den demokratischen Rechtsstaat dabei aufs Spiel zu setzen? Diese Frage ist weiterhin aktuell. Briefe, Ton- und Filmdokumente vermitteln, wie sich Bürger und Politiker für das Ende der Gewalt engagierten und zugleich eine demokratische Streitkultur forderten. [...] Die Ausstellung zeigt, dass die Auseinandersetzung mit den Gewaltverbrechen indes noch nicht zu Ende ist."
(Quelle: dhm.de)


Gisela Herwig - 9. Dezember 2014
ID 8311
RAF - TERRORISTISCHE GEWALT (Pei-Bau, 21.11.2014-08.03.2015)
Eine Ausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum


Kontakt:
Tel. +49 30 20304-0
Info-Tel. +49 30 20304-444

Öffnungszeiten:
täglich 10 – 18 h
(24. Dezember geschlossen)

Adresse:
Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin


Weitere Infos siehe auch: https://www.dhm.de/ausstellungen/raf.html


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